Violens - Amoral
16. Februar 2011
Die Zukunft kommt von ganz alleine, die Violens schmeißen lieber alles zusammen, was ihnen in der Vergangenheit gut und teuer war. Und auch wenn angeblich so schockierende Elemente wie Trash Metal und Miami Freestyle Einfluss auf ihr Debütalbum genommen haben, hören kann man davon ungefähr nix. Dafür umso mehr clevere Harmonien mit einem feinen Händchen für die nicht angestaubt wirkende Wiederkehr von checkerhaftem 80er-Jahre-Gesang und Synthies aus der Cocteau-Twins-Schule. Die dreiköpfige New Yorker Band um Jorge Elbrecht klaut dabei so ungeniert genial, dass sich das Malen-nach-Zahlen von Künstlerinnen wie La Roux schon wieder als ungelenk darstellt. Um ihre Inspirationsquellen machen sie dabei kein Geheimnis. Seit ihrer Debüt-EP vor drei Jahren haben sie zahlreiche Mixtapes mit Einflüssen, Referenzen und Lieblingshits veröffentlicht, deren Quintessenz sich jetzt auf „Amoral“ wieder findet. Spätgeborenen ersparen sie mit diesen zwölf Tracks das Nachhören von circa 300 Alben mit Erscheinungsjahr 1980-1985, Rollatoren-Hipster legen selig lächelnd den Bausparvertrag zur Seite und dürfen sich dem bräsigen aber schönen Gefühl ergeben, dass früher doch irgendwie aber bestimmt alles besser war.
“Amoral” ist bereits bei Static Recital/Rough Trade erschienen.
Alben, Musik, Tracks
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