Beiträge zum Stichwort: Blink 182

[Album] Blink 182 - Neighborhoods

23065560Eins ihrer frühesten Alben hieß »Enema Of The State«. Sie waren zur Jahrtausendwende so was wie die Anti-Green-Day, da sie deren fortschreitende Gesetztheit nicht mitgingen und verrotzten New-School-Punk immer noch auf Kurs hielten. Keep it asozial. Doch mit dem zunehmenden Erfolg begann natürlich auch bei ihnen der Drift. Schlagzeuger Travis wurde zum Celebrity-Trottel mit Reality-TV-Sendung, die anderen beiden verstrickten sich in diverse Nebenprojekte, und Blink 182 verschwand zuletzt völlig vom Radar. 2011 hat man sich also wieder. Aber nicht mehr als kleine smarte Punk-Pop-Band von nebenan, sondern als amtlich verkrachte Rock-Stullis, die das Album »Neighborhoods« nicht mal mehr gemeinsam im Studio aufnahmen. Verkracht, als wäre man Deep Purple. Der Musik allerdings hat das weniger geschadet, als man vermuten würde. Die verspielten Miniaturen von ganz früher sind zwar komplett off, aber das Zweitbeste, was die Band je draufhatte – also die krachigen Heuler der mittleren Phase, also zu Zeiten von »Stay Together For The Kids«. Das kann sie hier wieder richtig glaubhaft hochladen. Erstaunlich, dass »Neighborhoods« ein Album geworden ist, das nostalgischen Spaß bereiten kann, ohne dass man sich vor sich selbst oder für die Band schämen müsste.

“Neighborhoods” ist bereits bei Interscope/Universal erschienen.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

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Killerpilze - Lautonom

51g6elkyhjl_sl500_aa240_„Totgesagt“ seien sie gewesen, doch jetzt streben sie „wie Pinky nach der Weltherrschaft“ und freuen sich darauf, endlich wieder „Mädchengeschrei“ zu hören. Mit dem Eröffnungstrack „Drei“ fassen die Killerpilze ihr Universum in dürren Worten bereits erschöpfend zusammen. Warum auch nicht? Wer wie eine gymnasiale Ärzte-Coverband (natürlich nur die harten Songs) klingt, darf auch juvenile Lebensansichten ins Mikro schreien. Was hat man mit 20 nicht selber für unreflektierten Quatsch von sich gegeben und rumpeln sich die Toten Hosen mit Mitte 45 nicht immer noch durch die Themen, die einem so kurz nach dem Abitur auf der Seele brennen? Eben. Die Nachmittags-Slots beim Campus-Open-Air müssen ja schließlich auch gefüllt werden. Und da passt der Power-Pop à la Blink 182 mit Weltverbesserungshymnen, Träumen von Tagen zu zweit am Meer (Cocktail trinkend natürlich) und „nachdenklichen Balladen“ doch ausnehmend gut. Damit wir uns richtig verstehen: Für jeden mit Interesse an musikalischen oder textlichen Brüchen jenseits von eindimensionalem Post-Post-Post-Punk-Gerümpel ist das natürlich die Hölle.

“Lautonom” erscheint am 19. März bei Killerpilze Records/Südpol Records/Alive.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

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