Beiträge zum Stichwort: Die Sterne

[Album] Die Sterne - Für Anfänger

23066563Herzallerliebste Sterne: Ja, was denkt ihr eigentlich, wie wir Fanboys und -girls ticken? Oder mal anders gefragt: Wie würdet ihr es denn finden, wenn Martin Scorsese »Taxi Driver« mit den heutigen technischen Möglichkeiten noch mal einspielte? Oder überlegt mal, wie »gut« es bei den »Star Wars«-Geeks immer ankommt, wenn in die Original-Trilogie nachträglich noch digitale Figuren und Sounds eingesetzt werden … »The People Against George Lucas« – von diesem Film noch nie gehört? Fakt ist: Neueinspielungen sind in den allermeisten Fällen nichts als Blasphemie. Dennoch – das muss man zugestehen – können wir eure unrepräsentative Mini-LP-Fibel durchs Frühwerk (plus eine Coverversion und ein ganz neues Stück) natürlich nie und nimmer hassen. Klar, die Differenz zur eigenen Klassik fällt auf. So ist die Schweineorgel schweinischer geworden, Frank Spilkers Gesang klingt (wirklich wahr!) jugendlicher, und paar Phrasierungen haben sich über die Zeit geändert. Aber all das bringt uns nicht gegen diese spielfreudige Fan-Purismus-Demontage auf, sondern nimmt uns letztlich doch wieder ein für versionsübergreifend tolle Stücke wie »Inseln«, »Ruiniert«, »Big In Berlin«. Love it – jetzt ist es raus. Aber trotzdem der Hinweis an andere Classic-Darlings: Bitte nicht nachmachen!

“Für Anfänger” ist bereits bei Materie/Rough Trade erschienen.

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Die Sterne - Life In Quiz

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Die Sterne - 24/7

31vgvvqfpl_sl500_aa240_Jochen Distelmeyer demonstrierte einst in einem Interview, dass man über den Hit „Verstärker” seiner Band Blumfeld genauso gut „S’Express” singen könnte – einen Housekracher des gleichnamigen britischen Dance-Acts. Es ist nicht alles bloß Diskurs, manchmal war auch Disko in der Hamburger Schule. Diejenigen, die Groove und Tanzbarkeit aber immer als elementaren Teil ihrer Bandidentität gesehen haben, sind allerdings Die Sterne. Die EP „Der Riss” aus dem vergangenen Jahr deutete bereits die Richtung an, in die „24/7″ gehen würde: Auf dem Elektroniklabel Gomma erschienen, pumpten Houseklaviere im Rhythmus und fehlten Gitarren unentschuldigt. Auf „Himmel” und „Wie ein Schwein” vom neuen Album grüßt noch einmal der Indierock, vielleicht aber auch nur zum Abschied. Die Sterne haben ein elektronisches Album gemacht. „Wohin zur Hölle mit den Depressionen? Ich geh in die Disco, ich will da wohnen”, singt Frank Spilker im ersten Song. Aha, ein Konzeptalbum. „Niemand sieht traurig gut aus”, hieß es zuletzt in der US-Serie „In Treatment”. Außer Die Sterne. Die haben mal wieder eine
Platte voller Hits gemacht.

“24/7″ erscheint heute bei Materie/Rough Trade.

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Die Sterne - Deine Pläne

Das Video zur neuen Single aus der EP “Der Riss”, bei uns exakt hier besprochen.

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Die Sterne - Der Riss E.P.

coverfrontJetzt also Neo Disco. Warum nicht? Schließlich hatten Die Sterne im Gegensatz zu den vielen Schrammlern, die unflätigerweise mit ihnen in einem Atemzug genannt wurden, schon immer den Groove im Leib. Ein bisschen Angst darf man natürlich trotzdem haben, wenn sich Frank Spilker mit Mathias Modica aka Munk trifft, um Musik zu machen. Der hat als Gomma-Labelgründer zwar Namen wie Who Made Who, Telonius und Headman im Portfolio, aber was Herr Spilker selber als Aufeinanderprallen „norddeutsch protestantischer Indie-Ikone auf in Marseille lebenden Münchner Indie-Disco-DJ“ beschreibt, kann ja auch tüchtig schief gehen. Tut’s aber nicht. Den Tracks kommt kein Millimeter textlicher Konsistenz abhanden und wohnt dennoch ein veritabler Diskotheken-Ansatz inne. Gute Diskothek mit fairen Preisen, versteht sich. Der Riss“ wird zudem als instrumentale Dub-Version auch außerhalb der Landesgrenzen erscheinen. Alles dufte also? Nicht ganz: Richard von der Schulenburg wollte diesen Schritt nicht mitgehen und hat die Band verlassen.

“Der Riss” erscheint am 9. Oktober bei Gomma.

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Frank Spilker: Gruppentherapie gegen die Gruppe

frankspilkergruppe.jpgFrank Spilker, die treue Seele, die den Hörern seit Dekaden nicht nur mit Agit-Pop sondern immer auch mit Verständnis versorgt, hat seine Band zurückgelassen. Zumindest im Jetzt und Hier. Erlösung, Aufbruch, Verrat?

Wer Die Sterne immer bloß für die Backing-Band von Frank Spilker hielt, sieht sich gerade eines Besseren belehrt. Denn immerhin empfand es jener als nötig, Solo-Stücke allein (bzw. mit einer Begleitband um Max Knoth und Tex Strzoda) umzusetzen. “In der öffentlichen Wahrnehmung geht es ja immer sehr um meine Texte, daher wissen die wenigsten, dass die Sterne eine durch und durch demokratische Band sind. Das Konzept Demokratie hat dabei so seine Vor- und Nachteile. Wenn man sich gegenseitig ernst nimmt, als ins erkgeschehen eingebundene Personen, heißt das, sich über ein Konzept einig werden zu müssen. Denn wenn man jemanden benutzt wie einen Handwerker oder ein Werkzeug, ist das nicht mehr wirklich eine Bandkomposition. Die FS.G Songs sind dagegen alle auf meinem Reißbrett entstanden, durchaus schon mal mit Schlagzeug und Bass und einem Arrangement. Es ist nicht nötig bestimmte Rollen und Aufgaben einzuhalten, dadurch ergibt sich ein größerer Spielraum”, erzählt Frank.

So sieht’s aus. Und wie klingt’s? Man kann’s nicht anders sagen: Klasse! Denn neben all der Diplomatie hört man auch raus, dass Frank zuletzt nicht befreit raushauen konnte aus seinem so überwucherten Hauptwohnsitz. Und genau das holt er jetzt nach. Wo von Lowtzow den aristokratisch-utopischen Romantiker in sich entdeckte, wo Distelmeyer der post-politische Natur-Romantiker wurde, blieb im bis heute noch amtierenden 90er-Hamburg-Triumvirat Spilker immer der Realist. Mit allen Konsequenzen. Er verlegte die Gefechte mit dem Alltag nie ins Fiktionale, er blieb immer (beinah erschreckend) basisnah. Danke dafür. Und danke für die neuen Songs. Die klingen - und das ist nicht nur Einbildung - einfach freier, lockerer, geiler als alles, was zuletzt war.

Schon das erste Stück “Hinter der Bar” beweist, wie einzigartig Frank texten kann, kneipig dahingeworfen und doch so viel stärker als alle coole Erbauungsliteratur, die es ohnehin gar nicht gibt. “Es sieht gut aus”, auch ein Stück Prekariats-Dandytum, das dabei aber nie den Stachel einbüßt, sondern noch Oscar-Wilde-Assoziationen weiterdenken lässt. Das Nicht-Öffnen von Post vom Amt, das besungen wird, erinnert an den Dorian-Gray-Claim “Ich habe ihren Brief nicht gelesen - ich hatte Angst, er könne etwas enthalten, das mir nicht gefiele.” Eskapismus als Weg - rührend, hoffnungslos. Spilker hat dafür Verständnis, muss man eben auch was draus machen. Ist ja nichts anderes da. Aber was er daraus macht, ist, wie gesagt, ein echter Meilenstein seiner Karriere.

Frank Spilker Gruppe - “Mit All Den Leuten” erscheint am 21.03. über Staatsakt/Indigo.

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