Beiträge zum Stichwort: Jazz

Mocky – Saskamodie

51l2ybrhedl_ss500_Dominic Salole gibt auf seinem neuen Album nichts auf kreative Reibung durch äußere Einflüsse. Davon trägt er genug in sich. Und so zeichnet der Kanado-Berliner auf „Saskamodie“ verantwortlich für Songwriting, Produktion, Drums, Bass, Piano, Gitarre, Percussion, Glocken, Blockflöte, Gesang, Pfeife, Orgel und Streicherarrangements. Ein Egotrip, der Mocky ebenfalls wegführt von den leicht verdaulichen HipHop- und Elektro-Ausflügen. Jetzt werden Jazz und Soul in den Schwitzkasten genommen und dank Anwesenden wie Jamie Lidell, Gonzales, Feist und Taylor Savvy ein „erwachsenes“ Werk präsentiert. Weg von der überkandidelten Humor-Überdosis, hin zu einer intensiven Zeitlosigkeit, die in ihrer perfekten Produktion von dem Wissen profitiert, dass sich Mocky als Arrangeur für seine aktuellen Gäste angeeignet hat. Große Melodien, die in jedem Jahrzehnt ihren Ursprung haben könnten und dennoch nicht dem Missverständnis „Retro“ aufsitzen. So elegant aus der Gegenwart geschlängelt hat sich schon lange niemand mehr.

“Saskamodie” erscheint am 20. März bei Crammed Discs.

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Mr. Scruff – Ninja Tuna

mrscruffAndy Carthy ist DJ, Tee-Liebhaber und Produzent. In exakt dieser Reihenfolge. Und mit seinem Alter Ego „Mr. Scruff“ ist er der leichtfüßigste Junge der oft zentnerschwer daherkommenden Ninja Tune-Familie. Unzählige Touren und Club-Events haben seinen schwer zu fassenden Stil zu einer Marke werden lassen.

Electronica, Soul, Funk, Jazz, Dancehall, Rocksteady, HipHop, Boogie – Die Ingriedenzien des Mr. Scruff-Aromas sind zahlreich und vor allem auf Albumlänge von spitzbübischer Leichtigkeit zusammen gerührt. Bläst er bei seinen DJ-Sets auch gerne mal die House-Backen auf, bleibt es auf Vinyl (vergleiche den Mega-Seller „Keep It Unreal“) gerne flockig elektronisch. Auch „Ninja Tuna“ bietet keine unverdauliche Kost. Aber Vorsicht: Das ist Dancefloor, das ist klassischer Funk-Breaks-Stoff, das sind auf Kniehöhe gespielte Bässe.

Und perfekter als beim Track „Kalimba“ kann Eklektizismus nicht buchstabiert werden. Starkes Album von Mr. Carthy, dem bei aller Unkompliziertheit die kunstvolle Verschmitztheit nicht abhanden kommt.

“Ninja Tuna” erscheint am 7. November über Ninja Tune / Rough Trade.

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The Bays & The Heritage Orchestra

Wenn bestehende Bands als neues Projekt mit einem Orchester zusammen arbeiten, hat Improvisation meist keinen großen Platz. Häufig werden einfach Streicherarrangements unter bestehende Stücke hinzuaddiert oder etwaig vorhandene Strings durch Livespiel ersetzt. Anders bei The Bays, Drummer, Bassist und zwei Herren an Synths, die auch mit großem Ensemble im Rücken nicht von ihren elektronisch-jazzigen Improvisationen ablassen.

Wen der Videotrailer neugierig macht, kann sich das komplette Konzert mit dem Ensemble vom Juni 2008 auf ihrer Homepage herunterladen und im Archiv noch viele weitere Aufnahmen finden.

YouTube Preview Image
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Gonzales – Soft Power

Der Weg zwischen Pop- und Hochkultur, es gibt ihn. Allerdings ist er gepflastert mit extrem viel Ödnis. CDs mit beigefügten Kunstdrucken, Mucker-Attitüden, Verspulung in Sprache und Musik bis zur völlig Unkenntlichmachung von Klarheit. Selten kommt es auf diesem Weg zu so selbstironischen Aussprüchen wie einst bei Funny van Dannen auf “Grooveman”, dort hieß es seinerzeit: “Das nächste Stück hört sich jazzig an, ist aber Punk.”

Denn wer an den Trog Hochkultur will, muss anscheinend allen Humor über Bord werfen. Warum auch immer das so sein mag – es wird danach gehandelt. Zu den wenigen, die sich über dieses Bedeutungshaftigkeit-Verdikt hinwegsetzen gehört Gonzales. Wegen seiner archaischen Urvieh-haftigkeit, den holperbeatigen Stylersounds und seinem Witz musste man Anfang des Jahrzehnts auf ihn aufmerksam werden. Und während seine Ex-Homebase Kitty-Yo zuletzt weit in den Hintergrund trat, bewegte sich Gonzales lässig und sicher in elegantere Gefilde, in denen guter Wein statt Erbrochenes regiert. Also überspitzt gesagt, schließlich ist Gonzales ja auch selbst überspitzt.

Seine Live-Auftritte sind nach wie vor legendäres Entertainment und wenn er dann noch am Flügel sitzt und das Rampensau-tum mit klassischer Piano-Versiertheit konterkariert, ist man nur noch beeindruckt. Einzig, und das muss auch gesagt werden, die Alben fallen hinter dieses Erlebnis spürbar zurück. Es fehlt die genialische physische Facette, die Interaktion mit der Band und es bleibt neben guten Momenten auch sehr viel Gedudel. Die feine musikalische Ironie, die darin steckt, auch mal komplett ironiefrei balladeske verschwurbelte Klavierstücken mit 70er-Look aufzuführen, muss man wirklich mögen. Das wird auf “Softrock” noch mal deutlicher als je zuvor. Live wird man mitgerissen, auf Platte sollte man selbst was dafür tun. Fair warning.

Gonzales – “Soft Power” ist am 4. April via Mercury/Universal erschienen

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Heliocentrics – Distant Star feat. MF Doom & Percee (Strange version)

“Malcolm Catto’s band turns traditional funk on its head with his syncopated drums tying up ’60s psychedelia and free jazz into chaos-on-the-one.” Das schrieb das URB Magazine über die Fusion aus HipHop, Jazz und Funk, den die neunköpfige Band um Drummer und Pianist Malcolm Catto formvollendet auf ihrem Album “Out There” zelebriert. “Distant Star” ist sowohl auf “Out There”, als auch auf der gerade releasten 12” inch enthalten.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

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