Beiträge zum Stichwort: HipHop

Roots Manuva – Slime & Reason

„You got to sing like no one’s listening. You gotta fart like there’s no one there to smell it!” Quietschfidelen Frohsinn versprüht Smiths ihr Rodney alias Roots Manuva im Zuge seines vierten Longplayers. Der Mann, der die Fahne des UK-HipHop in den letzten Jahren so ziemlich als einziger hoch gehalten hat, ohne dabei albern auszusehen, gerät allerdings mit „Slime & Reason“ in Gefahr, genau dort zu landen. Dabei geht es doch sogar um mehr als HipHop:

„With this record I was trying to tune into that old Channel One, Studio One aesthetic. Lord knows what they were drinking, smoking or eating or what they were doing or what was on their mind but to me that was a special period in music. Today, with the technology that’s available it’s pretty easy to make generic music, music that sounds like everything else. But to tap into an unique aesthetic, to make a long player that is of its own world is a harder job. How do we make it have an individual sound?”

Gute Fragen zu stellen, heißt aber lange noch nicht, gute Antworten zu finden. „Slime & Reason“ mag man sogar mit seiner Mischung aus Karnevalshymnen, melancholischem Funk und analogen Synthie-Attacken eine „Individualität“ zugestehen, „individuell“ ist aber nicht gleichbedeutend mit – genau – „gut“. Rodney Smith hatte für seinen neuen Tonträger scheinbar 14 annehmbare Ideen zusammen und hat diese auf exakt 14 Tracks verteilt. Manchmal funktioniert’s („It’s me oh lord“), meistens weniger, manchmal überhaupt nicht („Do nah bodda mi“). Den obligatorischen Hu-Hu-Hit gibt’s mit „Buff Nuff“, aber das hätte man auch mit einer schicken Single abhandeln können. Als langjährigen Fan befällt mich Ratlosigkeit, aber vielleicht kriegt er mich ja beim nächsten Mal wieder. Als Ein-Mann-Spaß-Combo jedoch nicht.

“Slime & Reason” erscheint am 29. August über Big Dada / Rough Trade.

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Big Dada verschenkt 10 Tracks seiner Lieblingskünstler – Bitte zugreifen!

01. Majesticons – Brain Party (Download)

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02. Lotek HiFi – Fire (Download)

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03. New Flesh feat. Cecil Pimpernel – Robert & Cecil (Download)

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04. TTC – Je N’Arrive Pas A Danser (Download)

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05. Infesticons – Hero Theme (Download)

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06. Infinite Livez – Pononee Girl (Download)

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07. Lotek HiFi – Ram Dancehall (Download)

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08. Roots Manuva – Bashment Boogie (Remix) (Download)

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09. NMS – Brave New World (Download)

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10. King Geedorah – Next Level (Download)

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Atmosphere – When Life Gives You Lemons You Paint That Shit Gold

Auf HipHop einzuschlagen, ist heutzutage ein Leichtes – zuviel Mist erblickt Tag für Tag das Licht der Welt: Gangster, die keinen Flow besitzen, machen einen auf Rapper, und Rapper, die über die nötigen Skillz verfügen, fehlt es an Hirnschmalz und machen einen auf Gangster. Die wahre Kunst liegt also darin, guten HipHop zu finden. Und da kommen Atmosphere ins Spiel. Von Anfang an, als sich Sean „Slug“ Daley und Produzent Anthony „Ant“ Davis in den frühen 90ern zusammentaten, stand für die beiden fest, dass im Rap auch für andere Themen als nur „Geld, Autos und Nutten“ Platz sein müsse. Atmosphere stehen für ausgeklügelte und intelligente Reime, die sie mit exquisiten Beats unterlegen. Davon zeugt auch „When Life Gives You Lemons, You Paint That Shit Gold“: Gitarre, Bass und Schlagzeug bilden das für HipHop ansonsten eher untypische Klanggerüst bei dem Album. Das lässt den Sound nicht nur organisch und deep klingen, sondern öffnet auch Raum für andere Instrumente; so beginnt zum Beispiel „Puppets“ nur mit Gastmusiker Erick Anderson am Klavier und ein paar Handclaps, doch das allein langt schon, um so manch anderen Rapsong weit hinter sich zu lassen, dem die zündende Idee fehlt und nur mit einer dicken Produktion aufwarten kann. „Shoulda Known“ hingegen klingt mit seinen wabbernden Synthies unglaublich pissed. Dazu erzählt Slug in den 15 Songs Geschichten von allein erziehenden Müttern und flüchtigen Begegnungen, die – auch sehr untypisch für das Genre – ohne ständige Selbstreferenzen auskommen. Reines Gold!

Atmosphere “Whe Life Gives You Lemons…” ist am 18. April via Rhymesayer/Rough Trade erschienen.

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Heliocentrics – Distant Star feat. MF Doom & Percee (Strange version)

“Malcolm Catto’s band turns traditional funk on its head with his syncopated drums tying up ’60s psychedelia and free jazz into chaos-on-the-one.” Das schrieb das URB Magazine über die Fusion aus HipHop, Jazz und Funk, den die neunköpfige Band um Drummer und Pianist Malcolm Catto formvollendet auf ihrem Album “Out There” zelebriert. “Distant Star” ist sowohl auf “Out There”, als auch auf der gerade releasten 12” inch enthalten.

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Dizzee Rascal – Dance Wiv Me

Die neue Single von Dizzee feat. Calvin Harris & Chrome. Kommt raus am 07. Juli und fettet geschmeidig ein. Ich mag von ihm ja eher die brachialen und dunklen Stücke, aber es ist ja Sommer!

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Roots Manuva – Buff Nuff

Große Ereignisse werfen ihre Vorabsingles voraus: Am 25. August erscheint “Slime & Reason”, das neue Roots Manuva-Album. Bei Radio One schon als das “hottest album in the world” deklariert. Wir sind gespannt. Das Video zu “Buff Nuff”, der am 30. Juni erscheinenden ersten Single, gibt’s bereits jetzt. Gemixt übrigens von Ross Orton, der ja bereits bei M.I.A. seine Regler im Spiel hatte.

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SIDO – Augen auf

Weil’s das Album mit den besten Tracks ist, die ich seit Jahren von deutschsprachigen HipHop-Künstlern gehört hab, Sido mich mit “Ich & Meine Maske” endgültig gekriegt hat und die Mischung aus FETT und LUSTIG so hervorragend finde… Video ab!

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Santogold – Creator

santogold.jpgHuch, schon wieder was neues von M.I.A.? Nix da, die junge Dame aus Brooklyn hört auf den Namen “Santogold” (MySpace) und veröffentlicht nach einer schicken EP im Frühjahr ihr erstes komplettes Album. Mit oder ohne M.I.A.-Hype könnte das eine spannende Geschichte werden, denn schließlich decken schon die im Netz kursierenden Appetithäppchen ein Spektrum von fluffig bis ass kickin’ ab…

Santogold vs Switch & Freq Nasty – Creator

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Als Bonus hier noch ein Mix von ihrem Tour-DJ Martelo

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ApRock – The Returners Joining Force Mixtape

mixtape.jpg

01. Intro (produced & cuts by Returners)
02. Doujah Raze – “Win,Lose Or Draw” (produced by Returners)
03. Contribution X feat. Rasul Allah, Christ Apostle & Bomshot – “Nobody Move”
04. Supastition – “Evil Money” (produced by Madwreck, cuts by DJ Wreckineyez)
05. CAEN Project feat. Product – “Main Concern”
06. Cesar Comanche – “Hands High”(produced by 9th Wonder)
07. RootPeople & Progress – “Joining Forces” (produced by Untitled)
08. Dj K.O feat Royce 5′9, Elzhi & Supastition – “Best To Do It” (produced by Marco Polo, cuty by Dj Shylow)
09. Majors – “Get Down”
10. Everliven Sound feat. Wordsworth – “What If” (produced by Beatnikz)
11. Mesidge, PhaizRoc & C4Mula – “Light Em Up” (produced by The Hitfamers)
12. Braille – “The IV” (produced by Marco Polo, cuts by Rob Swift)
13. Riot Squad – “Money Time” (produced by The Hitfarmers)
14. Returners feat. Ty-Chee, El Da Sensei & Leobaum – “Tellin Ya For Real INTERLUDE” (produced by Returners)
15. Doap Nixon feat. Planetary of Outerspace – “Say No More”
16. Ceekay Jones feat. KRS-One & Mad Lion “No Problem” (Coproduced by Mad Lion and Nigel Starr)
17. Special Teamz – One Call (produced by Marco Polo, cuts by DJ Jayceeoh)
18. Hitfarmers feat. Sicknature & Kosha Dillz – “Joining Forces” (produced by The Hitfamers)
19. Bekay – “I’m The Reason” (produced by M-Phazes, cuts by DJ Dutchmaster)
20. Bekay – “I’m The Reason” (produced by Returners, cuts by DJ Dutchmaster)
21. The Underclassmen “Hard Hitting” (produced by Loptimist)

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In echt: Jim Pansen

image2.jpgGar nicht schwer! Vier Fakten über Jim Pansen: a) Der Name klingt verdammt bescheuert. b) Dahinter verbirgt sich Flo Sump, einst Schlagzeuger bei Echt, der c) mit „Jim Pansen und die verbotene Frucht“ nun ein waschechtes HipHop-Album veröffentlicht. d) Alle, die sich der Musik nur auf Grund der ersten drei Fakten bereits verweigern, lassen sich ein extrem unterhaltsames und erfrischendes Rapalbum entgehen.

Allen, denen man erzählt, Flo von Echt nenne sich neuerdings Jim Pansen und mache jetzt Rap, gucken erstmal befremdlich. Warum dieser Name?
Den Namen habe ich schon seit 2001, als ich mein erstes Mixtape aufnahm, das wir damals nur so unter der Hand verkauften. Der Name „Pansen“ war immer ein Synonym bei uns für jemanden, der häufiger ins Fettnäpfchen tritt, Sachen umschmeißt oder im falschen Moment vielleicht hinfällt, wenn er ’ne coole Frau kennen lernt – und um ganz ehrlich zu sein: So ein Typ bin ich.
Gleichzeitig nimmt er der Musikpolizei sofort den Wind aus den Segeln. Absicht?
Na ja, gerade im Rap gibt es heute so viele Leute, die mit ihrem Namen eine besonders coole Seite von sich nach außen kehren, sich unangreifbar machen wollen. Das ist aber das genaue Gegenteil von dem, wie ich mir das vorstelle. Meine Botschaft ist eher: Ich habe genauso viele Macken wie alle anderen auch.
Besitzt du eigentlich ein Kredibilitätsproblem?
Auf jeden Fall. Das ist eine Frage, mit der ich mich sehr beschäftigt habe, bevor ich überhaupt mit HipHop angefangen habe: Was darf ich, was darf ich nicht, darf ich überhaupt rappen? Aber entweder glauben mir die Leute, was ich mache oder sie glauben es mir nicht. Alles andere zählt nicht wirklich.
Wie sehr nerven dich Fragen zu deiner Vergangenheit?
Grundsätzlich gar nicht, es kommt aber auch darauf an, was das für Fragen sind. Sollte jemand viel mit mir über Kim Frank reden wollen, wird es einfach kompliziert. Da gibt es unzählige Dinge, die ich gar nicht beantworten kann, weil ich ihn auch nur einmal im Jahr zufällig auf dem Hamburger Berg (Nebenstraße von der Reeperbahn; Anm. des Autors) treffe. Ansonsten gehört meine Vergangenheit komplett zu mir und es wäre ein Fehler, die verstecken zu wollen.
Das Album atmet sehr den Geist von deutschem HipHop aus dem Hamburg Ende der Neunziger, als Crews wie Eins, Zwo, Fettes Brot und Fünf Sterne Deluxe groß waren oder gerade wurden. Würdest du dem zustimmen?
Es wäre vermutlich vermessen zu behaupten, dass das nicht stimmt, da ich genau diese Bands damals abgefeiert habe und sie erst so richtig den Grundstein der Begeisterung für HipHop bei mir legten. Ich bin viel zu jung, um mit Grandmaster Flash groß geworden zu sein, das war HipHop aus Hamburg – und diese lockere Art, sich selber nicht zu ernst zu nehmen, hat mich bestimmt in meiner Musik geprägt.
Wie wichtig ist es dir da, dass Leute wie Marcnesium, DJ exel.Pauly oder Sebi von Deichkind an deinem Album mitgeschraubt haben?
Das hat schon eine besondere Bedeutung für mich. Vor allem war es mir aber wichtig, dass, wenn sie mit ins Boot steigen und mich bei dem Album unterstützen, es nicht machen, um mir einen Gefallen zu tun. Sie sollten Bock drauf haben. Auf gar keinen Fall wollte ich mir damit irgendwelche Deichkind-, Fettes-Brot- oder Fünf-Sterne-Deluxe-Stempel für das Album einkaufen. Das sind alles Typen, die auch „Nein“ sagen können und nicht gerade als Auftragsarbeiter gelten. Das gibt mir auch ein bisschen Sicherheit, was das Album angeht.
Vielen Dank für das Gespräch!

„Jim Pansen und die verbotene Frucht“ erscheint am 4. April via Pansrock / PIAS

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