Herpes - Das kommt vom Küssen
21. Februar 2010
Man kann sich jetzt darüber streiten, ob die Nutzung von arg dämlichen Bandnamen dann nicht doch schon wieder cool sei. Geschenkt. Entscheidend ist ja schließlich aufm Platz. Und da bieten Herpes zehn Songs, die auf höchst honorige Weise auf dufte Vorbilder verweisen: Die Goldenen Zitronen, Devo und auch Fehlfarben, die ja ebenfalls ihr neues Album auf Tapete rausbringen. Nervös, geradezu hysterisch schlagen die vier Herren plus Dame die Brücke zwischen Synthie-Gewummer und astreinem Punk. Hatten wir das nicht schonmal? Japp, die Ähnlichkeiten zu „Das Herz war Nihilismus“ von Die Türen sind nicht von der Hand zu weisen. Die bekamen zwar reichlich Credits, der kommerzielle Erfolgszug fuhr aber ohne sie ab. Da liegt der Fall bei Herpes etwas anders: Eine Europa-Tournee und eine Einladung zum Londoner „Playground“-Festival, dem Hipster-Event schlechthin, stehen jedenfalls schon zu Buche. Und Songs wie „Very Berlin“ schaden im Ausland ja keineswegs, das kennt man, da geht man gerne mit. Und natürlich bei der organischen Wucht dieses Debüts, das catcy runtergeht wie aus einem Guss und mit „Verstimmt II“ einen veritablen Indiedisko-Hit bereit hält. Ihr Sloganizing beherrschen die fünf Herpesler ebenfalls perfekt – Es darf also losgehen.
“Das kommt vom Küssen” erscheint am 26. März bei Tapete.
Erstveröffentlichung desArtikels bei Intro.
Alben, Musik
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