Beiträge zum Stichwort: Arcade Fire

[Album+Video] The Antlers - Burst Apart

the-antlersMelancholie und Todessehnsucht in Popmusik sind eine Sache – handfeste, magenumklammernde Trauer eine andere, und weitaus anfälliger für spektakuläres Scheitern. Sie braucht eine Geschichte, um nicht deppert zu wirken: wie Arcade Fire auf »Funeral«, Bon Iver auf »For Emma, Forever Ago« oder eben The Antlers auf dem Durchbruchsalbum »Hospice«. Darauf lässt sich allerdings keine Karriere aufbauen – Arcade Fire kehrten als wutredende Pamphletisten zurück, und selbst Justin Vernon scheint sich ein bisschen frisch gemacht zu haben: »Burst Apart« ist klugerweise keine Fortsetzung von »Hospice«. Zur Rock-Dreifaltigkeit von Gitarre, Bass und Schlagzeug treten Synthesizer, Geräusch-Samples und stoische Maschinenrhythmen: schwebender, bedächtiger Indierock mit Beats, der ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis zu Electropop pflegt. Eher den Weg jener vermaledeiten Melancholie gehend, ist die Musik differenzierter, die emotionale Wucht gedrosselt. Vermutlich nicht der einzig gangbare Weg für die Band, aber auch nicht der schlechteste.

“Burst Apart” ist bereits bei Coop/Universal erschienen.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

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Arcade Fire - All The Umbrellas in London (The Magnetic Fields cover)

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Arcade Fire - All The Umbrellas in London (The Magnetic Fields cover) by ArcadeFireTube

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Final Fantasy - Heartland

finalfantasyOwen Palletts Songs sind mindestens soviel Arrangement wie Komposition. Man täte dem melodischen Gespür des Kanadiers Unrecht, spräche man den zwölf orchestralen Popstücken auf „Heartland“ rundweg ab, auch von Klavier und Gitarre begleitet funktionieren zu können. Aber irgendwie ist das auch nicht der Punkt: Der symphonische Prunk, der Final Fantasy auszeichnet, ist kein aufgesetzter Zierat, sondern tief in den Stücken angelegt. Viel mehr als in seinen Arrangements für die Kollegen von Arcade Fire schwelgt Pallett in Schönklang, innerhalb dieser gefälligen Anlage ist aber viel Platz fürs Mimikry verschiedenster Stile: Von Disney-Streichern zu avantgardistischen Klangschichtungen, von sakralen Orgelsounds zur Tin Pan Alley und Burt Bacharach. Ob man in den Anfangstakten von „Tryst with Mephistopheles“ nun Stereolab, Ostblock-Zeichentricksoundtrack oder Sechzigerjahre-Star-Trek raushört, liegt wohl am Referenzrahmen, den man darüberzulegen bereit ist – oder eben zur Verfügung hat. „Heartland“ ist komplexe, kleinteilige Musik – bietet aber so viele Einstiegspunkte, dass man von „schwierig“ nicht zu sprechen braucht.

“Heartland” erscheint am 22. Januar bei Domino/Rough Trade.

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Zeitgeist

bestof.jpg“Vergesst Musikredakteure und die Marketing-Etats der großen Labels. Diese Bestenlisten stammen von den leidenschaftlichsten Fans unserer Zeit - von den Musik-Bloggern”, heißt es (so ungefähr) bei Music Blog Meta Directory “The Hype Machine”.

Trotzdem kriegt Radiohead das Nr. 1-Album zuerkannt.

Die kunterbunten Listen laden mit Hörproben, Kauflinks - und vor allem: Artikeln aus der weltumspannenden Blogosphäre - zum Stöbern:

  • Die “50 Best Songs” werden - monatsweise sortiert - die im zurückliegenden Jahr am häufigsten in Blogs diskutierten Songs als redaktionelle Auswahl gelistet.
  • Die “50 Best Albums” wurden hingegen in einer Blogger-Umfrage mit knapp 650 eingesandten Fragebögen ermittelt.
  • Die “50 Best Bands” errechnete “The Hype Machine” wiederum aus der Häufigkeit, mit der sie in einer (beeindruckend langen) Liste von Musik-Blogs Erwähnung fanden.

Und hier zieht Radiohead den Kürzeren. Der Blogger meiste Band ist Arcade Fire.

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