Beiträge zum Stichwort: Cocteau Twins

Violens - Amoral

violensDie Zukunft kommt von ganz alleine, die Violens schmeißen lieber alles zusammen, was ihnen in der Vergangenheit gut und teuer war. Und auch wenn angeblich so schockierende Elemente wie Trash Metal und Miami Freestyle Einfluss auf ihr Debütalbum genommen haben, hören kann man davon ungefähr nix. Dafür umso mehr clevere Harmonien mit einem feinen Händchen für die nicht angestaubt wirkende Wiederkehr von checkerhaftem 80er-Jahre-Gesang und Synthies aus der Cocteau-Twins-Schule. Die dreiköpfige New Yorker Band um Jorge Elbrecht klaut dabei so ungeniert genial, dass sich das Malen-nach-Zahlen von Künstlerinnen wie La Roux schon wieder als ungelenk darstellt. Um ihre Inspirationsquellen machen sie dabei kein Geheimnis. Seit ihrer Debüt-EP vor drei Jahren haben sie zahlreiche Mixtapes mit Einflüssen, Referenzen und Lieblingshits veröffentlicht, deren Quintessenz sich jetzt auf „Amoral“ wieder findet. Spätgeborenen ersparen sie mit diesen zwölf Tracks das Nachhören von circa 300 Alben mit Erscheinungsjahr 1980-1985, Rollatoren-Hipster legen selig lächelnd den Bausparvertrag zur Seite und dürfen sich dem bräsigen aber schönen Gefühl ergeben, dass früher doch irgendwie aber bestimmt alles besser war.

“Amoral” ist bereits bei Static Recital/Rough Trade erschienen.

Violens - Full Collision by Dj Golden Rain

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Maxence Cyrin - Novö Piano

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Punk- und New-Wave-Klassiker in andere (Cover-)Sphären zu hieven. Da war doch was. Richtig, Nouvelle Vague heißen die Franzosen, die dieses Spiel bereits bis zur Erschöpfung betrieben haben. Auf dem Label von Nouvelle-Vague-Mastermind Marc Collin erscheint jetzt das Zweitwerk von Maxence Cyrin, der einen ähnlichen Ansatz vertritt. Bei ihm sind es jedoch keine weich gespülten Bossanova-Versionen, sondern Piano-Interpretationen. Einfühlsam entbeint er zudem nicht nur Indie-Klassiker (Wunderschön: Seine Version der Pixies-Hymne „Where Is My Mind“), sondern auch aktuelle Dance-Hits von MGMT und Justice. Und siehe da: es funktioniert. Die Fans der Originale von Nirvana bis zu den Cocteau Twins dürfen wohlwollend in Erinnerungen schwelgen und Freunde wohl temperierten Pianospiels sich am respektvollen Umgang Cyrins an den Originalen erfreuen. Wem das gefällt, dem sei auch das noch etwas mutigere Debüt von Cyrin ans Herz gelegt. Auf „Modern Rhapsodies“ widmete er sich unter anderem Stücken von Aphex Twin und Massive Attack. Peinlich sein muss einem keine der beiden Platten. Denn Cyrin zeigt trotz seines Könnens Demut vor den Songs. Und schält ihre ungebrochene Intensität heraus.

“Novö Piano” erscheint heute bei Kwaidan Records/Rough Trade.

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