Beiträge zum Stichwort: Fehlfarben

Herpes - Das kommt vom Küssen

tr177_herpes_cover_300dpi_shMan kann sich jetzt darüber streiten, ob die Nutzung von arg dämlichen Bandnamen dann nicht doch schon wieder cool sei. Geschenkt. Entscheidend ist ja schließlich aufm Platz. Und da bieten Herpes zehn Songs, die auf höchst honorige Weise auf dufte Vorbilder verweisen: Die Goldenen Zitronen, Devo und auch Fehlfarben, die ja ebenfalls ihr neues Album auf Tapete rausbringen. Nervös, geradezu hysterisch schlagen die vier Herren plus Dame die Brücke zwischen Synthie-Gewummer und astreinem Punk. Hatten wir das nicht schonmal? Japp, die Ähnlichkeiten zu „Das Herz war Nihilismus“ von Die Türen sind nicht von der Hand zu weisen. Die bekamen zwar reichlich Credits, der kommerzielle Erfolgszug fuhr aber ohne sie ab. Da liegt der Fall bei Herpes etwas anders: Eine Europa-Tournee und eine Einladung zum Londoner „Playground“-Festival, dem Hipster-Event schlechthin, stehen jedenfalls schon zu Buche. Und Songs wie „Very Berlin“ schaden im Ausland ja keineswegs, das kennt man, da geht man gerne mit. Und natürlich bei der organischen Wucht dieses Debüts, das catcy runtergeht wie aus einem Guss und mit „Verstimmt II“ einen veritablen Indiedisko-Hit bereit hält. Ihr Sloganizing beherrschen die fünf Herpesler ebenfalls perfekt – Es darf also losgehen.

“Das kommt vom Küssen” erscheint am 26. März bei Tapete.

Erstveröffentlichung desArtikels bei Intro.

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Fehlfarben - Wir warten

Gewohnt schön angepisstes Stück vom just erschienenen Fehlfarben-Album “Glücksmaschinen” auf Tapete Records.

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A Tribute to Die Fantastischen Vier

41pjiu1nstl_sl500_aa240_Wer tut so etwas? Andreas „Bär“ Läsker, Manager der Fantastischen Vier, tut so etwas. Zum zwanzigjährigen Jubiläum der Herren Smudo & Co. erscheint eine „Hommage“ an Fanta 4, die in ihrer Künstlerauswahl und Qualität der nachgespielten Songs eine neue Dimension des Schwachsinns einläutet, die man in dieser Art und Weise für nicht möglich gehalten hätte. Fools Garden, Pur, Peter Maffay, Thomas Anders, Sebastian Krumbiegel – Man möchte gar nicht so sehr auf den beteiligten Untoten herumhacken, denn diese tun ja nur das, was sie schon immer getan haben: einfältigen Rumpel-Pop mit verkitschtem Zuckerguss abliefern. Viel schlimmer sind die Interpretationen von Clueso, Juli, Revolverheld, Xavier Naidoo und Konsorten, selbst der „Hoffnungsträger“ Scooter, Fehlfarben und Extrabreit, die den Songs zielsicher und mit hundertprozentiger Treffsicherheit jegliche Relevanz entziehen. Ein schockierendes Dokument absoluter Irrelevanz, dem Mario Barth in der ihm so eigenen, unsympathischen Weise noch das Sahnehäubchen aufsetzt. 36 Songs, die einem mit ostentativer Grausamkeit Lebenszeit entziehen, dass einem die Luft wegbleibt. Wer nach 25 Jahren Musikhören glaubt, er habe schon ins Auge der Belanglosigkeit geblickt, wird hier eines Besseren belehrt. Unglaublich, wahrlich unglaublich.

“A Tribute to Die Fantastischen Vier” erscheint am 7. August bei Columbia/Sony.

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