Beiträge zum Stichwort: Dizzee Rascal

Calvin Harris – Ready For The Weekend

23056728Calvin Harris hat sich vom Schlafzimmer aus direkt in die britischen Charts hinein produziert. Seine Songs bastelt der junge Schotte am Heimcomputer, der Song “Acceptable In The 80s” schaffte es seinerzeit sogar bis in die Beletage der deutschen Fernsehlandschaft – als Jingle von “Germany’s Next Topmodel”. Erst kürzlich hatte er zwei Number-One-Hits in UK, und das fast zeitgleich. Zum einen als Sidekick von Dizzee Rascals “Dance Wiv Me”, schließlich auch mit der eigenen Single “Ready For The Weekend”. Als Produzent ist der Junge gefragt wie nie. Gerüchten zufolge gibt es demnächst wieder eine Kollaboration mit Kylie Minogue, auch Katy Perry soll angerufen haben. Calvins neues Album hingegen bleibt bis auf die catchy Single mit den Gaga-Lyrics (“oh, I put on my shoes / and I’m ready for the weekend”) ein wenig hinter dem Knaller-Debüt zurück. Sorgen muss man sich aber nicht um Calvin, denn wer einmal seinen Fuß in diese UK-Top-10-Tür gesetzt hat, der kommt da bekanntlich nur schwer wieder raus. Wer will das auch schon?

“Ready For The Weekend” ist bereits bei Ministry of Sound erschienen.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

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Unten mit Fuchs und Weiland

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Zu einer immens teuren Auftragsarbeit für die September-Ausgabe des honorigen Intro-Magazins traf sich das Munitionen-Dream Team Marco Fuchs (Foto links) und Michael Weiland (Foto rechts, Abbildung ähnlich) wohlgelaunt und bissfest. Die Anlage wummert, der zu besprechende CD-Stapel wackelt bedrohlich und es kann losgehen!

The Cave Singers / Welcome Joy / Matador / Beggars Group / Indigo
W: Der eine von denen war bei Pretty Girls Make Graves. Steht zwar nicht in der Info, aber weiß ich. „Pretty girls make graves“ ist übrigens ein Scheiß-Song von den Smiths.
F: Diese Hillbillie-Rockerei hier reißt mich auch nicht vom Hocker. Die Platte wird zudem konstant schlechter, Hut ab. Der Nächste, bitte.

Ramona Falls / Intuit / Soulterrain Transmissions
W: Toll, die neue Keane. Ach ne, der Menomena-Sänger aus Portland. Portland ist ja das neue Seattle.
F: Und 2009 ist das neue 1998. Überkandidelt wie Divine Comedy, die als Kinder in den Progrock-Kessel gefallen sind. Halt nur in schlecht.
W: Da hab ich Führerschein gemacht und keinen Alkohol getrunken. Noch’n Bier?
F: Bevor ich bei diesem ostentativen Gitarrenrauschen noch weitere Informationen lesen muss wie „Brent Knopf hat jetzt eine Katze und eine Schokoladen-Abhängigkeit“, gerne.

Nodzzz / ST / What’s Your Rupture? / Cargo Records
W: Anti-Folk ist auch nicht gerade 2009. Find ich aber gut. Dosentelefon statt Mikro.
F: Schön zuhause in San Francisco Jonathan Richmann auf dem Klo gesungen und Beat-Happing und Minutemen gehört.
W: Da hab ich auch so Hippie-Assoziationen mit, darauf bin ich nach meinem Batik-Unfall nicht gut zu sprechen. Im Info steht was von Pavement, ist wie immer falsch, aber immerhin sympathisch.
F: Für sympathische Lügner bin ich zu alt. Weiter. Jetzt kommt der, auf den du dich schon die ganze Zeit freust.
W: Das ist eine Band, Fuchs.

Ruben Cossani / Alles auf einmal / 105 Music
W: Michel Van Dyke von denen hat „Du trägst keine Liebe in dir“ für Echt geschrieben.
F: Gruselige Texte: „Wo sind all die Frauen hin… wo sind sie geblieben?“ Wie Roger Cicero ohne Hut und Jasmin Wagner geknebelt im Kofferraum.

Dial M For Murder / Fiction Of Her Dreams / Tapete Records
F: „Ein dunkles, kraftvolles Manifest eines ständigen Kampfes mit dem Alltag in einer nordeuropäischen Stadt anno 2009.“ Und das auf Tapete! Aber dieses Abklatschen von verzerrten Gitarren und stumpfen Beats gefällt mir. Mit diesem Interpol-Gedächtnisgesang bin ich einverstanden.
W: Mir haben zwei Interpol-Platten gereicht.
F: Es gab drei.
W: LALALA!

Cassius / Youth, Speed, Trouble, Cigarettes EP / Cassiusrecords
F: Von French-House zu Electro-House. Fettes Teil. Erster Release auf Cassius Records.
W: Knallt wie The Go! Team. Platte ist aber auch gut.

Dizzee Rascal vs. Armand van Helden / Bonkers / Universal Music
F: Die brutale Armand-Maschine hat den Track aber auch so was von tiefer gelegt, das schmerzt auf eine angenehme Art und Weise.
W: Ich würde dazu tanzen, aber in keinen Club gehen, in dem das läuft. Soll das da gerade Beatboxen sein? Oder hängt die Platte?
F: Ne, der Club-Mix präsentiert die Asthma-Samples von Herrn Rascal.

Nightmares On Wax / Coming Home / Edel
W: Auf Edel? Mein Gott. Das war mal Warp.
F: Ist ja auch nur ne Zusammenstellung dessen, was George Evelyn so in seinem Penthouse hört: Marvin Gaye, Erykah Badu und Jimmy Cliff. „Wohlfühl-Sounds“ werden einem versprochen und das wird auch prompt verbrochen.
W: Schön ist das Leben im Vintage-Porn. Hab ich nicht genug Sex für.

Porn Sword Tobacco / Everything Is Music To The Ear / City Centre Offices
W: Verlassene Spielplätze, saurer Regen. WDR-Reportage-Musik.
F: Eine Kinderhand streckt sich in schwarz-weiß dem Nichts entgegen. Ich mag so ätherische Blubber-Sounds ja. Allerdings nur so wirklich bei „Selected Ambient Works Vol. 2“ von Aphex Twin.
W: Dieses leiernde Plinkern haben Plaid auch besser gemacht. Haben Sie? Gefällt mir immer besser. Können wir was anderes hören?

The Strange World Of Bernard Fevre / LoAF Recordings
W: Das hat was vom Doctor-Who-Theme. Ist übrigens mein Handy- Klingelton.
F: Da werden sich die UPPM’s-Leute mit ihrer „Nuggets“-Serie ja freuen, dass ein fast 35 Jahre altes Album immer noch bei den Multiplikatoren von heute ankommt. Immer wieder schön zu hören, wo Jean-Michel Jarre geklaut hat.

Camouflage / Space Crackers / Bureau B
F: Ohje, Bietigheims Best mit einem Re-Release aus 95 mit Bonus-Zeugs, das es damals zurecht nicht auf Platte schaffte. Electropop-Nerds sollten sich lieber „The Great Commandment“ nachkaufen.
W: Punkte für den Albumtitel. Mein Opa sagt, das waren die deutschen Depeche Mode.
F: Dein Opa ist ein weiser Mann.

Harmonia & Eno `76 / Tracks And Traces Re-Released / Grönland Records
F: Sehr schön, Soundflächen wie sonnengebräunte Modelrücken. Und tolle Titel: “Luneburg Heath“ und „Vamos Companeros“. Da gab’s doch neulich eine Coverversion.
W: Klingt unfett und mumpfig, oder ist das deine Anlage?
F: Ihr jungen Hüpfer habt eben keine Ahnung. Eno. 1976. Das war das einzige, worum uns die Briten neben geilen Elfmeterschützen jemals beneidet haben. Ach ne, Eno war ja gar kein Deutscher, hat aber Krautrock gemacht. Na egal, jedenfalls das stärkste Album von allen. Und das ist auch noch 1000 Jahre alt.

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Dizzee Rascal – Bonkers

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Schlachthofbronx – 10 Tracks

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Das Münchner Trio Schlachthofbronx pflegt die hippe, energiegeladene Tanzflurmischung aus Baltimore, Dubstep, Kuduro, Soca und dicksten Bässen, für die die Feuilletons die gegenüber der mittelklasseängstigenden Bezeichnung  “Ghettotech” das  marketingoptimierte “Tropical” gefunden haben. Den “Tropical/Kuduro”-Vorzeigeact Buraka Som Sistema haben die Schlachthofbronxler gerade auf ihrer Tour supportet.  Live sieht das dann so aus (Tracks: Bretto & We run This)

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Wir haben gleich mal 10 Tracks/Remixes von Schlachthofbronx aus dem Web für euch zum Download rausgesucht:

  1. We nah Fraid (Baby Cham & Demarco) – Schlachthofbronx Remix
  2. Madera Limpia – La Lenta – (Schlachthofbronx Remix)
  3. Dizzee Rascal – Stand Up Tall (Radioclit Remix) (Schlachthofbronx Remix)
  4. Landlergschwister Isartalerghettoschützen (Schlachthofbronx Remix)
  5. Timberlee – Gunny Gunny (Schlachthofbronx Remix)
  6. Schlachthofbronx – Bretto
  7. Schlachthofbronx – Poppin
  8. Schlachthofbronx – Ghettosuperstar
  9. Schlachthofbronx – Fat Thing (Dubstep Remix)
  10. King Jammy – Under Me Sleng Teng (Schlachthofbronx Remix)
  11. Schlachthofbronx – Zirkus
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The BPA – Toe Jam

Norman Cook aka Fatboy Slim hat ja schon jeher ein Händchen für ausgefallene Musikvideos bewiesen. Auf seinem Label Southern Fried Records veröffentlicht er nun einen klugen Clip von The BPA (The Brighton Port Authority), zu dessen viraler Verbreitung wir in Post-MTV-Zeiten gerne beitragen.

Die BPA ist eine angebliche Brightoner Supergroup aus den 70ern, deren lange verschollene Aufnahmen nun gefunden wurden. Die Story stört es nicht, dass auf den Tracks durchaus jüngere Künstler zu finden sind, wie z.B. die ungewöhnliche Paarung von David Byrne und Dizzee Rascal in “Toe Jam” belegt, dessen Video sich geschickt in die Fake-Kampagne eingliedert:

Gut ein Dutzend scheinbar den 70ern entsprungene nackte Damen und Herren vollführen Gymnastik. Der Clou ist die Abstimmung der Choreographie auf die sie partiell verdeckenden schwarzen Zensurbalken. Die Aufmerksamkeit auf diese zu konzentrieren, ist gar nicht so leicht. Nicht nur der ansehnlichen Körper, sondern auch der Konditionierung wegen, um die Zensurbalken herum zu sehen. Man könnte hinein deuten, dass der Clip anregt, nicht über Zensur hinweg zu sehen, da sie in ihrer Gesamtheit ebenfalls ein Bild liefert.

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Dizzee Rascal – Dance Wiv Me

Die neue Single von Dizzee feat. Calvin Harris & Chrome. Kommt raus am 07. Juli und fettet geschmeidig ein. Ich mag von ihm ja eher die brachialen und dunklen Stücke, aber es ist ja Sommer!

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Cadence Weapon – Afterparty Babies

cadence_cov_lg.jpgJa, wo will er denn hin, der gute Rollie Pemberton? Die alte Geschichte von Wunderkindern, denen Cleverness und „Sprengen von Genre-Grenzen“ attestiert wird, erfährt eine neue Auflage. Und ähnlich wie bei Dizzee Rascal driftet auch bei Rollie der zweite Longplayer gehörig von der Mutterinsel HipHop ab. A bisserl prollige Synthies und Electro-Schläge en masse verbreiten zwar gerade zum Ende des Albums hin vermehrt gute Laune, verwässern aber auch das wohlgefällige Kopfnicken ob der smarten Lyrics. Typisch langweiliges Rezensentenproblem, das man dem gerade mal Anfang-20er nicht vorwerfen kann, der ja laut Vita bereits mit 18 für Pitchfork Media Artikel verfasste. Eine Garantie für gute Texte ist das ja noch lange nicht; schließlich haben ja wesentlich Unlesenswertere schon „mit 13 für die Spex geschrieben“ und danach musikalisch auch nur noch Unsinn verzapft. Aber zurück zu Kanadas Musterknaben: Spannend ist „Afterparty Babies“, weit spannender als sein krachig unfertiges Debüt „Breaking Kayfabe“, dem als Ausrufezeichen noch ein Lady Sovereign-Remix zur Seite steht. Und die Energie des ersten Dizzee-Albums hat es auch. Weniger verschwurbelt, mehr in der Tradition originärer HipHop-Vorbilder. Wenn auch deutlich zu spaßig-verspielt für ein Album, das länger als der Rest halten soll. Big Dada darf Cadence Weapon in der Kategorie „Hoffnungsvolles Nachwuchstalent“ einordnen, wir ordnen ihn weiterhin nirgendwo ein. Das würde ihm nicht gerecht.

“Afterparty Babies” erscheint am 21.03. über Big Dada/Rough Trade

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