Beiträge zum Stichwort: Emo

The Get Up Kids - There Are Rules

the-get-up-kidsDie schlechte Nachricht ist ja längst schon Realität: The Get Up Kids, die monolithischen Superhelden des Power-Pop-Emo rund um die Jahrtausendwende, werden nie mehr annähernd so geil sein wie auf “Red Letter Day” u. Ä. Die gute immerhin: Mit “There Are Rules” kann man zumindest sagen, sie sind jetzt aber auch nicht mehr so lame und total egal wie alles seit “On A Wire” (also ab 2002). Endlich hört man mal wieder bisschen was von den Riffs, von thunder and magic, was sie einst so outstandig machte. Besserung fühlt sich gut an. Kennt man ja von Erkältung und so. Ganz wiederhergestellt werden wir und die Band aber nicht mehr. Auch schon wieder ziemlich Emo, so ein Satz…

“There Are Rules” erscheint heute bei Quality Hill/Soulfood.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

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…And You Will Know Us By The Trail Of Dead - Tao Of The Dead

and-you-will-knowTrail Of Dead erinnern an bekiffte Teenager, die den besten Film aller Zeiten drehen wollen: mit Raumschiffen, Drachen, Zeitreisen, nackten Frauen und explodierenden Autos. Zumindest für dessen Soundtrack könnten sie verantwortlich zeichnen. Selbstbeschränkung haben Conrad Keely und Jason Reece nicht gelernt: Die Songs folgen einer Dramaturgie, das Cover ist erneut eine Art Wimmelbild, und alle sind bewundernswert ironiefrei bei der Sache. Ein bisschen ermüdend wirkt der permanente Wille zur Überwältigung schon, selbst die Band spielt, wenn sie sich in dem mäandernden Gekröse unbeobachtet fühlt, zur Entspannung 08/15-Emo. Dann kommt irgendeine prätentiöse Volte, die den Hörer wieder auf Spacerock polt. Eigentlich erstaunlich, dass die Band im Laufe von sieben Alben nicht von ihrer „Viel-hilft-viel”-Philosophie abgekommen ist. Ein halbstündiges Punkrockalbum in einer schwarzen Hülle? Wäre super. Wird’s nie geben.

“Tao Of The Dead” erscheint am 4. Februar bei Superball/EMI.

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Tim Kasher - The Game Of Monogamy

tim-kasherEin Meister der Selbstanklage erzählt: “The Game Of Monogamy” ist Kashers erstes Soloalbum, aber nicht das erste, auf dem er sich diverser Charakterfehler bezichtigt. Außerdem ist er Kopf der Emo-bevor-du-Emo-warst-Band Cursive und von The Good Life - beides Bands, die tief im Omaha-Netzwerk um Saddle Creek und Bright Eyes verstrickt sind. Die immer expansivere Kommentierwut seines Freundes Conor Oberst hat sich Kasher nicht zu eigen gemacht, sein Spiel ist das klein-klein: kein Angry Young Man, eher ein passiv-aggressiver Desperate Husband im emotionalen Selbstexil. Das Googeln nach Ex-Freundinnen bezeichnet er als “digging up corpses” - jede Verflossene eine Leiche im Keller, darauf muss man auch erstmal kommen. Die Musik, die er sich dazu ausgedacht hat, ist nicht überraschend, aber toll: ein wendiger Folk-Rock’n'Roll, der sich zerfaserter gibt als er ist und tatsächlich etwas mit den Bläsern anzufangen weiß, die ins Studio eingeladen wurden. Man muss sich Tim Kasher als grässlichen Menschen vorstellen. Als seine eigene Kunstfigur ist er aber äußerst gelungen.

“The Game Of Monogamy” erscheint am 19. November bei Affairs Of The Heart/Indigo.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

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Dashboard Confessional - After The Ending

dashboardDas Ende des in Schönheit sterbenden Emo-Cores rief in Intro #156 die Dashboard-Confessional-Titelstory aus (mit dem Claim »You Killed Emo«). Danach machte speziell jene Band auch keine gute Figur mehr. Unschlüssige Alben, die schnell vergessen waren. Auf »After The Ending« klingen Ender und die Jungs nun wieder besser, wieder mehr nach »Red Letter Day« – selbst wenn das von den Get Up Kids stammt. Egal, Hauptsache, man macht wieder einen auf liebenswert und liefert ab. Nette Emo-Platte aus dem Sarg. Aber, fuck, das Duett mit Eva Briegel von Juli ist nicht vergessen. Lutscht weiter am Rock von einem Durchbruch im Formatradio, der hier so nie mehr kommen wird.

“After The Ending” erscheint am 2. April bei Geffen/Universal.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

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