Efdemin - Chicago
30. Mai 2010
Das Berliner Nachtleben rund ums Berghain hat mittlerweile eine derartige Strahlkraft als Referenzsystem entwickelt, dass die Zahl derjenigen, die sich im Lichte des Überclubs sonnen, kaum noch zu erfassen ist. Jeder hat sich inspirieren lassen, feierte mit, kennt jemanden der irgendwas gemacht hat und so weiter. Phillip Sollmann aka Efdemin muss nicht die Backen aufpumpen, er ist dort Taktgeber, im Auge des Orkans. Die ewige Frage, ob das auf Tonträger reproduzierbar sein, beantwortet Efdemin mit einem schlauen Ja. Was „Chicago“ gut tut: Es ist ein selbstironisches Album geworden, das sowohl die knochentrockene Club-Stringenz unterbringt, als auch die Facetten Dial und Wien. Auf Dial veröffentlicht Sollmann, in Wien hat er Computermusik studiert. Und tiefer, dunkler und ausgefeilter als auf seinen bisherigen Releases baut er Falltüren ein, legt Schlingen aus und spannt Schnüre, über die man erst beim dritten Durchlauf stolpert. Ein Entdeckeralbum. Ganz schön clever, das.
“Chicago” ist bereits bei Dial/Rough Trade erschienen.
Alben, Musik
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