Beiträge zum Stichwort: Crash: Conspiracy

Blackmail – Anima Now

blackmailBlackmail haben aus der überraschenden wie hässlichen Trennung von ihrem sexy Frontschwein Aydo Abay eigentlich nur einen Trumpf rausgezogen: Der Name gehört immer noch Ebelshäuser und Gefolge. Während Aydo schon mit seinem Side-Projekt Ken sowie dem ganz neuen Ding crash:conspiracy nicht zu knapp vorlegte, wartet man nun auf das nächste Level des Motherboards. Blackmail sind zurück. Nicht leicht, gehörten jenem Aydo doch nicht nur die ersten VÖs nach dem Split, sondern seit Ewigkeiten auch schon die Sympathien. Da muss hart gegengesteuert werden. Blackmail 2.0 tun das – nicht überraschend –, indem sich alter Stärken, also der Placebo’esken Hit-Ära um „Bliss Please!“, besonnen wird. Musikalisch macht der zuvor superspröde, fast hermetisch gewordene Kauzrocktempel wieder auf. Das Popsongformat und die Refrains sind zurück. Vielleicht aus Angst vor weiterem Bedeutungsverlust. Jetzt wird eben noch mal nachgetreten mit punkpoppig verzuckerter Stiefelspitze. Ob es das wirklich bringt, ob das neue Line-up (Sänger macht seine Sache gut) tatsächlich nachhaltig sein wird, all das lässt sich noch nicht überblicken. Sichtbar indes: seit Langem mal wieder ein Blackmail-Album, das vom Publikum ganz einfach geliebt werden möchte – und das deshalb eben liebenswert klingt.

“Anima Now” ist bereits bei 45Rec/Soulfood erschienen.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

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Crash: Conspiracy – < >

crash-conspiracyMultimedia klingt heuer muffig nach Funkausstellung und CD-ROM-Beilage. Die SWR-Produktion “Alpha 0.7″ (ab 14. November) zeigt sich davon unbeeindruckt und zeichnet plattformübergreifend ein dystopisches Bild Stuttgarts im Jahr 2017, in dem der Staat alles über dich weiß und bei EU-Gipfeln mal eben das Internet ausgemacht wird – quasi die Spätzle-Version von Nine Inch Nails’ “Year Zero”. Zur Fernsehserie gibt es Blogs, Hörspiele – und sogar eine Band, die in der Zukunft als gemäßigte Dissidenten auftritt. Am besten funktioniert crash:conspiracy wenn sich Ex-Blackmail-Sänger Aydo Abay nicht allzu weit von seinen Wurzeln entfernt: “monotype” ist schön treibender Indiepop mit E-Klavier, während sich “sleeplab” zwischen sediertem Alec Empire und 16-Bit-Jump’n'Run-Chiptunes parkt. Dazu noch mehr Synthiegeschwurbel, das 2017 entweder ironisch gemeint oder wieder in ist, und Parolen. Das hört sich ziemlich genauso an, wie es sich wohl anhören muss, wenn ein deutsches Drittes Programm einen Science-Fiction-Soundtrack in Auftrag gibt. Wir sind schließlich nicht in England.

“< >” erscheint am 12. November bei IME/Rough Trade.

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