[Album] Blink 182 - Neighborhoods
29. November 2011
Eins ihrer frühesten Alben hieß »Enema Of The State«. Sie waren zur Jahrtausendwende so was wie die Anti-Green-Day, da sie deren fortschreitende Gesetztheit nicht mitgingen und verrotzten New-School-Punk immer noch auf Kurs hielten. Keep it asozial. Doch mit dem zunehmenden Erfolg begann natürlich auch bei ihnen der Drift. Schlagzeuger Travis wurde zum Celebrity-Trottel mit Reality-TV-Sendung, die anderen beiden verstrickten sich in diverse Nebenprojekte, und Blink 182 verschwand zuletzt völlig vom Radar. 2011 hat man sich also wieder. Aber nicht mehr als kleine smarte Punk-Pop-Band von nebenan, sondern als amtlich verkrachte Rock-Stullis, die das Album »Neighborhoods« nicht mal mehr gemeinsam im Studio aufnahmen. Verkracht, als wäre man Deep Purple. Der Musik allerdings hat das weniger geschadet, als man vermuten würde. Die verspielten Miniaturen von ganz früher sind zwar komplett off, aber das Zweitbeste, was die Band je draufhatte – also die krachigen Heuler der mittleren Phase, also zu Zeiten von »Stay Together For The Kids«. Das kann sie hier wieder richtig glaubhaft hochladen. Erstaunlich, dass »Neighborhoods« ein Album geworden ist, das nostalgischen Spaß bereiten kann, ohne dass man sich vor sich selbst oder für die Band schämen müsste.
“Neighborhoods” ist bereits bei Interscope/Universal erschienen.
Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.
Alben, Musik
Keine Kommentare



















