Beiträge zum Stichwort: Funk

[Album+Video] Honeycut - Comedians

41jnp9izl_sl500_aa300_Wer bei Nennung des Quannum Projects zuvorderst an HipHop denkt, der lag meist richtig, muss allerdings dank Honeycut die Leiplanken neu justieren. Zurrten Tony Sevener, Bart Davenport und Hervé Salters beim 2006er Debüt „The Day I Turned To Glass“ noch Funk und Soul unter HipHop-Gesichtspunkten fest, so lassen es Honeycut bei „Comedians“ einfach im Vertrauen auf die eigene Größe laufen. Hervé, seines Zeichens auch schwerer Kenner des saftigen Pops unter dem Dach General Elektriks, hat das Ding von vorne bis hinten produziert und uns da ein Album hingelegt, das ohne Anbiederung vier Jahrzehnte Popgeschichte vereint: Funk, Pop, Afrobeat, psychedelischer Soul – Die Tracks atmen den Geist einer Jam-Session unter Königen, buchstabieren Avantgarde und sind doch vom Scheitel bis zur Sohne Pop pur. Gestern? Heute? Morgen? Kategorien für Leute, die gerne auf die Uhr schauen. Augenschließer bekommen hier hingegen das ganze Paket an Pop-Funk-Heilsbringerei.

“Comedians” erscheint am 19. Augist bei Quannum/Discograph.


HONEYCUT -

HONEYCUT | Myspace Music Videos

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V.A. - If This Is House I Want My Money Back

23057584Wer dachte, dass sich das Thema Permanent Vacation spätestens nach dem Hype um Cosmic Disco erledigt haben würde, sah sich schnell eines Besseren belehrt. Man hat sich längst diversifiziert. Auf der ironisch betitelten Compilation “If This Is House I Want My Money Back” huldigen aktuelle Produzenten den Ursprüngen von House. Die Tracks rekurrieren auf jene legendäre Zeit Anfang der Achtziger, als in der schwarzen schwulen Subkultur von Chicago und New York die moderne Tanzmusik erfunden wurde. Larry Levan, Ron Hardy und Frankie Knuckles mixten die Rhythmuspassagen ihrer Disco-, Funk- und Postpunkplatten stundenlang ineinander und ritten Körper in Ekstase. Die Musik war weit davon entfernt, “kalt, seelenlos und beliebig” zu sein, ein Vorwurf, dem sich aktuelle Dance-Produktionen immer wieder ausgesetzt sehen. Diese Compilation versammelt einige der schönsten organischen Housetracks von aktuellen Genrehelden wie Walter Jones, den man von DFA kenne könnte, oder Mugwump, der zuletzt auf Kompakt aktiv war. Vieles bewegt sich tatsächlich nur im Schritttempobereich, um die 110, 120 bpm. Mehr braucht es auch nicht, einen Körper auf Hochtouren zu bringen, so sehr pulsiert diese Maschinenmusik.

“If This Is House…” ist bereits bei Permanent Vacation erschienen.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

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Jan Delay - Wir Kinder vom Bahnhof Soul

61rmhsuavfl_sl500_aa240_Ein neuer Jan, ein neuer Anfang? Diesmal nicht. Jan Delay fühlt sich mit seiner Band Disko No.1 offensichtlich zu wohl, um den Funk von „Mercedes Dance” wieder eintauschen zu wollen. Dabei ist „Wir Kinder vom Bahnhof Soul” nicht so sehr Wiederholung als Ausdifferenzierung des Vorgängers. Es geht tiefer in die Siebziger mit 1A-Blaxploitation-Sounds, und einem kompetent nachgeahmten 80er-Jahre-Falco/Cameo-Track, über den Delay aus lauter Lust am Anachronismus über DVDs singt. Delay ist mal wieder generell nicht einverstanden, allerdings weniger plakativ als zuletzt: gerade soviel, dass es eine gute Partyplatte nicht aus dem Takt bringt.

“Wir Kinder vom Bahnhof Soul” erscheint am 14. August bei Universal.

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Quantic and his Combo Bárbaro - Tradition In Transition

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Juhu, neues Album von Will Holland! Und das sagt die Presseinfo:

‘Tradition In Transition’ – recorded in Cali, Colombia – is the upcoming album from Quantic and his Combo Bárbaro, which sees Will ‘Quantic’ Holland mining the lesser-tapped musical sources from the Caribbean, Latin America and Africa and fusing those rediscovered psychedelic, experimental and rhythmically rich sounds of the past with deep funk and soul elements and folkloric vocal styles. This exceptional longplayer gives life to an explosive sonic snapshot of an ever-evolving musical landscape, played out by a carefully assembled international cast of musical creators.

Zum Reinschnuppern gibt’s den Track “Arianita” for free.

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Das ultimative Pop-Lexikon

popHach, was für ein Fundstück, dieses Pop-Lexikon des Focus, das “kleine Abc derpopulären [sic!] Musik - für Laien und Fortgeschrittene.” Fortgeschrittene was bitte???

Leider hatte der Praktikant wohl nur Zeit für knapp 50 Lemmata. HipHop ist für ihn “US-Ghetto-Kultur, entstanden in den 60ern”, Hamburger Schule “linksintellektueller Sozialpädagogen-Rock” und die Definition von Funk hat er sich kurz vor Feierabend noch von seiner Oma diktieren lassen: “Ursprünge in den 60er-Jahren, bezeichnet alles, was „Pfiff“ besitzt.”

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Jamie Kidd - Platform Mix 002

jamiekiddTechno, Electro und Funk aus Ontario/Kanada. Jamie Kidd fährt bei der zweiten Folge seiner Mix-Serie für Platform und Xanu Radio die schweren TechHouse-Geschütze auf. Bitte nicht bei Sonnenlicht hören! In Deutschland ist Jamie Kidd meines Wissens nach nicht live zu erleben. Muss man sich eben mit seinen Releases bei Hidden Agenda zufrieden geben…

Tracklist:

01 // Mathias Kaden - Saloee
02 // Matthias Tanzmann - Crazy Circus (Guido Schneider’s Trippy Bass Mix)
03 // Phage & Daniel Dreier - Korgi-Morgi [jk edit]
04 // Elon - Noose
05 // Johnny D - Tramodyssee
06 // Uto Karem - Insideout [jk edit]
07 // Thomas Schumacher - Pink Boots (Stephen Beaupre Remix)
08 // Harvey McKay - Reflex (Zodiac Cartel Remix)
09 // Hugo - The Sloop [jk edit]
10 // Federico Molinari - Enerverende (Damian Schwartz Remix)
11 // Steve Lawler - 21st Century Ketchup
12 // Zahn - Anti-Grey (Joel Mull’s White Remix) [jk edit]
13 // Adam Beyer & Agaric - Calfornia Gold
14 // Patrik Skoog - Jack is Back
15 // Leon & Greenbeam - Train (Someone Else Remix)
16 // Christian Smith & John Selway - Total Departure (Nihad Tule Remix)
17 // Metalogic - Perc Trax ep Part 1

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Recloose - Perfect Timing

Demotapes gehen schnell mal unter, besonders, wenn man sie an namhafte DJs wie Carl Craig schickt, die tagtäglich damit zugeschüttet werden. Das wusste Matt Chicoine Ende der Neunziger nur zu gut und hat seins der Legende nach einfach zwischen zwei Brotscheiben gelegt und seinem späteren Mentor in die Sandwichtüte gepackt.

Craig biss seinerzeit an und hatte schnell einen neuen Protegé. Chicoine nannte sich fortan Recloose und veröffentlichte ein paar Jahre später auf Craigs Label Planet E sein Debütalbum “Cardiology”, das damals wie eine Bombe nicht nur in Detroit einschlug.

Mit “Perfect Timing” ist er mittlerweile bei seinem vierten Longplayer angelangt. Fast alle hat er sie bei unterschiedlichen Labels untergebracht. Nach Planet E folgte zunächst die gute alte britische Peacefrog-Schule, nun also Sonar Kollektiv. Die sind in Berlin beheimatet und sorgten zuletzt vor allem mit dem kleineren Ableger Innervisions für eine kleine Deep-House-Renaissance.

Die neue Recloose-Platte hingegen lässt sich wohl noch mehr als die Vorgänger unter dem Begriff Funk labeln. Oder Future Funk. Matt hat ein gut brummendes echtes Bandalbum aufgenommen. Es gibt fast kein Stück ohne Vocals, dafür aber jede Menge Gastmusiker und Sänger, viele davon aus Neuseeland, wo er eine Zeit lang gelebt hat. Mit dem Bezug auf Künstler wie George Clinton und vor allem Afrika Bambaataa folgt Recloose natürlich nur der Tradition seiner großen Detroiter Technolehrmeister. Wo deren Funk aber weitestgehend synthetisch blieb und bleibt, scheint Matt sich gegen die Maschinen immer mehr aufzulehnen.

Seine steten Bemühungen, möglichst viele verschiedene Musiker in den Aufnahmeprozess mit einzubinden, erscheinen wie ein Statement gegen die solipsistische Programmiererei in der Dunkelkammer. Ganz so neu ist das natürlich auch alles nicht. Man denke nur an Craigs Projekt Innerzone Orchestra, an dem unter anderem auch Recloose maßgeblich beteiligt war. Trotzdem hieß dort die Musik noch Techno. Die elektrisierenden Rappelkartonstücke von “Perfect Timing” hingegen lassen wohl auch (oder vielleicht sogar vor allem) Fans von Leuten wie Jamie Lidell oder Jimmy Edgar Kopf stehen.

“Percet Timing” erscheint am 5. September via Sonar Kollektiv / Rough Trade.

Mit freundlicher Genehmigung von intro.de

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Heliocentrics - Distant Star feat. MF Doom & Percee (Strange version)

“Malcolm Catto’s band turns traditional funk on its head with his syncopated drums tying up ’60s psychedelia and free jazz into chaos-on-the-one.” Das schrieb das URB Magazine über die Fusion aus HipHop, Jazz und Funk, den die neunköpfige Band um Drummer und Pianist Malcolm Catto formvollendet auf ihrem Album “Out There” zelebriert. “Distant Star” ist sowohl auf “Out There”, als auch auf der gerade releasten 12” inch enthalten.

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Jamie Lidell - Jim

jim.jpgBei Jamie Lidell kann man über die Qualität und die persönliche Verbindung zu seinen Alben unterschiedlicher Meinung sein, aber eines ist immer sicher: Er begreift sich in den ganz großen Zusammenhängen. Das „Super Collider“-Projekt mit Cristian Vogel war eines der gewagtesten und mitreißendsten Alben der letzten 20 Jahre, sein letztes Werk „Multiply“ aus dem Jahre 2005 eine Offenbarung. 2008 heißt es einfach nur „Jim“; Drei Buchstaben, aber eine ganze Welt dahinter. „Little Bit Of Feel Good“, die erste Single, sie weist den Weg. Jamie Lidell singt wie ein junger Gott und Stevie Wonder und Michael Jackson stehen ideell Pate. Gospel, Disco und Pop – Die drei übergroßen Schlagworte schlängeln, winden, räkeln sich um die verzückt-entrückte Stimme Lidells, dem in spielerischer Leichtigkeit der ganz große Wurf aus dem Ärmel fällt. Aufgenommen in Berlin, Paris und Los Angeles geht „Jim“ weiter, als es viele Jamie Lidell noch zugetraut hätten. Live immer, da ist er von manischer Präsenz umweht, dass es fast weh tut, aber auf Platte? Diese Intensität einzufangen, das ist der funkige Knackpunkt des Lidell.08 – Ein wunderbares Album, vom Größenwahn gezeichnet.

Jamie Lidell - “Jim” erscheint am 25.04.08 via Warp

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Jamie Lidell - “Figured Me Out” (LA Garage Mix)

jamielidell.jpgSeit seinem Projekt “Super Collider”, gemeinsam mit Christian Vogel, schlägt mein Herz bei jedem anstehenden Release von Jamie Lidell ein wenig schneller. Der Nachfolger seines “Multiply”-Albums steht jetzt vor der Tür: “Jim” wird das Werk heißen und verspricht laut Internet-Rumorereien funkige gute Laune. Vorneweg der Track “Figured Me Out” im LA Garage-Mix.

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