Beiträge zum Stichwort: Guided by Voices

[Album] Guided By Voices - Let’s Go Eat The Factory

gbvEigentlich sollten dem Release von „Let’s Go Eat The Factory” einige Festivalauftritte des „klassischen” Mittneunziger-Line-ups von Guided By Voices folgen, aber die sind mittlerweile wohl hinfällig. Hat sich die frisch wiedervereinigte Band nun wieder aufgelöst oder nicht? Auch egal. GBV haben einen Indierock-Katalog hinterlassen, der für niemanden bis ins Detail zu durchsteigen ist, und Bandkopf Robert Pollard nimmt ohnehin mit einer Frequenz und Beiläufigkeit Alben auf, mit der andere einkaufen gehen. Das Wiedersehen auf „Let’s Go Eat The Factory” ist dennoch ganz erfreulich: Gitarrenriffs, zu denen man die Luft kicken will, abstruse Texte, simple, aber eingängige Melodien. Kein Vergleich zu Lo-Fi-Großtaten wie „Under The Bushes, Under The Stars” oder „Alien Lanes”, aber von bemerkenswerter, seltener Lässigkeit.

„Let’s Go Eat The Factory” ist bereits bei Fire Records/Cargo erschienen.

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Teenage Fanclub - Shadows

41ht1dg6hl_sl500_aa300_Von einem Teenage Fanclub-Album zu erwarten, es würde mit Innovationen, zeitgemäßen Einflüssen oder genrefremdem Spielereiein aufzuwarten, wäre vermessen und ein deutliches Zeichen, die Herangehensweise der Schotten zu verkennen. Sie wollen doch nur spielen. Zwar immer das Gleiche, aber wenn es so melodienträchtig ist, warum nicht? Gemeinsam mit den US-Kollegen von Guided By Voices konkurrieren sie seit zwei Jahrzehnten um die Auszeichnung „die Beatles des kleinen Mannes“ und importieren auch sonst alles, was in Sachen poppiger Gitarrenmusik Laune macht: Byrds, Beach Boys, Travis. Weshalb Teenage Fanclub nie den ganz großen Durchbruch geschafft haben, fragt man sich auch nach „Shadows“: Ein Dutzend zuckersüßer Songs mit so viel Melodieverständnis, dass sie dafür einen Lehrstuhl erhalten müssten. Keine Brüche, kein Wehklagen, nur die perfektionierte Unterhaltung ohne Skandalhascherei. Diese tonnengroßen Songs scheinen ihnen wie Nichts aus den Boxen zu fallen. Für Rüpeleien bitte woanders anstellen, Teenage Fanclub sind einfach nette Männer mit noch sympathischerem Liedgut.

“Shadows” erscheint am 8. Juni bei Merge Records.

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The Thermals - Now We Can See

61nybhmg4ol_sl500_aa240_Kinder, lernt doch mal einen vierten Akkord! mochte man den Thermals bislang zurufen. Durchaus väterlich-wohlwollend: Sollen die mal ihre Punkmusik spielen. Inzwischen klingen die Bitten panischer: Musstet ihr jetzt auch noch den dritten verlernen?! „Now We Can See“ hört sich in jeder Sekunde, jedem durchgeschlagenen Akkord, seiner ganzen Stop&Go-Dynamik nach den Thermals an. Damit das auch hundertprozentig klappt, muss sich die Band kleiner machen als sie ist. Wäre es möglich, die drei vorangegangenen Alben wie Punktmengen übereinander zu legen, fände „Now We Can See“ ausschließlich dort statt, wo diese sich sich überlappen. So überraschungsarm und homogen ist die Platte, dass man nach drei Songs das gesamte Album kennt. Wenigstens kennt man es nach einem kompletten Durchlauf dann richtig gut. Vom Indielabel „Sub Pop“ ist die Band zum Nochmehrindielabel „Kill Rock Stars“ gewechselt, kein Wunder, dass es wirkt, als würden die Thermals rückwärts altern. Noch auf „The Body The Blood The Machine“ klangen sie in den besten Momenten wie Guided By Voices ohne Bock auf Experimente. „Now We Can See“ klingt nur noch wie Thermals ohne Bock. Selbstbeschränkung ist was für Stadionacts, Kinder.

“Now we can see” erscheint am 03. April bei Kill Rock Stars/Cargo Records.

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Die Beatles des kleinen Mannes: Guided by Voices

Guided by Voices (genauer gesagt Robert Pollard) haben wohl ca. 4.000 Songs geschrieben, von denen mindestens 100 göttlich sind. Ich kenne sogar Menschen, die “Motor Away” als ihren Beerdigungs-Soundtrack auserkoren haben. Keine schlechte Wahl.

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Mein persönlicher Favorit ist nach wie vor “The official ironmen rally song” aus dem Album “Under the bushes, under the stars”.  Wäre John Lennon nicht vom FBI umgebracht worden, er würde wohl heute seine tägliche Morgengymnastik mit diesem Song einläuten.

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