[Album] Feist - Metals
28. September 2011
Leslie Feist macht nun so richtig ernste Musik. Man hatte es ja schon kommen sehen, aber trotzdem nervt es. Doch von vorn: Nicht dass ihre früheren Stücke wirklich von fidelem Kaugummi-Folk gezehrt hätten, natürlich nicht. Aber dennoch war im Kosmos Feist immer auch Platz für die Brechung, fürs Unerwartbare geblieben. Und für Optimismus neben der veträumten Melancholie, ja, selbst für die eine oder andere Albernheit. Das ist auf “Metals” nun alles off. Feist ist einem populären Irrglauben aufgesessen. Nämlich der, sie müsse jetzt ihre “große“ Platte machen. Bei all dem Staatstragenden, das damit einhergeht, wundert einen auch nicht die große Lücke, die zum letzten Album klafft. Die schwere Bedeutsamkeitsfuchtel ist omnipräsent, kein Vergleich mehr zu dem vergnüglichen Gejamme mit komischen Freaks, das letztlich zu dem Vorgänger “The Reminder” führte – und sich sehr schön dokumentiert findet in der dieses Jahr erschienenen DVD über jenen Produktionsprozess in Kanada. Auf “Metals” indes spürt man, wie jede Idee fünfmal gewendet und betrachtet wurde – über Monate. Das alles macht das Werk sicher nicht reizlos, raubt aber einer Künstlerin wie letztlich Feist mehr, als es ihr je zurückgeben könnte.
“Metals” erscheint am 30. September bei Polydor/Universal.
Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.
Alben, Musik
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