Beiträge zum Stichwort: FDP

[FDP] Auch das wird der Wähler nicht verstehen, weil er zu dumm ist

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Bildungsoffensive 2010

milchmaedchenrechnerSchwarz-Gelb stattet die deutschen Grundschulen ab kommendem Schuljahr mit modernstem Unterrichtsgerät für den Mathematikunterricht aus. Der sogenannte Milchmädchenrechner lässt überflüssige Tasten wie „Minus“ und „Geteilt durch“ einfach weg und integriert dafür innovative Funktionen wie “Pi mal Daumen”. Exklusive Vorabmodelle schon jetzt im Antipreneur-Shop.

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Lobbyarbeit deluxe: Bock/Gärtner

Dass mit Gerald Hennenhöfer ein Atomlobbyist als Leiter der Atomaufsicht inthronisiert wurde, war ja schon ein Husarenstreich, aber der schneidige Gesundheitsminister Philipp Rösler wäre ja nicht umsonst die große Nachwuchshoffnung der es besser verdienenden, könnte er das nicht noch locker toppen: Er holt sich für die Erarbeitung seiner Gesundheitsreform Unterstützung aus fähigem Umfeld: Christian Weber soll im Ministerium der neue Abteilungsleiter für Grundsatzfragen werden. Derzeit ist der 53 Jahre alte Weber stellvertretender Direktor des Verbandes der Privaten Krankenversicherung (PKV). Weber würde sich in seinem neuen Amt auch mit der geplanten schrittweisen Umstellung der beitragsfinanzierten Krankenversicherung auf Prämien befassen. Wie praktisch!

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Kleiner Beitrag zur Feindbildpflege

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Es wird ja hier und da diskutiert, welche Leistung des Herrn Westerwelle damit belohnt wird, künftig das schwergewichtigste Ministerium leiten und Deutschland im Ausland vertreten zu dürfen. Nur soviel: Englische Sprachkenntnis dürften es nicht sein.

Edit: Dann hier doch noch der Backgroundclip, in dem der unsouveräne Souverän heute einem BBC-Reporter verweigerte, seine Frage auf Englisch zu stellen, weil “es ist Deutschland hier”. Ob auf Pressekonferenzen so üblich oder nicht: Uneleganter geht´s kaum.

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Volker Pispers - Munition statt Wohngeld

Denkt man an politisches Kabarett in Zeiten von allgegenwärtigem Comedyklamauk drängt sich ein Vergleich zu Fast Food und Haute Cuisine auf. Diese Einschätzung muss man gleich relativieren, betrachtet man den stets Monate im voraus ausverkauften Tourplan von Volker Pispers. Der scharfzüngigste deutsche Politkabarettist ist überraschend populär und nur Dank Ebay konnte ich am 3.05. den im Kölner Theater am Tanzbrunnen gut zweieinhalb Stunden live erleben.

Der mit Preisen überhäufte Düsseldorfer (”Bei uns gibt es Viertel, da leben mehr Cardiologen als Menschen mit Herz.”) ist regelmäßig bei den Öffentlich-Rechtlichen zu sehen, erst kürzlich erhielt er seine eigenen 90 Minuten auf 3sat. Über seine Homepage kann man Bücher, CDs und DVDs ordern, Appetithäppchen findet man bei YouTube.

Der Kampf der Systeme ist entschieden und der Kapitalismus hat weltweit den Sieg davon getragen.

Schade, dass kein Mensch gewonnen hat. Aber Sieg bleibt Sieg. Und den feiern wir jetzt.

Das heißt, wir würden den Sieg gerne feiern, wenn wir wüssten, wo der Sieg hin ist.

Bisher steht ja nur fest, dass der Kapitalismus ihn davon getragen hat.

Wahrscheinlich hat er ihn in Sicherheit gebracht. Nach Luxemburg oder auf ein Schweizer Nummernkonto.

Volker Pispers “Volkerkunde”, 1994

Von jemandem, der so die Welt erklärt, darf man kein billiges Verlachen einzelner Politfiguren oder altersmildes Parteibuchkabarett wie das des späten Dieter Hildebrandt erwarten: Bissig, ätzend und scharfzüngig überzieht Pispers die herrschenden Verhältnissen mit Fundamentalkritik und unterzieht sein Publikum einer Akupunktur mit spitzen Pointen.

Er möchte Meinungen bilden, statt nur Stimmung zu machen, seine Texte sind hintergründig und mitunter lehrreich: Er erklärt das Gesundheitssystem, die Lohnnebenkosten (in Anspielung auf die Kanzlerin garniert: “Ob Netto oder Brutto, das nehmen wir nicht so genau. Sagen wir einfach bretto. Oder nutto ist auch schön!”) oder den Abbau des Rentensystems hin zu einer kapitalgedeckten Altersvorsorge: “Da haben Sie Verwaltungspauschalen von 15-20%. Und noch 2% Inflation obendrauf. Was das bis zur Rente an Kaufkraftverlust bedeutet, können ja die meisten Deutschen gar nicht mehr ausrechnen. Was meinen Sie was in diesem Land los wäre, wenn mehr Menschen begreifen würde, was hier los ist?”.

Die aktuelle Schönwetterlage deutet er zum Gebrechen um, wenn er mit verzogener Miene fragt: “Haben Sie auch so Aufschwung?”. Einige seiner besten Momente hat er, wenn er Sprache seziert und den Zynismus von Begriffen wie der “gefühlten Inflation” entlarvt: “Das heisst ganz einfach: Wenn Sie als mündiger Bürger die Inflation vermeiden wollen, müssen sie nur die richtigen Produkte kaufen. Flachbildfernseher sind z.B. billiger geworden. Was müssen Sie auch immer Butter kaufen? Schmieren Sie sich doch mal nen Drucker aufs Brot!”.

Er scheut sich nicht, Radikales zu artikulieren und schlägt z.B. zu den “Wohnungsbaugesellschaften und Erbengemeinschaften, die sich unsere Innenstädte untereinander aufteilen” vor, Munitionen statt Wohngeld zu verteilen, um die Verhandlungsbasis mit den Vermietern zu stärken.

Bei Pispers gut aufgehoben ist, wer über die Sozialdemokraten enttäuscht ist, weil sie lieber Politik gegen ihre Wähler machen, ist, statt die linken Mehrheiten in Bundes- oder Landesparlamenten zu nutzen, um ihr propagiertes politisches Programm umzusetzen. Keine der Parteien nimmt er aus: “Ich halte das Führungspersonal der SPD zu blöd um ein Loch in den Schnee zu pissen. Und bevor Sie nach den Grünen fragen: Die finden ja noch nicht mal mehr den Schnee.” Die Grünen hält er für nicht mehr als “FDPler mit Verstand und Gewissen”.

Wen nach der letzten Wahl, nach der ja nur die große Koalition vom Vermittlungsausschuss ins Kabinett gewandert ist, eine Besserung erwartet hat, fragt er: “Wie sind Sie eigentlich drauf? Was machen Sie, wenn Ihnen einer ne Pistole auf die Brust setzt und fragt: Beck oder Merkel? Da können Sie doch eigentlich nur noch sagen ‘Drück ab’, oder?”

Zur Regierungspolitik arbeitet er sich u.a. am Primat des Wachstums bzw. Arbeitsplätze-Arguments in allen Fragen ab, so z.B. zum Klimawandel. Ein Zitat von Glos “Wollen Sie, dass wir ein Volk von Kleinwagenfahrern werden?” überzieht er in: “Der Erfinder der Endlösung ist doch kein Kleinwagenfahrer”, was ein reflexartiges Raunen im Publikum auslöst, bis sich die Erkenntnis breit macht, dass er damit durchaus treffend auf die solchen Äußerungen unterliegende Grandeur anspielt, der Deutsche habe das Recht, mit Limousinen über den Planeten zu brettern, bis der letzte Tropfen Öl verbraucht sei.

Nachdem er einigen Maßnahmen zur Verkehrspolitik erläutert hat, schiebt er nach: “Ja, jetzt klatschen Sie. Aber wenn man sowas dann macht, seh ich sie schon im Supermarkt stehen und maulen: ‘Was sind denn die Erdbeeren an Weihnachten wieder so teuer?’”.

Er weiß genau, dass die Reihen vor ihm nicht mit makellosen Bessermenschen gefüllt sind. “Heben Sie Ihre Eintrittskarten gut auf: Nachdem der Kapitalismus zusammengebrochen ist … Sie lachen, wenn ich diesen Satz sage, aber Christian Klar kriegt für sowas Haftverschärfung … dann können Sie Ihre Kabarettkarten hervorkramen und damit belegen: ‘Ich war Widerstandskämpfer. Ich habe laut gelacht, wenn meine Regierung verspottet wurde.’” Oder um es mit Matthias Beltz zu sagen: “Geh ins Kabarett, du Lump, damit du nicht versinkst in Selbstbeweihräucherung und ziellosen Anklagen gegen die anderen, die immer schuld sind.”

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Spaßpartei revisited

Nochmal ein Videobeweis aus dem Jahre 2005, warum dieses Land nie nie nie wieder in die Hände von Spaß-Terroristen (Kunzelmann, Hallervorden, Westerwelle) fallen darf!

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Oswald Metzger!

oswaldmetzger.jpgWas war das für ein Schock, als dieses Video bei Youtube auftauchte. Sie, nackt, und fünf Prostituierte, die Ihnen in Nazi-Uniformen die Peitsche und… Halt, falscher Film! Bei Ihnen war es ja die gelenke Geschmeidigkeit, nach ihrem einstigen Parteiaustritt bei der SPD zu den Grünen zu wechseln und jetzt, teils frustriert, teils beleidigt, den Grünen den Rücken zuzukehren und bei der CDU anzuheuern. Der sichere 2009er Listenplatz mag das entscheidende Argument für die Schwarzen und gegen die Partei der fortgeschrittenen Steuerhinterzieher, das Westerwellsche’ Spaßprojekt “FDP”, gewesen sein, aber eigentlich interessiert’s dann doch keine Sau. Apropos Sau: Wissen Sie, Metzger, wie Ihr Nachrücker in Reihen der Grünen für das von Ihnen verwaist zurückgelassene Landtagsmandat heißt? Eugen SCHLACHTER! Super!

Foto: Homepage Oswald Metzger

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