Beiträge zum Stichwort: Country

[Album] Craig Finn – Clear Heart Full Eyes

craig-finnCraig Finns beiläufige Erzählstimme ist ein Markenzeichen seiner Band The Hold Steady, aber nicht das einzige. „Clear Heart Full Eyes”, sein erstes Soloalbum, lässt darum erst einmal das andere vermissen: jene hymnischen, lauten Riffs, die angelehnt an Springsteen und die Replacements zurückhaltendem Indie-Dünkel Adieu winken. Ein leise klampfendes Akustikalbum hat er dennoch nicht aufgenommen. Produzent Mike McCarthy stellte Finn eine Studioband zusammen, die ihm ein sanft blues- und countryrockiges Gerüst für seine Alltagsgeschichten errichtet. Siehe da: Finn ist ein solider Songwriter (bei The Hold Steady ist Gitarrist Tad Kubler fürs Komponieren zuständig), dessen Textzeilen allerdings einprägsamer sind als seine Melodien. Kann man nun auch nicht von jedem sagen.

“Clear Heart Full Eyes” ist bereits bei Full Time Hobby/Rough Trade erschienen.

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[Tour+Video] Emily Jane White – Cliff

Die End-Zwanzigerin aus San Francisco ist eine Ausnahmeerscheinung im an illustren Künstlern nicht armen US-Folk. Honigweich und düsterbitter ist ihre Stimme, sie singt über Klippen, die dazu da sind, von ihnen zu springen. Sie flüstert über Totenmessen und lässt dazu das Countryorchester quietschend und bedrückt aufspielen. „Ode To Sentience“ heißt ihr aktuelles Album, eine blühende Sommerblume in Moll. Emily Jane White färbt alles schwarz. Und zwar so schön, dass man ihren Songs beim Sterben mit offenem, blutenden Mund zuschauen möchte. „There Is A Crack In My Facade, You Ain’t Seen What I Saw…“

Emily Jane White kommt in Juni nach Deutschland auf Tour. Zu sehen ist sie:

3.6. Stuttgart-Laboratorium
4.6. München – Südstadt
5.6. Dortmund – Subrosa
8.6. Hamburg – Kampnagel
9.6. Halle – Objekt 5
10.6. Leipzig – Noch besser leben

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The Decemberists – The King Is Dead

the-decemberistsNachdem sich die Decemberists auf dem letzten Album „The Hazards Of Love” in eine höchst verschachtelte Geschichte verstiegen haben, führte der Weg wohl nur zu einer neuen Einfachheit zurück. „The King Is Dead” hat zwar eine Hymne an den Januar und eine an den Juni, aber das war es auch schon mit Konzeptalbum bei dieser Runde. Die Band aus Portland, die sich immer mehr um britischen Folk zu scheren schien, umarmt auf „The King Is Dead” allerdings deutlich mehr Country- und Americana-Einflüsse. Das lässt Album Nummer Sechs etwas weniger verzärtelt wirken, was Colin Meloys Songs ganz gut zu Gesicht steht. Mit von der Partie ist auf einigen Songs R.E.M.-Gitarrist Peter Buck, dessen Band man auf „Down By The Water” womöglich eine Spur zu deutlich heraushört. Aber gut: Wer sich prominente Hausgäste einlädt, darf sich nicht wundern, wenn sie das Tischgespräch an sich reißen.

“The King Is Dead” ist bereits bei Rough Trade/Beggars/Indigo erschienen.

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She & Him – Volume 2

she-and-him„Volume 2″ führt einen erneut zurück in die Zeit, in der es noch nützte bei Betriebsstörungen mal aufs Gerät zu hauen und am Rädchen zu fummeln. Der warme Röhrenradiosound von Zooey Deschanel und M. Ward ist auch beim zweiten Auftritt als She & Him willkommen und dank des gereiften Zusammenspiel vermutlich mehr denn je. Sie singt mit kehliger Mädchenstimme emanzipatorische Liebeslieder, während Wards Gitarre im Hintergrund twangt und wimmert. Die Kollaboration des Songwriters mit der in Indiekreisen ohnedies bereits kultisch verehrten Schauspielerin hätte man nach einer Platte als von der To-Do-Liste abgehakt betrachten können: Das hätten wa… – Wäre nicht das Debüt bereits verteufelt gut gewesen und hätte mit „Why Do You Let Me Stay Here?” sogar einen modernen Evergreen abgeworfen. „Volume 2″ ist als Ganzes runder und leidet nicht so sehr unter dem einen Stand-Out-Track. Opener „Thieves” ist ein berührender Klagegesang, die erste Single „In The Sun” von hopsendem Klavier begleiteter Mutmachpop, „Lingering Still” die Keiner-versteht-mich-Countrynummer, die Deschanels Charakter in „(500) Days Of Summer” gut zu Gesicht gestanden hätte. In „Home” singt sie „I could be sweet” und ihr eigener Backgroundgesang fällt ihr mit „I could be sweeter” ins Wort. Die Message ist klar: Hier hat keine süßer zu sein als sie. Ist ja gut, hat ja auch keiner behauptet.

“Volume 2″ erscheint heute bei Domino/Rough Trade.

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Hope Sandoval & The Warm Inventions – Through The Devil Softly

hope-sandovalMazzy Star schienen sich in den Neunzigern mit Bands wie Codeine oder Low einen Wettkampf zu liefern, wer langsamer spielen konnte, ohne dabei stehenzubleiben. Von dem hypnotischen Slowcore mit Shoegazereinflüssen hat Hope Sandoval sich befreit – aber nicht von der Zaghaftigkeit, mit der sich ihre Songs bewegen. Das zweite Album mit den Warm Inventions (hinter denen sich prominenterweise Colm O’Ciosoig von My Bloody Valentine verbirgt) ist erneut eine minimalistische Melange aus Folk, Americana und einer Art Country Noir, wie man ihn sich erst nach Sonnenuntergang zu spielen traut – wenn der Teufel schon schlafen gegangen ist. Eine Platte, die von jedem Nebengeräusch in Grund und Boden gebrüllt wird, und nicht um Aufmerksamkeit buhlt; eine kleine, feine Nachtmusik.

“Through The Devil Softly” ist bereits bei Nettwerk erschienen.

Hier der Song “Blanchard” aus dem neuen Album:

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