Beiträge zum Stichwort: Indie

[Album] Die Sterne – Mach’s besser: 25 Jahre Die Sterne

Die Sterne Cover

Relevanz is an Eight-Letter-Word. Zum 25. gibt’s für die Sterne fremde Interpretationen in eigener Sache.

Freunde, Weggefährten und Nachfolger verneigen sich tief vor dem lakonischen Riesen Frank Spilker und seinen Sternen. Deren Songs – man dachte es sich ja bereits – haben eine derart mächtige Substanz, dass sie auch bei den unterschiedlichsten Herangehensweisen einfach nur anders glänzend funkeln und nicht ermatten. Ausnahme: das irritierend müde »Irrlicht« von Isolation Berlin. Ansonsten klopft das Vierteljahrhundert deutscher Indie-Pop-Geschichte (so viel Pathos darf es ruhig mal sein) angenehm uneitel und mit merklich Herzblut ans Fenster: »Bis neun bist du o.k.« bringt Naked Lunch auf Deutsch (!) aufs Tapet, Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen verwandelt »Widerschein« in eine kämpferische Bläserbrigade und das bis auf die Knochen ausgezogene »Klebrig vermutlich« von Der Mann ist so sexy wie Spilkers Siebziger-Jahre-Schnurrbart. Als verlässliche Hitmaschine erweist sich Peter Licht, der »Universal Tellenwäscher« zu einem anrührenden Tränenzieher umdeutet. Raritäten und Remixes gibt’s obendrauf und mit Schleifchen drumherum gemahnt »Mach’s besser« daran, was war, ist und sein wird. Bestenfalls: Die Sterne.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

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[Konzert] Balthazar – Knust (24.2.)

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Zwischen Rock und Lounge-Pop schlurft die belgische Band Balthazar zwischen den Stühlen, ohne sich von einem Genre dingfest machen zu lassen. Da grätschen HipHop-Beats und Soulbläser in die Songs, wie sich das für Popmusiker ohne Scheuklappen gehört. Ihr zweites Album „Rats” machte sie auch abseits ihres Heimatlandes verdient bekannter, die Vorabsingle „Leipzig” des kommenden Albums wirkt in diesem Sinne schon einmal halbwegs weltgewandt.

Wann: Mo, 24.2., 21 Uhr
Wo: Knust
Wieviel: ab 16,75 Euro

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[Album] Best Coast – Fade Away

best.coast_.fade_.away_Die aktuelle Platte von Best Coast hat zwar nur sieben Songs, aber trotzdem mehr Hits als der Rest im Powerpop-Segment. Okay, anderswo hieße das Ganze vielleicht EP, hier wird es Mini-Album genannt. Ein Schnellschuss oder liebloser Nachklapp ist „Fade Away” deswegen nicht: Bethany Cosentino und Kreativpartner Bobb Bruno haben das aufgeräumte Klangkonzept ihres zweiten Albums „The Only Place” behutsam fortgeschrieben und zaghaft um ein bisschen Soul und Shoegaze erweitert. Viel im Argen lag ohnehin nicht, lediglich die Songs sind noch zwingender: Kallifornische Dur-Akkorde begleiten Herzschmerztexte in Moll, in mühelos klingenden Ohrwürmern. Macht die Wintersonne wärmer.

“Fade Away” ist bereits bei Jewel City/Rough Trade erschienen.

“I Don’t Know How” hier anhören.

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[Konzert] Yo La Tengo – Gruenspan (12.11.)

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Dieses Jahr starb eine Institution weg, die man eng mit dem Werdegang Yo La Tengos verband: Zwar spielten im Maxwell’s in Hoboken, New Jersey unzählige Bands (unter anderem Nirvana vor einer Handvoll zahlender Gäste), doch kaum eine andere Band war hier derart zuhause: Für die alljährliche Hanukkah-Konzertrutsche mit Gästen muss das Indierock-Trio dieses Jahr erstmals nach Brooklyn ausweichen. Davor wird aber noch in Europa endlich das aktuelle Album „Fade” aus dem vergangenen Winter betourt: das seit langem stärkste Album in einer Reihe starker Alben. Aus Gitarre, Bass, Schlagzeug und gelegentlich brummender Orgel schaffen Ira Kaplan, Georgia Hubley und James McNew mal wunderbar harmonische, dann wieder aufgeregt kratzende Rockmusik. Clubs öffnen und schließen, aber Yo La Tengo sind immer da. Kaum in Worte zu fassen, wie beruhigend das ist.

Wann: Di, 12.11., 20 Uhr
Wo: Gruenspan
Wieviel: 27,80 Euro

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[Konzert] Daughter – Uebel & Gefährlich (7.11.)

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Die stetig wachsende Zahl der Daughter-Sympathisanten aus Hamburg weiß nach Auftritten im Uebel & Gefährlich, dem Knust oder auf dem DockvilleFestival nur zu gut: Wenn Portishead oder Lamb auf die folkige Karte gesetzt hätten, würden sie klingen wie das Londoner Trio Daughter. Elena Tonra singt wie das zerbrechlichste Wesen der Welt, um in der nächsten Sekunde selbstbewusst aus dem selbst gegrabenen Loch zu steigen. „If You Leave Me“ ist das nach einigen überragenden EPs („This Wild Youth“, „His Young Heart“) im März diesen Jahres endlich erschienene Debütalbum des Londoner Trios, das neben den hauchzarten Folkklängen auch Abstecher ins beanchbarte Indierockland macht. Augen schließen und genießen. Daughter sind as Trio Kinder von trauriger Ambition, aber Elena Tonra am Mikrofon eine höhere Tochter der schwelgerischen Perfektion.

Wann: Do, 7.11., 21 Uhr
Wo: Uebel & Gefährlich
Wieviel: ab 24,20 Euro

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[Album] Lee Ranaldo And The Dust – Last Night On Earth

lee-ranaldoGute Zeiten, schlechte Zeiten für Sonic-Youth-Fans. Natürlich blöd, dass sich die langlebige Indierockband letztlich aufgelöst hat, doch Mangel an Nachfolgeprojekten gibt es nicht: Letzten Monat erschien das Debüt von Kim Gordons Gitarrennoise-Gedöns Body/Head, Thurston Moores metalpunkige Band Chelsea Light Moving tourt fleißig, und Lee Ranaldo bringt mit SY-Schlagzeuger Steve Shelley an seiner Seite bereits das zweite Soloalbum nach dem Split heraus. Wo seine Ex-Kollegen sich alleine extremer gebährden, fährt Ranaldo, der trotz seiner berühmten Beiträge zur Lärmforschung ein virtuoser Gitarrist ist, heute ein sehr klassisches Rockbrett zwischen R.E.M. und Wilco. „Last Night On Earth” ist songorientierte Wertarbeit eines Könners, der nichts beweisen muss.

“Last Night On Earth” ist bereits bei Matador/Beggars/Indigo erschienen.

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[Konzert] The Wedding Present – Molotow (19.9.)

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Letztes Jahr waren The Wedding Present ebenfalls im September in Hamburg: Auf dem Reeperbahn Festival spielten sie ihr klassisches Indierock-Album „Seamonsters” von 1991 komplett durch, wobei Frontmann David Gedge geradezu rührend um das Wohlergehen des Publikums besorgt war: nachfragend, ob man denn noch Spaß habe, die Platte sei ja etwas „unentspannt”. Das ist sie tatsächlich (wie vieles, was Produzentenlegende Steve Albini produziert hat), aber für eine Band, die sich „Hochzeitsgeschenk” nennt, waren Gedges Songs immer reichlich schnodderige Absagen an potentielle und Ex-Liebschaften. Nach einer mehrjährigen Pause, in der Gedge sich mit dem Projekt Cinerama herumtrieb, sind The Wedding seit 2005 wieder als Band aktiv: neue Leute, neue Songs. Lakonisch, böse und eingängig sind sie noch immer, dazu bräuchte es keine Rückschau.

Wann: Do, 19.9., 20.30 Uhr
Wo: Molotow
Wieviel: ab 20,70 Euro

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[Album] Franz Ferdinand – Right Thoughts, Right Words, Right Action

ff„Schampus mit Lachsfisch”, gebügelte Hemden und Ponyfrisuren zum Trotz, Franz Ferdinand sind und waren immer eine Rockband. Halt auf die britische Art. Aus Opener „Right Action” kann man die frühen Blur raushören, wenn man die Assoziationscheibe etwas weiter dreht, mitunter die Kinks. „Right Thoughts, Right Words, Right Action” ist beinahe ein Comeback-Album: „Tonight: Franz Ferdinand” ist vier Jahre her, ein typisches Gar-nicht-so-schlecht-Album nach dem Hype-Abklang, das in der Rückschau eher Glanz verliert als gewinnt. „Right Action” ist dagegen frischer, verquerer und erinnert mehr als einmal daran, warum man die Kunsthochschulpunks liebgewann. Franz Ferdinand klingen auf ihrem vierten Album vertraut, aber nicht redundant. Danke fürs Dranbleiben.

“Right Thoughts, Right Words, Right Action” ist bereits bei Domino/Goodtogo erschienen.

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[Album+Video] The Elwins – And I Thank You

elwins3Es ist so ein Schauspieler-Allgemeinplatz, dass es viel schwieriger sei, komische Rollen zu spielen als tragische. Irgendwie gilt das auch ein bisschen für Indierock: Sauertöpfisches Akkordgeschrammel ist wie Pizza, auch schlecht noch recht beliebt (um Dendemann zu paraphrasieren). Aber Musik, die wirklich uplifting ist? Sackschwierig. Die New Pornographers können das, Brendan Bensons „Lapalco“ war so ein Album, und „And I Thank You“ der kanadischen Elwins ist es ebenfalls. Eine melodieselige Indiepopplatte, die sich des Lebens freut, als hätte jemand „Good Day Sunshine“ der Beatles auf eine halbe Stunde gestreckt. Darauf einen Drink mit Schirmchen.

“And I Thank You” ist bereits bei Affairs Of The Heart/Indigo erschienen.

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[Konzert] Dinosaur Jr. – Uebel & Gefährlich (30.6.)

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Es ist vielleicht ein bisschen zuviel gesagt, wenn man behauptet, Dinosaur Jr. hätten sich wieder vertragen: J. Mascis und Lou Barlow konnten sich noch nie leiden. Der autistische Gitarrengott und der sensible Bassist waren alles andere als ein Traumpaar – und nach der Scheidung widmete Barlow als Kopf seiner eigenen Band Sebadoh eine nicht unerhebliche Zahl an Liedern dem Ex-Chef. (Mascis produzierte derweil ein paar Songs der Breeders, darunter die Coverversion „The Freed Pig“, „a Sebadoh song about Lou hating me“, so die Liner Notes zur „Last Splash“-Jubiläumsausgabe.) Seit 2005 spielt die Band wieder im lärmigen Original-Line-up und brachte drei neue Alben heraus, das jüngste, „I Bet On Sky“, erschien im vergangenen Jahr. Die Freundschaft ist nicht gewachsen, eher die Dickfelligkeit – und das Gesamtwerk um einige aufregend zergniedelte Indierocksongs mit Knarzstimme.

Wann: So, 30.6., 20 Uhr
Wo: Uebel & Gefährlich
Wieviel: ab 28,90 Euro

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