Beiträge zum Stichwort: Gnarls Barkley

Cee Lo Green – The Ladykiller

downloadEs gibt so Typen, „Charaktere“, die, egal was sie auch anfassen, am Ende immer alles zu Gold machen. Cee Lo Green, Sänger und eine Hälfte des Alternative-Rap-Soul-Duos Gnarls Barkley, ist einer von ihnen. Vielleicht noch um den Zusatz „mittlerweile“ ergänzt. Denn so sehr er in den letzten Jahren für Songs wie „Crazy“ (2006) oder das zweite Gnarls-Barkley-Album „The Odd Couple“ (2008) auch hochgejubelt wurde, verlief der Anfang seiner Karriere doch etwas holperig: Als Teil der Rap-Combo Goodie Mob erntete er erste Achtungserfolge, in den Genuss kommerziellen Erfolgs kam er aber trotz dreier gemeinsamer Alben nicht wirklich. Das änderte sich erst, als er Ende der 90er die Band verließ und sich verstärkt auf seine eigene Karriere konzentrierte – mit dem bekannten Ausgang. Das dieser Tage erscheinende „The Ladykiller“ ist nun bereits Cee Lo Greens drittes Soloalbum, und mit dem will der wuchtige Sänger endgültig ganz oben in der Popliga angreifen. Anders ist die Vorab-Single „Fuck You“ (aka „Forget You“) nicht zu erklären; ein funkiges Soul-Pop-Monster mit charmantem 60s-Backgroundchorus und einem Lollipop-Vibe, der jedes Herz vor Freude hüpfen lässt. Und auch wenn keiner der übrigen Songs einen ähnlichen Bubblegumfaktor aufweist, ist das Album dennoch erstklassig. Als da wäre zum Beispiel die elektrisierende Synthpop-Nummer „Bright Lights Bigger City“, das knisternde „Please“ featuring Selah Sue oder die poppige Big-Band-Nummer „Satisfied“. Allesamt voll gestopft mit ausladenden Streichern und Greens herausragender Stimme. So muss Popmusik klingen.

“The Ladykiller” ist bereits bei Warner erschienen.

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Asher Roth – Asleep In The Bread Aisle

asherrothAsher Roth – der neue Eminem? Mitnichten! Und trotzdem werden sich derartige Vergleiche in der nächsten Zeit vermutlich häufen. Doch es bedarf schon mehr als nur die gleiche Hautfarbe und einen sich ähnelnden Rapstyle, um in die Fußstapfen von Marshall Mathers zu treten. „Asleep in The Bread Aisle“, das Debüt vom 23-jährigen Grundschullehrer mit Collegeabschluss (kein Scherz!), verfügt mit „Lark On My Go Kart“ und seinem unverschämten Wortwitz über genau einen Smashhit. Ansonsten ist das Album maximal gehobene Standardware ohne nennenswert aufregende Beats, das mit Gastfeatures von unter anderen Cee-Lo (Gnarls Barkley) und Busta Rhymes Höhenluft schnuppert, welche es gar nicht verträgt.

“Asleep In The Bread Aisle” ist bereits bei SRC/Universal erschienen.

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Martina Topley-Bird – The Blue God

Ok, die Fakten schnell hinter uns gebracht: Ja, sie war die aufregend-beunruhigende Stimme auf Trickys schwülem Meisterwerk „Maxinquaye“ von 1995 und drei weiteren Tricky-Alben; ja, sie war mit Tricky liiert und ist es längst nicht mehr. Nein, als Solokünstlerin ist sie bisher nicht so richtig in Erscheinung getreten, meistens nur als Gast auf den Platten anderer (Primus, Gorillaz, David Holmes, Diplo, Gutter Twins).

Dass Martina Topley Bird in einer Welt voller stinkreicher Vollidioten das absolute Anrecht hätte, auch mal mehr als die üblichen eingeweihten Schlaumeier zu erreichen, beweist „The Blue God“, das zweite Soloalbum von Martina Topley Bird. Hier scheint sie diesmal einen großen Pop-Angriff zu versuchen. Die Songs sind knackig, melodiös und das, was man inmitten der allseits verbreiteten Rundfunktristesse als „radiotauglich“ bezeichnen kann, doch sie verbergen nie ihre unterschwellige Bösartigkeit, gelegentlich auch das sich ausbreitende Gift (siehe – haha – „Poison“). Sie zeigen, dass der momentan sehr gefragte Produzent Danger Mouse (eine Hälfte sowohl von Danger Doom als auch von Gnarls Barkley) ein momentan überall zu Recht gefragter Produzent ist. Da fehlt nichts, jeder Song ist üppig ausgestattet, und trotzdem ist alles auf den Punkt gebracht. „Phoenix“ und „Valentine“ etwa sind kleine, schöne Meisterwerke. Und vor allem, Leute: diese Stimme! Mal klingt sie wie in Honig getaucht, dann wieder verkratzt wie frisch aus der Eckkneipe (BREAKING NEWS: dort darf man ja jetzt wieder schmöken!), beides oft in ein und demselben Song. Das kann man dann z.B. „säuseln“ nennen, kitzelt mich aber an einer entscheidenden Stelle, an der mich auch etwa die Stimmen von Marvin Gaye, Anthony Hamilton oder diesem traurigen Typen von den Montgolfier Brothers kitzeln.
So richtig geklappt hat es mit dem Starruhm wieder nicht (einmal lachen bitte: „Poison“ erreichte Nr. 9 in den „Indie“-Charts). Schade, aber auch egal.Wem die Songs nicht so viel Spaß machen sollten wie mir, der kann sich vielleicht wenigstens an Äußerlichkeiten ergötzen: Ein schöneres Plattencover habe ich lange nicht mehr gesehen.

“The Blue God” ist am 18. Juli über Pias/Rough Trade erschienen.

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