Beiträge zum Stichwort: Angelika Express

Angelika Express - Die dunkle Seite der Macht

angelika-expressAngelika Express sind Robert Drakogiannakis und Band. Die Besetzung wechselt bei Letzterer, die Vision bleibt erhalten. Auf dem zweiten Album nach dem runderneuerten Comeback “Goldener Trash” häuft sich jene Vision erneut fast zu ihrer eigenen Vollendung auf. Der Power-Pop von Angelika Express war dabei schon immer - im besten Sinne - Stress. Hoch getaktete Beats, diverse Ereignisse in jedem Song, ständig gute Textzeilen, die man mitkriegen muss. “Die dunkle Seite der Macht” besitzt sogar derart viel Interessantheit, dass es mitunter erschöpft und man sich nach einem Filler oder einer leicht verschnarchten Ballade sehnt. Kommt aber nicht! Nichts verpassen! Highlight auf jeden Fall der Song über den steilen Zahn aus der Union und wie das lyrische Ich ihm verfällt. Mit der brillanten Hookline “die Schlinge zieht sich zu / CDUUUUUU!”. Ebenso erwähnenswert das Stück mit Aydo (Ken, Ex-Blackmail) am Gesang. Und so vieles mehr. Bis auf das fehlende Verschnaufen kann man dem Album nichts vorwerfen. Vielmehr muss man es preisen für seinen irre dichten Glanz.

“Die dunkle Seite der Macht” ist bereits bei Peng Musik/Cargo erschienen.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

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Nachlader - Koma Baby lebt!

nachlader„Das Leben ist nicht immer Pommes und Disco und so. Wenn ich nur halb so viel Glück hätt’ wie du, wär ich froh.“ Eine grundsympathische Zusammenfassung der lakonischen Herangehensweise von Daniel Baumann, der seine Pointen in überraschender Dichte auf keineswegs überbordend subtile Gitarren- und Elektronik-Sounds wuchtet. „Keine Krise ohne Slogan, keine Kriege ohne Claim“ vermeldet der Berliner Musiker beim veritablen Indie-Hit „Komm Mit“. Man muss es goutieren: Die griffigen Parolen gehen ihm zu keiner Sekunde aus. Hat da jemand Mediengruppe Telekommander und DAF in den Raum gestellt? D’accord, auch wenn die Schlagzeile „Hybrid-Sterne im Atari-Rausch“ noch schöner wäre. Einen Freund wie den soundgewordenen Baumann hat wohl jeder in Berlin: Catchy in Erscheinung und Redegewandheit, den Finger schnell am Party-Abzug und nölender Schwarzarbeiter in seiner frei gesetzten Freizeit. Mit solchen Kollegen verbringt man gerne Zeit, aber irgendwann muss man dann auch wieder nach Hause, weil man diese permanente Hintergründigkeit nicht mehr aushält. Geht einem bei „Koma Baby Lebt!“ nicht anders.

“Koma Baby lebt!” erscheint am 26. April bei BoingBoingRecords / Rough Trade.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

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Angelika Express - Golden Trash

23052699Intro-Chefredakteur Thomas Venker kann es nicht glauben, vielleicht ist er da auch nicht der Einzige: Angelika Express sollen wirklich eine tolle Band sein? Er hält das hier alles aufgrund der bunten Indie-Dancerock-Faust in der Fresse für den Soundtrack zu “Sieben Zwerge - Der Wald ist nicht genug”, oder so. Tja, so kann man sich eben irren, wenn man nicht jeden Tag acht Stunden Sitcoms guckt. Angelika Express waren mal eine Band mit Plattenvertrag, 200 Auftritten im Jahr und einer offiziellen Karriere. Jetzt sind sie Robert Drakogiannakis (und neue Musiker) mit eigenem Geschäftsmodell, demnächst wieder Touren und einem “Mal sehen” statt Karriere. Überraschenderweise tut dieser ganze Umbruch der musikalischen Qualität keinen Abbruch. Im Gegenteil, die Songs sind soundmäßig konzentrierter, einfallsreicher, überschäumender denn je. Die Single “Was wollt ihr alle auf dem Dancefloor” oder auch “Fernsehgucken zu zweit” und “Sie ist intellektuell”. Und natürlich der heimliche Hit “Du trinkst zuviel”, in dem unter anderem die lakonische Line “die Taxifahrer hassen dich!” dahingeknallt wird. Schmerz, Depression, Frust kübelt Robert mit offensiven Gitarren, Melodien und Sprüchen zu. Sodass das blanke Entsetzen (das als Auftraggeber hinter allem bei Angelika Express steht, da darf man sich nichts vormachen), dass dieses Entsetzen plötzlich zur Party wird. Nichts Besseres kann guter Humor leisten.

“Golden Trash” erscheint am 13. Februar bei Peng/Cargo.

Mit freundlicher Genehmigung von Intro.

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