[Album] David Lynch – Crazy Clown Time
24. November 2011
David Lynch legt hier zwar sein Solodebüt als Musiker vor, musikalische Fallen stellt er mit Komponist Angelo Badalamenti jedoch schon seit Jahren, gar Jahrzehnten. Zur Erinnerung: Bei manchen Sequenzen aus „Twin Peaks“ rollen sich heute noch zurecht die Fußnägel hoch. Weil das Erwartbare plötzlich aus dem Sinnzusammenhang fällt, die Erwartung schaudern lässt. Schaudern lässt bei „Crazy Clown Time“ leider alles, was nach dem schlüpfrigen Opener „Pinky’s Dream“ (gemeinsam mit Karen O von den Yeah Yeah Yeahs) vor sich hin wummert. Dass Lynch nicht singen kann – geschenkt. Allerdings ermüdet das monotone Gewisper, das mal tiefer mal höher geraunte Geraune binnen Minuten. Blick zur Armbanduhr. Ach, so wenig Zeit ist erst rum? Na dann eben noch eine blöde Rockgitarre, die Gutmeinende unter dem Attribut „klassisch“ ablegen, Leute mit noch zwei bis drei Zielen im Leben hingegen als „gestrig bis zum Umfallen“. Aber die Texte, die Texte! Nun gut, dann soll er eben Hörbücher einlesen, Malen und Fotografieren tut er in den Drehpausen doch auch. Aber nein, es muss ja gedudelt werden. Zu Geschichten über Außenseiter, düstere Gestalten, zwielichtige Fantasien. Furchtbar langweiliges Zeugs, das ohne den Namen Lynch auf dem Flohmarkt nicht einmal im Tausch gegen einen abgeknabberten Apfel wegginge. Verstören alleine ist noch keine Leistung, verstörend schlecht sind auch massig Leute ohne gute Frisur. Die hat Lynch definitiv, das muss man ihm lassen.
“Crazy Clown Time” ist bereits bei Pias/Rough Trade erschienen.
Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.
Alben, Musik
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