Beiträge zum Stichwort: DJ Koze

[Album] V.A. - hamburg elektronisch vol. 01

hafendiskoMan verbreitet kein sonderlich provokantes Gedankengut, wenn man Hamburg eher als Rock- denn Elektronikstadt bezeichnet. Aber zwischen Smalville Records und Ego pluckert, klackert und fiept es dennoch ständig. Nicht so verschwenderisch wie andernorts, das mag stimmen. Aber wer die Lesebrille zur Hand nimmt und einen Blick auf die hier von Hafendisko zusammengestellten DJs und Tracks wirft, dem dürfte warm ums Herz und die Hüften werden: Der schöngeistige DJ Phono eröffnet schwelgend, bei Kollektiv Turmstraße werden die Arme weit geöffnet, Koze beknarzt die „Blume der Nacht“ mit internationaler Attitüde und Ego-Solomun zelebriert die magischen fünf Minuten vor oder nach dem Exzess. Drei Sampler-exklusive Tracks von Soukie & Windish, Kruse & Nürnberg und Wareika gibt’s ebenfalls. Geht gut rein, macht neugierig auf mehr. Soll ja auch kommen, aus dem Hause Hafendisko. Wir sind angefixt und bleiben gespannt.

“hamburg elektronisch vol. 01″ erscheint am 9. September in digitaler Form bei hfndisko.

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[Video] Die Vögel - Fratzengulasch

http://www.vimeo.com/26493015

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[Album] Ada - Meine zarten Pfoten

23064353In der jüngsten Zeit hat sich viel getan: Michaela Dippel alias Ada ist Popnonames ambitioniertem Allstar-Improvisationsprojekt Cologne Tape beigetreten, hat das Label gewechselt und schließlich von Köln nach Hamburg rübergemacht. Das neue Album mit dem zauberhaften Titel “Meine zarten Pfoten” (Kann man sich hier anhören) erscheint nach sieben Jahren Wartezeit nun auf DJ Kozes Label Pampa, einer Art Experimentierfeld für Enddreißiger, die von zeitgenössischem Techno etwas gelangweilt sind, wie sie sagt. »Meine zarten Pfoten« stellt die Stimme in den Vordergrund und verzichtet weitestgehend auf Dancefloor-Funktionalität. Stattdessen werden Gitarren, Glockenspiele oder Kinderinstrumente ins Spiel gebracht, die sich mit dem schwermütigen Gesang zu wunderschönen Songimprovisationen zusammenfügen. Ada beweist, dass sich Loops eben nicht nur mit elektronischem Equipment, sondern auf vielerlei Art erzeugen lassen. So wird Techno auf anrührende Weise um die Ecke gebracht, oder vielmehr um die Ecke gedacht.

“Meine zarten Pfoten” ist bereits bei Pampa/Rough Trade erschienen.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

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[Album+Stream] Robag Wruhme - Thora Vukk

wruhmeJenas Chef-Onomatopoetiker Robag Wruhme setzt nach der Trennung der Wighnomy Brothers neue Wegmarken. Nach der Split-Single mit Isolee und einer Mix-Compilation mit dem Titel „Wuppdeckmischmamplow“ folgt nun auch ein neues Album. Bei dem von DJ Koze ins Leben gerufenen Imprint Pampa hat Wruhme eine neue Labelheimat gefunden. Pampa muss man sich als Spielwiese für sympathische Enddreißiger vorstellen, die nach neuen Wegen suchen, interessante Sachen zu machen. Sagt zumindest Ada, deren neues Album ebenfalls auf Pampa erscheint. Nach den ersten Hördurchgängen von „Thora Vukk“ scheint man ihr beipflichten zu wollen. Die einzelnen Stücke werden zusammengehalten beziehungsweise vielmehr unterbrochen von sogenannten Brücken (eins bis fünf) und tragen Namen wie „Bommsen Böff“ oder „Prognosen Bomm“. Die Stimmung ist eher melancholisch, Wruhme arbeitet mit Streicherpassagen, Samples, Piano und Gesang, ohne die Stücke dabei zu überfrachten oder gar sperrig zu sein. A lot goes on but nothing happens. Alles steht gleichberechtigt nebeneinander. Stellenweise sehr schön, könnte manchmal aber etwas mehr Fahrt aufnehmen.

Das komplette Album kann man sich hier anhören.

“Thora Vukk” ist bereits bei Pampa erschienen.

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Isolée - Well Spent Youth

23062832Pampa will 2011 richtig durchstarten. Labelmacher DJ Koze hat gleich vier Alben angekündigt, die da stammen sollen von Robag Wruhme, Die Vögel sowie dem Säger von St. Georg himself. Den Anfang macht jedoch Rajko Müller, der sich im letzten Jahr nach kleiner Pause durch Maxis auf Mule und Dial zurückgemeldet hatte. “Well Spent Youth” ist mal wieder ein verschachteltes Universum für sich. Samples und Geräusche tauchen ebenso unvermittelt auf, wie sie wieder verschwinden, dennoch hat jeder Track irgendetwas, das man Hookline nennen könnte, folgt einer ausgefeilten Dramaturgie, auch wenn nicht alles gleich auf den Dancefloor zu schielen scheint. Doch man würde nie auf die Idee kommen, Isolées Musik mit Begriffen wie IDM in Verbindung bringen zu wollen, dafür überwiegt im Groove zu sehr die Verkopftheit. Es handelt sich um Housemusik, die mit sparsamen Mitteln arbeitet, alles ist wohldosiert, nichts dick aufgetragen. Isolée widersetzt sich damit dem Retro-Zeitgeist und legt ein Album vor, das ohne große Effekthascherei auskommt, aber einen herrlich crispen Hit wie “Taktell” im Angebot hat, der demnächst nicht nur von DJ Koze rauf- und runtergespielt wird.

“Well Spent Youth” ist bereits bei Pampa/Rough Trade erschienen.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

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DJ Koze - Reincarnations

51dz9ykgmvl_sl500_aa240_„For those who like this kind of music, the music is very good!” singsangt eine betrunkene Computerstimme zu Beginn von Kozes Remixalbum „Reincarnations”. Diese Rezension kommt ohne Vorbehalte zum selben Schluss. Auftragsarbeiten und Liebesdienste von 2001 bis 2009 füllen die CD, auf deren Cover Stefan Kozalla als weiser Guru Liebe, Frieden und Harmonie in den Äther sendet. Unter den bearbeiteten Künstlern finden sich Freunde und Kollegen wie Lawrence, Heiko Voss, Wechsel Garland, Sascha Funke, Matthew Dear und Battles. Öfters nimmt Koze Scharfkantiges heraus und setzt auf einem warmen, blubbernden Flow. Ein echtes Blumenkind, dieser Kosi. Wenn man in diesem Leben alles richtig macht, soll man ja als höheres Wesen wiedergeboren werden. Wenn dieser Sampler ein Indiz ist, marschiert Koze geradewegs aufs Nirwana zu.

“Reincarnations” ist bereits bei Get Physical erschienen.

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Resident Advisor #145: DJ Koze

ra145-dj-koze

Keine großen Worte, nur ein großer Mix mit einer superben Tracklist!

Mount Kimbie – William – Hotflush
Soulphiction – What’s Your Name - Musik Krause
Moodymann - Freeki MF - KDJ
NSI - Hassel - Cadenza
Lowtec - I Remember - Playhouse
Syncom Data - Beyond The Stars (Speedy J Remix) - SD
Ben Klock - OK - Ostgut Ton
Modi and Fegiz - El Solitaire - Vinylclub
The Missing Link - 911 - Wagon Repair
Lazy Fat People - Low Profile - Perspectiv Records
AntonZap - Pm Please - Underground Quality
Fail Forever - When Saints Go Machine (dOP Remix) - EMI
Lowtec - Workshop 006 - Workshop
Animal Collective - My Girls - Domino Recording Company

Download

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Chloé - Live at Robert Johnson

23053151Der Titel dieser Mix-CD ist irreführend, handelt es sich schließlich um ein DJ-Set der Französin und keine Livespielerei. Aufgenommen wurde das Ganze im Offenbacher House-Tempel Robert Johnson, der von der Playhouse-Clique um Ata betrieben wird und seit Jahren zu Recht als eine der ersten Adressen in Sachen gute elektronische Feiermusik gilt. Das bald zehnjährige Jubiläum feiert man mit diversen Mix-CDs bekannter Robert-Johnson-erprobter DJs. Chloé verzichtet auf die ganz große Hitkasperei. Die Französin hangelt sich von Gudrun Gut über DJ Koze zum derzeit so angesagten House Mannheimer Prägung (Sis!) hin zum neuen Kölner Techno-Traumgespann Daso & Pawas, um schließlich in Chicago anzukommen, bei niemand Geringerem als Urvater Larry Heard. Das Highlight bildet der letztjährige Klang-Überhit “Reach” von Heiko MSO & Laven feat. Malte. Gänzlich uneitel verzichtet Chloé auf eigene Stücke, wobei man sich zumindest ihre großartige Bearbeitung von Reworks “Love Love Love Yeah” gewünscht hätte. Stattdessen gibt es als letztes Stück wieder einen dieser wahnsinnigen Joakim-Remixe.

“Live at Robert Johnson” ist bereits bei Rough Trade erschienen.

Mit freundlicher Genehmigung von Intro.

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Schnuffel das total süße Eichhörnchen - Leben auf der Überholspur

image.jpgDer Name beinhaltet eigentlich schon die Antwort, doch nur noch mal zur Sicherheit: Nein, hier geht es nicht um den Dreckshasen Schnuffel und seinen „Kuschelsong“, sondern um Schnuffel das total süße Eichhörnchen. Das ist deshalb so wichtig zu betonen, weil der Dreckshase exakt das verkörpert, weshalb unser süßes Eichhörnchen nun sein Debüt „Leben auf der Überholspur“ exklusiv für 10 Euro über seine Homepage veröffentlicht. Das da wäre: Fassungslosigkeit! Grenzenlose Fassungslosigkeit. Worüber? Über unsere Gesellschaft und der Dinge, die sie so mit sich bringt; wie besserwisserische „X-Perte“-n, die zu allem und jedem Scheiß ’ne fundierte Meinung haben, die fehlende Gabe zur Reflexion oder diese typisch deutsche Nörglermentalität, alles zu kritisieren, selber aber nie den Arsch von der Couch hochzukriegen. Damit spielt das Album in einer ähnlichen Liga wie einst DJ Kozes Geniestreich „Zuviel Zeit“. Musikalisch verpackt Schnuffel seine Songs mit Hilfe von Christopher Dierks und Sven Mikolajewicz (Ex-Fischmob) in ein zum Teil mehr als fragwürdiges Klanggebilde aus Beats, Punk-Rock, fiesen Billig-Synthesizersounds und Drehorgelklängen. Aber bei dem Album geht es schließlich auch nicht um die Musik, als vielmehr um die Auffassungsgabe von Schnuffel und wie es seine Wahrnehmungen in sensationelle Reime verpackt. Mein ganz persönlicher Favorit: „Nicht der Springer-Presse trauen / und Nazis ruhig mal auf die Fresse hauen / das ist wichtig / wichtig und zentral / und der Rest ist scheißegal“. Schön, dass es noch couragierte Eichhörnchen wie Schnuffel gibt, die keine Angst davor haben, so was zu sagen.

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