Wir sind Helden - Bring mich nach Hause
9. September 2010
Die Helden sind müde. Zumindest gewinnt man den Eindruck auf einer Vielzahl der Stücke auf „Bring mich nach Hause“, da ist der Titel bloß der erste Marker. Eine zurückgenommene, oft akustische Übung in Entschleunigung – oder eher darin, mal Dinge an sich vorübergehen zu lassen. Ein Höhepunkt ist „Die Ballade von Wolfgang und Brigitte“, ein nicht allzu entfernter Verwandter des Jochen-Distelmeyer-Stücks „Murmel“, der sehr einfach erzählt, wie das Leben einen manchmal k.o. schlägt. Judith Holofernes gelingen immer noch wunderbare Umdeutungen wie „Meine Freundin war im Koma und ich krieg nur ein lausiges T-Shirt“ – und das in einer niederschmetternden Pianoballade. Ein paar Ausfälle, die nach Fußgängerzonenfolklore klingen, kann man verzeihen; insgesamt ist „Bring mich nach Hause“ ein ziemlich souverän gewonnenes Heimspiel.
“Bring mich nach Hause” ist bereits bei Columbia erschienen.
Alben, Musik
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