Beiträge zum Stichwort: Delphic

Ewan Pearson - We Are Proud Of Our Choices

ewan-pearsonNeben den üblichen DJ- und Remixerjobs war Ewan Pearson zuletzt wieder vermehrt als Produzent aktiv. Er betreute das Debüt der jungen Band Delphic und das neue Album von Everything-But-The-Girl-Sängerin Tracey Thorn. Für Kompakt hat der in Berlin lebende Brite nun einen DJ-Mix zusammengestellt, der sich von seinem eher discoiden 2007er-Fabric-Beitrag deutlich unterscheidet. Die schwebenden Flächen lassen das Ganze ziemlich verträumt daherkommen, aber nicht weniger euphorisch. Zwischendurch hört man tatsächlich die Vögel, und damit meine ich nicht das Projekt von Mense Reents, sondern wirklich einen echten Piepmatz. Auch im Techno geht es zurzeit sehr natürlich her. Pearson hält die luftige Stimmung über eine Stunde lang aufrecht, die Tracks sind so unglaublich genau aufeinander abgestimmt, dass man fast geneigt ist, ihm das Ganze als Künstleralbum abzukaufen. Erst am Ende gibt es einen kleinen Bruch. Gleich zwei waschechte Popsongs lassen den Mix ausklingen, ein Pearson-Edit der schwedischen Band Little Dragon und als letztes Stück »Blue Steel« von Bot’Ox, eine Art Slow-Motion-Discopop mit geradezu himmlischem Nico-Gesang.

“We Are Proud Of Our Choices” ist bereits bei Kompakt/Rough Trade erschienen.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

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Delphic - Acolyte

23058279Das Enthusiasmus-Versprechen der Enthusiasmus-Maschine Pop sah sich zuletzt immer weniger eingelöst. Klar gab und gibt es noch aufgeregte Momente in Pop, allerdings muss man sie immer mehr selbst mitproduzieren. Die Begeisterung für die bloße Musik wich also mehr der Beteiligung an einem (Hype-) Event, dem Following der Lieblingskünstler auf Plattformen wie Twitter oder Facebook, dem Finden und Runterladen einzelner Stücke etc. Mit “Acolyte”, dem Debüt der Delphics ist dieses neo-individualisierte Prinzip des modernen Fan-Arbeiters sicher nicht aufgehoben, dennoch lohnt sich hier die Pause von der ganzen anstrengenden Folgerei so richtig. Denn die Chance ist zu verlockend: einfach ein tolles Album nur mal durchhören als solches - das reicht nämlich schon zum Glück.

Von vorne bis hinten wird man bedient. Jeder Song präsentiert sich kurz, eröffnet einen Refrain, nur um sich dann aber immer noch weiter kokett bis selbstvergessen zu einem strahlenden Etwas hochzujubeln. Mehr Euphorie oder eben Enthusiasmus hat man schon lange nicht mehr auf einer einzigen Platte abgegriffen. “Acolyte” muss man ohne Wenn und Aber (möge Satan auf die Gebeine von Wolfgang Frömbergs Vorfahren pissen) in die Reihung der wirklich außergewöhnlich aufregenden Debüts nehmen, bei der der letzte Eintrag mit Phoenix’ “United” fast zehn Jahre zurückliegt. Eine Platte wie der wunderbare Moment des kopfüber Eintauchens in einen Pool, nur mit dem Luxus, dass dieser Moment CD-Länge besitzt.

“Acolyte” ist bereits bei Cooperative Music/Universal erschienen.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

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