Beiträge zum Stichwort: Kate Bush

[Album] Gang Gang Dance - Eye Contact

gang-gang-danceNachdem die New Yorker Gang Gang Dance mit ihrem letzten Album „Saint Dymphna“ poppigere Wege eingeschlagen hatten und damit auch Bands wie Florence + The Machine zum, sagen wir, Ideenklau inspirierten, geben sie sich auf ihrem fünften Album wieder etwas verspulter. Schon der Einstieg „Glass Jar“ ist eine gut elf Minuten andauernde Geräuschorgie aus arabischen Rhythmen und psychedelischen Synthesizergeräuschen. Doch mit zunehmender Spielzeit wird das Tempo angezogen. Das hektische „Mindkilla“ wird von einem Beat untermalt, der Assoziationen an DJ Mujavas „Township Funk“-Hymne weckt. Lizzi Bougatsos’ Gesang erinnert in seiner Hysterie immer weniger an Kate Bush (der Vergleich ist ja in der Vergangenheit oft bemüht worden) und immer mehr an die Sängerin von Rainbow Arabia. Überhaupt scheint sich die Band aus dem Animal-Collective/Black-Dice-Umfeld in der jüngeren Vergangenheit ausführlich mit arabischen Sounds und Künstlern wie Omar Souleyman beschäftigt zu haben. Ein Ausnahmehit wie „House Jam“ will sich auf Anhieb jedoch nicht finden.

“Eye Contact” ist bereits bei Beggars/Indigo erschienen.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

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Nada Surf - If I Had A Hi-Fi

nada-surfDie Nada-Surfisierung von diesem und jenem. Indie hübscht sein Leben und deinen Alltag auf. Nur die Caritas hat mehr parat. Nada Surf sind und bleiben eine famose Durchhalteband. Das unvermeidliche Tief, das ihrem irrationalen wie flüchtigen MTV-Fame in den 90ern folgte, haben sie zu einer soliden Mitte ausgestaltet. Es muss nicht immer Kaviar sein. Und mittlerweile erfreuen sich die Amerikaner einer für geschmackvollen Unaufgeregtheits-Indie wirklich sehr respektablen Fanbase und können machen, was sie wollen. Zum Beispiel ein Cover-Album. Einfach mal so. Und einfach mal so klingt es auch sehr harmonisch, und manchmal blitzt aus der Nada-Surfisierung von den Go-Betweens, Kate Bush, Coralie Clément, The Soft Pack und anderen tatsächlich eine bekannte Reliquie aus einer anderen Dimension durch. Dann hört man plötzlich in einem dreamy Gitarrenbett deutlich “All I ever wanted / All I ever needed / Is here in my arms / Words are very unnecessary / They can only do harm” von Depeche Modes “Enjoy The Silence”. Schön! Genau wie der Querlink zu Spoons “The Agony Of Laffitte”, den man als Nerd darauf zurückführen kann, dass beide Bands vor Jahrzehnten den gleichen Plattenfirmenversager teilten, jenen Laffitte nämlich. Das aber nur mal am Rande eines hübschen Albums.

“If I Had A Hi-Fi” erscheint heute bei Mardev/Warner.

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Jenny Wilson - Hardships

jenny-wilsonVier Jahre nach dem famosen „Love And Youth“ erscheint Jenny Wilsons zweites Album „Hardships“, auf dem sie sich vermehrt an R’n’B und Soul orientiert. Versatzstücke aus dem Kosmos der sogenannten Black Music prallen auf kühl arrangierte minimalistische Arrangements, die sich der klaren, markanten Stimme stets unterzuordnen scheinen. Manchmal klingt das tatsächlich wie die zeitgenössische Version von Kate Bush. Aufgrund der Geburt ihrer zweiten Tochter ist das offizielle Release von „Hardships“ mehrfach verschoben worden. Der Opener „The Path“ behandelt das Thema Geburt auf seine ganz eigene poetisch-melancholische Weise: „I wanted to be born / So I crawled out in the middle of the night / Out of my mother / I looked at the stars and I looked at the bushes / Then I crawled along the path“, lauten die Anfangszeilen, ehe es im Refrain heißt: „Oh will I always walk alone / Oh man I think so.“ Die Musik ist so betörend und uplifting, dass man manchmal vergisst, wie traurig Wilsons Texte oftmals sind, wie sehr dominiert von dunklen Metaphern. „Hardships“ hat schließlich nichts mit harten Schiffen zu tun, sondern heißt übersetzt Not, Elend. Dieser Schwermut gibt man sich gerne hin.

“Hardships” ist bereits bei Gold Medal/Playground Music erschienen.

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