Beiträge zum Stichwort: Dial

Isolée - Well Spent Youth

23062832Pampa will 2011 richtig durchstarten. Labelmacher DJ Koze hat gleich vier Alben angekündigt, die da stammen sollen von Robag Wruhme, Die Vögel sowie dem Säger von St. Georg himself. Den Anfang macht jedoch Rajko Müller, der sich im letzten Jahr nach kleiner Pause durch Maxis auf Mule und Dial zurückgemeldet hatte. “Well Spent Youth” ist mal wieder ein verschachteltes Universum für sich. Samples und Geräusche tauchen ebenso unvermittelt auf, wie sie wieder verschwinden, dennoch hat jeder Track irgendetwas, das man Hookline nennen könnte, folgt einer ausgefeilten Dramaturgie, auch wenn nicht alles gleich auf den Dancefloor zu schielen scheint. Doch man würde nie auf die Idee kommen, Isolées Musik mit Begriffen wie IDM in Verbindung bringen zu wollen, dafür überwiegt im Groove zu sehr die Verkopftheit. Es handelt sich um Housemusik, die mit sparsamen Mitteln arbeitet, alles ist wohldosiert, nichts dick aufgetragen. Isolée widersetzt sich damit dem Retro-Zeitgeist und legt ein Album vor, das ohne große Effekthascherei auskommt, aber einen herrlich crispen Hit wie “Taktell” im Angebot hat, der demnächst nicht nur von DJ Koze rauf- und runtergespielt wird.

“Well Spent Youth” ist bereits bei Pampa/Rough Trade erschienen.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

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Efdemin - Chicago

efdeminDas Berliner Nachtleben rund ums Berghain hat mittlerweile eine derartige Strahlkraft als Referenzsystem entwickelt, dass die Zahl derjenigen, die sich im Lichte des Überclubs sonnen, kaum noch zu erfassen ist. Jeder hat sich inspirieren lassen, feierte mit, kennt jemanden der irgendwas gemacht hat und so weiter. Phillip Sollmann aka Efdemin muss nicht die Backen aufpumpen, er ist dort Taktgeber, im Auge des Orkans. Die ewige Frage, ob das auf Tonträger reproduzierbar sein, beantwortet Efdemin mit einem schlauen Ja. Was „Chicago“ gut tut: Es ist ein selbstironisches Album geworden, das sowohl die knochentrockene Club-Stringenz unterbringt, als auch die Facetten Dial und Wien. Auf Dial veröffentlicht Sollmann, in Wien hat er Computermusik studiert. Und tiefer, dunkler und ausgefeilter als auf seinen bisherigen Releases baut er Falltüren ein, legt Schlingen aus und spannt Schnüre, über die man erst beim dritten Durchlauf stolpert. Ein Entdeckeralbum. Ganz schön clever, das.

“Chicago” ist bereits bei Dial/Rough Trade erschienen.

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