Beiträge zum Stichwort: Jim Pansen

In echt: Jim Pansen

image2.jpgGar nicht schwer! Vier Fakten über Jim Pansen: a) Der Name klingt verdammt bescheuert. b) Dahinter verbirgt sich Flo Sump, einst Schlagzeuger bei Echt, der c) mit „Jim Pansen und die verbotene Frucht“ nun ein waschechtes HipHop-Album veröffentlicht. d) Alle, die sich der Musik nur auf Grund der ersten drei Fakten bereits verweigern, lassen sich ein extrem unterhaltsames und erfrischendes Rapalbum entgehen.

Allen, denen man erzählt, Flo von Echt nenne sich neuerdings Jim Pansen und mache jetzt Rap, gucken erstmal befremdlich. Warum dieser Name?
Den Namen habe ich schon seit 2001, als ich mein erstes Mixtape aufnahm, das wir damals nur so unter der Hand verkauften. Der Name „Pansen“ war immer ein Synonym bei uns für jemanden, der häufiger ins Fettnäpfchen tritt, Sachen umschmeißt oder im falschen Moment vielleicht hinfällt, wenn er ’ne coole Frau kennen lernt – und um ganz ehrlich zu sein: So ein Typ bin ich.
Gleichzeitig nimmt er der Musikpolizei sofort den Wind aus den Segeln. Absicht?
Na ja, gerade im Rap gibt es heute so viele Leute, die mit ihrem Namen eine besonders coole Seite von sich nach außen kehren, sich unangreifbar machen wollen. Das ist aber das genaue Gegenteil von dem, wie ich mir das vorstelle. Meine Botschaft ist eher: Ich habe genauso viele Macken wie alle anderen auch.
Besitzt du eigentlich ein Kredibilitätsproblem?
Auf jeden Fall. Das ist eine Frage, mit der ich mich sehr beschäftigt habe, bevor ich überhaupt mit HipHop angefangen habe: Was darf ich, was darf ich nicht, darf ich überhaupt rappen? Aber entweder glauben mir die Leute, was ich mache oder sie glauben es mir nicht. Alles andere zählt nicht wirklich.
Wie sehr nerven dich Fragen zu deiner Vergangenheit?
Grundsätzlich gar nicht, es kommt aber auch darauf an, was das für Fragen sind. Sollte jemand viel mit mir über Kim Frank reden wollen, wird es einfach kompliziert. Da gibt es unzählige Dinge, die ich gar nicht beantworten kann, weil ich ihn auch nur einmal im Jahr zufällig auf dem Hamburger Berg (Nebenstraße von der Reeperbahn; Anm. des Autors) treffe. Ansonsten gehört meine Vergangenheit komplett zu mir und es wäre ein Fehler, die verstecken zu wollen.
Das Album atmet sehr den Geist von deutschem HipHop aus dem Hamburg Ende der Neunziger, als Crews wie Eins, Zwo, Fettes Brot und Fünf Sterne Deluxe groß waren oder gerade wurden. Würdest du dem zustimmen?
Es wäre vermutlich vermessen zu behaupten, dass das nicht stimmt, da ich genau diese Bands damals abgefeiert habe und sie erst so richtig den Grundstein der Begeisterung für HipHop bei mir legten. Ich bin viel zu jung, um mit Grandmaster Flash groß geworden zu sein, das war HipHop aus Hamburg – und diese lockere Art, sich selber nicht zu ernst zu nehmen, hat mich bestimmt in meiner Musik geprägt.
Wie wichtig ist es dir da, dass Leute wie Marcnesium, DJ exel.Pauly oder Sebi von Deichkind an deinem Album mitgeschraubt haben?
Das hat schon eine besondere Bedeutung für mich. Vor allem war es mir aber wichtig, dass, wenn sie mit ins Boot steigen und mich bei dem Album unterstützen, es nicht machen, um mir einen Gefallen zu tun. Sie sollten Bock drauf haben. Auf gar keinen Fall wollte ich mir damit irgendwelche Deichkind-, Fettes-Brot- oder Fünf-Sterne-Deluxe-Stempel für das Album einkaufen. Das sind alles Typen, die auch „Nein“ sagen können und nicht gerade als Auftragsarbeiter gelten. Das gibt mir auch ein bisschen Sicherheit, was das Album angeht.
Vielen Dank für das Gespräch!

„Jim Pansen und die verbotene Frucht“ erscheint am 4. April via Pansrock / PIAS

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