Besprochen – Das Hörmagazin
22. Januar 2008
Hass auf Sprache soll wohl auch noch Pop sein?
Eine gute Geschäftsidee muss simpel sein, okay, aber man muss natürlich die Nuancen zwischen simpel und bekloppt beachten. Derlei Ambitionen trügten anscheinend aber nicht die aktuelle Taufe von „Besprochen – Das Hörmagazin, vorgehört statt nachgelesen“. Für 4,50 EUR kauft man am Kiosk eine Art Podcast auf CD. Eine Frauenstimme liest Besprechungen vor zu neuen Alben (wie Duran Duran, Sarah Bettens, Puppini Sisters, Alicia Keys oder Raz Ohara), bisschen was vom Originalmaterial wird angespielt, man hört ein halbes Kapitel aus dem Klitschko-Hörbuch und Denyo von den Beginnern hostet eine Kolumne namens „Alte Schule, neue Schule“. Das allein klingt auf dem Papier ja alles schon mal rechtschaffen dröge – und auf CD wird diese Erwartung dann sogar übererfüllt. Alle Texte, die vorgelesen werden, wurden in Schriftsprache verfasst und eignen sich denkbar schlecht für ein Audio-Medium. Die Künstlerauswahl ist zwar okay langweilig, aber in der Gesamtheit zu uncool für Musiknerds und zu speziell bzw. unglamourös für den Halbinteressierten. Denyos Kolumne ist vom Gestus wie ein cooler Witz, nur leider ohne Humor und ohne Pointe, tja, Mittelmäßigsein allein reicht eben nicht, wer hätte es gedacht? Ach, und wer an dieser Ablehnung hier Zweifel hegt, der soll mal auf das Cover schauen, das gibt doch auch zu denken.
P.S.: Falls es das Magazin Ende des Jahres noch gibt, werde ich mich persönlich bei den Blattmachern natürlich für meine Untergangsprognose entschuldigen. Aber ob es dazu wirklich kommt…
Musik
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