Alle Achtung, Ackermann!
20. Februar 2008
Der deutsche Manager müsse Vorbild sein, mahnen sie in der BILD von heute und schwafeln in diesem Zusammenhang: “Jedem, der eine Führungsposition innehat, kommt eine Vorbildfunktion zu, nicht nur Top-Managern. Wer nicht Vorbild ist, kann nicht erfolgreich führen.”
Soviel Tony-Soprano-mäßige Chuzpe habe ich ihnen zwar prinzipiell schon zugetraut, aber nie im Leben damit gerechnet, dass sie damit auch öffentlich rüber kommen!
Wir erinnern uns: Im Mannesmann-Prozess wurden sie 2006 zwar vom Verdacht der Untreue freigesprochen, zahlten dafür aber das hübsche Sümmchen von 3,2 Mio. € - ziemlich vorbildlich auf alle Fälle, dem Staat dermaßen freigiebig unter die Arme zu greifen.
Führungsmäßig-1A dann ihre Aktienabzocke 2005, wo sie als Deutsche Bank-Chef den hauseigenen Aktienkurs mit der Androhung einer Entlassungswelle erst in den Keller trieben, ihr persönliches DB-Aktienpaket geschwind aufstockten, um im darauffolgenden Jahr den Gewinn der mittlerweile wieder auf Normalniveau gestiegenen Aktie einzufahren.
Da wächst in mir als erfolglosem „Kicker“-Fußballmanager ein tiefes Gefühl aufrichtiger Bewunderung - und ja, ein bisserl neidisch bin ich auch, denn sie sind nicht nur clever, sondern auch spendabel:
Höchst karitativ und vorbildlich in seiner Bescheidenheit das Privatparty-Konzert für 600 bedürftige Privatkunden 2007, als sie den Rock´n´roll-Rentnern „Rolling Stones“, wiederum in ihrer Funktion als Deutsche Bank – Chef, mit schlappen 4 Mio. € aus der Kaffeekasse auf die Beine halfen.
Soviel Gutmenschentum treibt sicherlich nicht nur mir die Tränen in die Augen.
Sollte ich einmal in die Verlegenheit kommen, fünf oder zehn Milliönchen ganz vorbildlich und mit viel Bohei verblasen zu wollen, dann sind sie, Ackermann, der meinige.
Foto: Agência Brasil
Querschläger
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