Beiträge zum Stichwort: Elektronik

[Album] Atoms For Peace – Amok

afpDas Personal, das sich Thom Yorke zur Live-Umsetzung seines Soloalbums „The Eraser” zusammencastete, ergab vor einigen Jahren eine ziemlich illustre Runde. Sein langjähriger Produzent bei Radiohead Nigel Godrich war dabei, Joey Waronker aus Becks Band und Chili-Peppers-Bassist Flea. Auch wenn man die Begriffe „Supergroup” und „Chemie” nicht so recht zusammenbringen will, vertrugen sich die Egos offenbar hervorragend, weswegen auf den Zusammenschluss auf der Bühne einer im Studio folgte. „Amok” ist ein gefällig organisches Elektronikalbum, das sich hübsche Songs zusammenknistert, und befreit vom Anspruch, künstlerische Meilensteine zu setzen, wie eine etwas glücklichere Westentaschenversion von Radiohead klingt. Atoms For Peace? Vergleichsweise easy Listening.

“Amok” ist bereits bei XL/Beggars/Indigo erschienen.

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[Track] Evenings – Friend [Lover]

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[Stream] Squeaky Lobster – Killing Eleven EP

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[Album+Track] Flume – Flume

flume_coverGeht immer gut: menschliche Seele trifft mechanische Perfektion (siehe RoboCop). An der gelungenen Symbiose dieser zwei Komponenten schraubt der australische Produzent Harley Streten seit seinem 13 Lebensjahr, in dem er – so will es die Legende – seine erste Produktionssoftware in der Packung seiner Frühstücksflocken fand. Das weckte anscheinend den Tiger in ihm, denn acht Jahre später bringt Streten als Flume ein elektronisches Kunstwerk an den Start, das durchaus gesteigerte Beachtung verdient. Auf dem selbstbetitelten Debüt ließ sich der nun 21-Jährige von Künstlern wie The XX, Totally Enormous Extinct Dinosaurs und Four Tet beeinflussen. Er schafft es, seinen elektronischen Klängen Wärme zu geben, sie frei atmen zu lassen. Er greift Strukturen des R&B und HipHop auf, lässt sich vom Soul leiten. Samples wabern durch den Raum und werden durch saftige Synthies und samtige Beats aufgefangen, bevor sie einfach versickern. Dazu kommen Vocals, die mal grell reinschneien, mal sanft über den Tracks liegen. Oh, Lethargie, du kannst so aufregend sein!

“Flume” erscheint am 22. Februar bei Cooperative Music/Universal.

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[Video] Christian Löffler – Eisberg

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[Tape] Camp Inc. – Baustelle Kalk

Drum Machine, Sampler und Modularsynthesizer. Das sind die Zutaten der Kölner DJs, Produzenten und Autoren Roland Kaiser Wilhelm & Sebastian Ingenhoff, die derzeit unter dem Namen Camp Inc. die Kölner Elektronikszene einmal längs ziehen. Der Verzicht treibt bei ihnen die schönsten Blüten. No Laptop zum Tanzen, no CD/Vinyl zum Hören. Eine Tapelabel haben die beiden aus der Taufe gehoben. Camp Magnetics heißt das gute Stück, das mit dem fünfundvierzigminütigen Livejam “Baustelle Kalk” an den Start geht, zugleich eine Hommage an die dufte Kölner DIY-Location. Nummer zwei ist auch schon eingetütet und bringt Colorist an den Mann. Zu hören und betanzen sind Camp Inc. demnächst auch wieder in Köln: Am 22. Dezember mit Suzanne Kraft im Subway.

Casanova’s Castration (in The Castro) by CAMP INC.

Deutschland Has Gotta Disco by CAMP INC.

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[Album+Track] Monokle – Saints

Wer seinen Techno emotional und romantisch mag, kommt um das junge Kölner Label Ki Records nicht herum. Nach wunderbaren Alben von Biodub und Christian Löffler folgt mit »Saints« der nächste Streich. Hinter Monokle verbirgt sich der sechsundzwanzigjährige Produzent Vlad Kudryavtsev aus St. Petersburg, ein junger Mann, der sich ausführlich von frühen Warp- und Planet-Mu-Platten hat sozialisieren lassen, während er gleichzeitig Klavierstunden nahm. Knisternde, meist gebrochene Beats treffen folglich auf kleinteilige Samples und melancholische Pianoversatzstücke, werden mit ätherischen Synthiesounds zu einer schneeweißen Klanglandschaft verdichtet, die für den nahenden kalten Winter wie gemacht scheint. Herausragend ist das Vocalstück »Slower«, das in Zusammenarbeit mit der russischen Sängerin Nadya entstanden ist und ein bisschen klingt, als hätten sich CocoRosie mit Boards Of Canada zusammengetan.

“Saints” ist bereits bei Ki/Kompakt erschienen.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

Monokle – Swan (Daisuke Tanabe Remix) by Ki Records

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[Album] John Tejada – The Predicting Machine

Nach »Parabolas« legt John Tejada mit »The Predicting Machine« sein zweites Album auf dem Kölner Label Kompakt binnen kürzester Zeit vor. Der in Wien geborene Kalifornier zeigt sich also produktiv und vor allem vielseitig. Denn »The Predicting Machine« ist tatsächlich das, was man oft auf Promozetteln liest, was aber selten eingelöst wird: ein Trip durch die verschiedenen Spielarten elektronischer Tanzmusik – vom Ambient bei »Radio Channel« über das leicht britisch daherstolpernde »The Function And The Form« bis hin zum hypnotischen Technobrett »An Ounce Of Perception« –, der wieder mal zeigt, dass ein simpler, aber eingängiger Loop bestenfalls ausreicht, um Euphorie auf der Tanzfläche zu erzeugen. Wird man dieses Jahr zu später Stunde noch sehr oft hören. Gegen Ende schwächelt das Album, aber der letzte Track – die flächige, knisternde Drexciya-Hommage »When All Around Is Madness« – entschädigt für den kleinen Hänger.

“The Predicting Machine” ist bereits bei Komnpakt/Rough Trade erschienen.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

John Tejada – Radio Channel by Kompakt

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[Album] Christian Vogel – The Inertials

Unter dem Namen Super_Collider haben Christian Vogel und Jamie Lidell um die Jahrtausendwende zwei wegweisende Alben veröffentlicht. Danach sind sie getrennte Wege gegangen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Während sich Lidell mit Popstars wie Beck oder Feist im Studio tummelt und als Funksoulrampensau die ganz großen Bühnen unsicher macht, veröffentlicht Christian Vogel zwar in schöner Regelmäßigkeit seine von der Kritik stets gefeierten Platten, hat es aber nie zu außergewöhnlicher Berühmtheit gebracht. Dafür sind die Solosachen des Briten vermutlich eine Spur zu abstrakt. Ursprünglich mal angetreten, um den Dancefloor zu retten, schert sich Vogel seit geraumer Zeit einen Teufel um Clubfunktionalität. »The Inertials« ist elektronischer Dub im Geiste von … ja, was eigentlich? Dubstep? No way. Rhythm & Sound? Dafür zu brüchig, zu zerhackstückelt. Christian Vogel macht Musik, die eigentlich gar keine Referenzen mehr braucht, weil tatsächlich der Versuch unternommen wird, Neuland zu betreten. Und das kann man in diesen Tagen nicht von vielen Künstlern behaupten.

“The Inertials” ist bereits bei Shitkatapult/Al!ve erschienen.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

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[Video] Teebs – Moments

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