Elliott Smith – Roman Candle
2. Mai 2010
Ein kaum Mehrwert erzeugendes Remastered-Re-Release des großartigen Elliott-Smith-Debüts. Oder: Die Musealisierung des 2003 verstorbenen Songwriter-Genies ist endgültig nicht mehr zu stoppen. „Roman Candle“, das Solodebüt von Elliott Smith, markiert in Rückblicken gerne den pointierten Startpunkt einer außergewöhnlichen Songwriter-Karriere. In Wahrheit war der 2003 gestorbene Smith 1993 aber noch Teil seiner Band Heatmiser und musste erst von seiner Freundin überredet werden, die heute als „Roman Candle“ bekannten Keller-Aufnahmen an ein Label zu schicken. Wer weiß, vielleicht wäre Elliott Smith sonst heute ein (möglicherweise noch lebender) Unbekannter. So aber: ab ins Museum mit ihm. Denn nur schwerlich kann man dieses Re-Release, bei dem die Original-Stücke nur neu gemastert wurden (mit kaum hörbarem oder irgendwie erhellendem Effekt), anders interpretieren als mit diesem Statement: Eben war Smith irgendwie noch Teil einer Indie-Gegenwart. Durch die Vorsilbe „Re-“ wird er spätestens jetzt historisch. Dem Album ist das egal: Noch immer liegt eine bedrückend-düstere Grundstimmung über den neun verrauschten Stücken, noch immer klingen die Gitarren seltsam bauchig oder der Gesang zu leise. Aber genau so hatte es Smith selbst einst auch abgemischt.
“Roman Candle” (Remastered Version) ist bereits bei Domino/Indigo erschienen.
Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.
Alben, Musik
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