Beiträge zum Stichwort: Ed Banger

Uffie - Sex Dreams & Denim Jeans

uffieAls die taz jüngst auf einer ganzen Seite Uffie gegen Ke$ha im Stile von Original vs. Plagiat ausspielte, war die Leser-Wut auf Ke$ha sicher groß. Die Frage nach Moral in der Plattenindustrie, nach Originalität im Freeware-Plug-in-Eldorado, die Stilisierung von Uffie als neuem Kurt Cobain aber mal ausgeblendet: In Ke$has Mittelschichts-Gören-Rap, der gerne von unten käme, lauern blöderweise trotzdem zwei geile Tracks. Überhaupt findet sich in vielen tollen Pop-Alben seit den großen Uffie-Tagen 2006 ihr Trademark wieder: übersexualisierte selbstbewusste Raps, vom Ed-Banger-Sound pointiert zerhackstückt. Gegen die Rache des globalisierten Sounds und späten Debüts kämpft Uffie nun an: Ihre Vocals klingen noch zersampelter, Drums noch übersteuerter. Wenig überraschend, sind die Stücke aber im Gegenteil da besonders aufregend, wo Uffie nicht nach Uffie-Klischee klingt: bei der Neo-Pop-Hymne “Difficult” etwa, beim Siouxsie-And-The-Banshees-Stück “Hong Kong Gardens” oder im Rolling-Stones-seligen Titelstück. Die Musik von Uffie wird Ke$ha sicher gut gefallen - wenn sie sie eines Tages dann mal hört.

“Sex Dreams & Denim Jeans” erscheint am 18. Juni bei Because Music/Warner.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

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Krazy Baldhead - Sweet Night

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“Electro-Soul” ist die grobe Klammer des Debüt-Albums von Krazy Baldhead. “The B Suite” steht seit dem 27. April in den Regalen und beweist, dass von den Ed Bangers doch noch mehr kommen kann, als nur Hybris und Hype. Groove zum Beispiel.

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Mr. Oizo - Lambs Anger

mr-oizoDieses Ed-Banger-Phänomen ist schon ein kurioses Phänomen: Technopuristen verachten beziehungsweise ignorieren das Pariser Radaulabel seit jeher, Indiekids hingegen raven zu den deftigen Sounds, als hätte es Daft Punk, Filterhouse und Big Beat nie gegeben. Neben vielen schnelllebigen (und nicht selten nervigen) In-yer-face-Platten sind die Franzosen aber auch immer wieder für positive Überraschungen gut.

Das neue Mr.-Oizo-Album ist eine Rakete. Nach der letztjährigen “Transsexual”-EP legt Monsieur Flat Beat nun unter dem Metallica verballhornenden Titel “Lambs Anger” siebzehn Miniaturen nach. Von Miniaturen muss man zwangsläufig sprechen, denn die Stücke sind selten länger als zweieinhalb Minuten. Das Format orientiert sich also eher an Punk denn an herkömmlicher Tanzmusik, was in ungefähr auch dem DJ-Credo der Posse entspricht. Es ist nämlich eine ziemliche Kunst, innerhalb von zwei Minuten aus seiner Kiste eine nachfolgende kompatible Platte zu kramen, auf den Teller zu hauen und in den Fluss zu mixen.

Bei Oizos Sets wird Hit an Hit geheftet, es gibt keine Atempause, die Übergänge sind meist kurz, radikal und schmerzlos. Auch das Album ist stilistisch entsprechend weit aufgefächert, “Positif” bietet eine Art Blueprint für Acid House in 2008, ein Genre, dessen Revival immer wieder angekündigt und dennoch stets halbgar realisiert wurde. “Two Takes It”, der Überhit der Platte, behandelt das Thema Cumshot in allerbester Genderbending-Manier, wenn Sängerin Carmen Castro ankündigt: “I wanna come right now in your face / Let me show you how …” Dazwischen gibt es jede Menge Krudes und Atonales zu bewundern. Das Titelstück hämmert und bohrt wie Aphex Twin bei einer Gas-Wasser-Installation. Die weiteren Tracks tragen Namen wie “Cut Dick”, “Bruce Willis Is Dead” oder “Gay Dentists”. Als Gäste sind neben Carmen Castro noch der großartige Error Smith von Smith n Hack und zwangsläufig Uffie (deren Album Mr. Oizo mitproduziert hat) zu hören. Bleibt lediglich zu hoffen, dass die 12-Inch-Versionen der Stücke mindestens die doppelte Spielzeit haben, aus Rücksicht auf die konventionellen - oder vielleicht muss man ja schon sagen: steinzeitlichen - DJs dieser Welt.

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