Bibio - Mind Bokeh
15. März 2011
Den uneingeschränkten Warp-Soundtrack des Sommers 2009 produzierte Bibio mit seinem irrsinnig leuchtenden Album „Ambivalence Avenue“. Für „Mind Bokeh“ macht er das Licht aus und hängt die Tücher vor die Fenster. Die Tracks sind sperriger, miniaturenhafter, dennoch nicht weniger lebendig. Die ausufernden Soundflächen à la Clark und Boards Of Canada mischt er feixend mit Retro-Vocoder-Sounds und Schmankerln der Musikgeschichte, die man überall vermutet, aber nicht auf einem Checkeralbum des britischen Vintage-Akrobaten Bibio. Aushängeschild und Prototyp des Albums ist die erste Single „Excuses“, ein deprimierender Track, bis irgendwann die Lunte Feuer fängt und die Beats das ganze Haus in die Luft jagen. Das erzeugt schöne Bilder und wäre Stephen Wilkinson aka Bibio Fotograf, seine Motive wären in sich zusammenfallende Hochhäuser in der gleißenden Abenddämmerung. Knatterndes Spektakel, souliges Spektakel. File under „intelligente elektronische Musik ohne Tanzgarantie aber mit Wärme und Augenzwinkern“.
“Mind Bokeh” erscheint am 4. April bei Warp.
Alben, Musik
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