Beiträge zum Stichwort: Kompakt
[Album+Stream+Video] Dominik Eulberg - Diorama
2. Juni 2011
Ein Händchen für bescheuerte Songtitel hatte der begeisterte Fan von Flora und Fauna Dominik Eulberg ja immer schon. So auch auf seinem neuen Album „Diorama“, das sich thematisch den „elf größten Naturwundern unserer heimischen Gefilde“ widmet. „Heimische Gefilde“ hieß sogar mal ein Album von ihm. Da sträuben sich den einen vielleicht nicht ganz zu Unrecht die Nackenhaare, die anderen geben sich eben den kompletten Natur-Rave. Die Tracks des Ziehsohns von Sven Väth und Riley Reinhold tragen diesmal Namen wie „Teddy Tausendtod“, „Die 3 Millionen Musketiere“ oder „Islandmuschel 400“. Letzterer ist ein treibendes Peaktime-Brett mit druckvoller Bassline, das man diesen Sommer vermutlich noch öfter hören wird. Doch am besten ist der nicht mehr ganz so junge Naturbursche nach wie vor in seinen verträumten Momenten, wenn er zeigt, dass Trance nicht immer Käse sein muss und Ambient eben ein dehnbarer Begriff ist. Dann tanzen tatsächlich die Glühwürmchen.
“Diorama” ist bereits bei Traum/Kompakt erschienen.
Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.
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Tobias Schmid - Sunny Rainday
7. März 2011Tracklist:
1. Microworld - Time Before Techno
2. XDB - Unago
3. Pergamon - Black Is Beautyful
4. Kollektiv Turmstrasse - Heimat
5. Map.ache - Staten Island Aquarium
6. Catz N Dogs & Dop - Deaf Wagrant
7. Idiots - The Golden Room (DJ Koze Rmx)
8. Robag Wruhme - Thora Vukk
9. Soul Clap - Break 4 Life
10. Kenny Larking - Grob (Ben Klock Remix)
11. Kink - E79
12. Jay Haze - No Need For Loop
13. Digitaline - Avalanche
14. Pawas - Pfung
15. Roman Flügel - PianoPiano
Musik
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Sven Kacirek - The Kenya Sessions
17. Dezember 2010“The Kenya Sessions” des Hamburger Jazzdrummers Sven Kacirek erscheint am 24. Februar 2011 auf Kompakt/A-Musik. Vorab reinhören kann man jetzt schon.
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Sebastien Bouchet - Fallen Angel EP
31. Oktober 2010Die Debütveröffentlichung des in Berlin lebenden Franzosen auf Kompakt gibt’s via Soundcloud anzuhören. Erstklassiger Techno mit Charme von Sebastien Bouchet.
Und weil sich alle so derbe über das Debüt freuen, hat Monsieur Bouchet auch noch einen Mix hinterher gejagt.
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Superpitcher & Matthew Dear: Techno kämpft für dich
1. September 2010Matthew Dear und Superpitcher geben Techno seit jeher ein glamouröses Gesicht. Sebastian Ingenhoff begab sich anlässlich der neuen Werke zu den beiden in die Black City und auf den Kilimanjaro.
Nicht erst seit dem Siegeszug von Paul Kalkbrenners „Berlin Calling“-Soundtrack existieren Schnittstellen zwischen Popsong und Technotrack – man denke nur an die Inszenierungen von Acts wie Booka Shade oder Trentemøller –, doch zuletzt häuften sie sich wieder. Im Regelfall haben die kalkulierten Hits aber nur eine geringe Halbwertszeit in der Plattentasche und auf den Tanzflächen. Kalkbrenners „Sky And Sand“ ernsthaft als Musikwunsch hervorgebracht dürfte beim DJ nur mehr für genervtes Augenrollen sorgen, das es mit zehn schwulen Friseuren aufnehmen kann, um einen alten Max-Goldt-Kalauer aus dem Gedächtnis zu zitieren.
Die zwei Künstler, um die es hier gehen soll, arbeiten sich nicht nur seit Jahren schon am Verhältnis Song zu Track ab, sie haben auch die für Techno lange bestimmende Grenze der Unsichtbarkeit aufs Aktivste hinter sich gelassen. Sowohl der New Yorker Dear als auch der Kölner Superpitcher bringen sich als Person expressiv ein, ihre Musik wurde über die Jahre an ihr Erscheinungsbild und ihre Performanz gekoppelt.
Aksel Schaufler, wie Superpitcher richtig heißt, hat sich Zeit gelassen mit seinem zweiten Album. Seit dem Debüt „Here Comes Love“ sind gut sechs Jahre vergangen, ohne dass er sich in der Zwischenzeit dem Müßiggang hingegeben hätte. Superpitcher gehörte aber auch nie zu den Künstlern, die Maxis am Fließband produzierten, sobald es mal gut lief. Der verhuschte, akzentbeladene Gesang ist auf „Kilimanjaro“ wieder dominant, und wie schon auf dem Vorgänger „Here Comes Love“ sind es vor allem die melancholischen, verträumten Momente, die zu bezaubern wissen. Stücke wie „Joanna“ oder „Give Me My Heart Back“ sind geradezu episch, was weniger an der lyrischen Qualität der Texte liegt als vielmehr am dramaturgischen Aufbau der Songs, die wie ein gutes Set auf einen emotionalen Höhepunkt zusteuern, wohlgemerkt binnen einer Spieldauer von sieben, acht Minuten.
Seit Beginn der Kompakt-Karriere mit der legendären „Heroin“-Single vor bald zehn Jahren hat der gebürtige Ulmer seine Handschrift immer weiter verfeinert, ein Superpitcher-Stück oder -Remix erkennt man in der Regel nach ein paar Sekunden: der verschleppte Beat, die sanften Pianoloops, dieser Hang zum Pathos im Zusammenspiel mit großen Melodien. Aksel spricht von „Uplifting Drama“, denn im Idealfall lässt sich eben auch durch Schwermut Euphorie erzeugen. Im Techno wird er mit dieser Herangehensweise wohl auf ewig ein angenehmer Sonderling bleiben – passend dazu auch sein kultivierter verhuschter Narzissmus.
Matthew Dear versteht sich dagegen als Chamäleon. Er veröffentlicht unter zahlreichen Pseudonymen zum Teil völlig unterschiedliche Spielarten elektronischer Tanzmusik – wobei mit der Zunahme der Songorientierung auch der Grad der Personifizierung zu steigen scheint. Seine Platten haben den Sound von Ghostly International und Spectral, zwei der wichtigsten Technolabels der USA, in der letzten Dekade entscheidend mitgeprägt. Mit sechzehn zog er zum Studieren ins nahe Detroit gelegene Ann Arbour und ließ sich von der Motorcity infizieren: „Detroit war speziell zu jener Zeit eine mythenumrankte Stadt, und natürlich fanden wir all die Sachen rund um das Underground-Resistance-Label toll. Aber ich glaube, was mich am meisten inspiriert hat, war damals ein Auftritt von Moodymann in so einer Kunstgalerie. Er spielte völlig weirde, abstrakte Disco-Sachen um die hundert bpm, also extrem langsam. Da habe ich erst richtig verstanden, wie viele unterschiedliche Herangehensweisen an Techno es geben kann.“
Die erste unter dem Namen Matthew Dear veröffentlichte 12-Inch-Maxi trug bereits den vielsagenden Namen „Hands Up For Detroit“ und war eine Hommage an den so wirkungsmächtigen Technosound der Stadt. Doch die Produktionen des mittlerweile nach New York übergesiedelten Musikers wurden mit der Zeit immer songorientierter. Höhepunkt war 2007 das gefeierte Album „Asa Breed“, welches ihm das berühmte Cover des Songs „Don & Sherri“ durch Hot Chip einbrachte.
Das neue Album „Black City“ fällt, wie der Graphic-Novel-artige Titel bereits vermuten lässt, wieder eine Spur düsterer und verspielter aus. Mit „Little People“ hat Matthew dabei einen der absonderlichsten Clubhits des Jahres abgeliefert, denn eigentlich besteht das Stück aus drei Songs, die jedoch zu einem konsistenten Ganzen verwoben werden. Eine Herangehensweise, die man eher aus einem Genre wie dem Progrock kennt. Auf den Vergleich angesprochen, lacht Matthew: „Ich wollte den Track trotzdem als Maxi rausbringen und habe auf Teufel komm raus versucht, ein Edit davon anzufertigen. Aber es fiel mir unglaublich schwer. Na ja, jetzt müssen eben die Remixer ran.“ Auf der anderen Atlantikseite wurde auch schon um Remixe angefragt, und einer wird, so muss es in diesen Tagen vermutlich sein, von Superpitcher stammen.
Superpitchers “Kilimanjaro” erscheint am 3. September bei Kompakt/Rough Trade; “Black City” von Matthew Dear ist bereits bei Ghostly International/Al!ve erschienen.
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Michael Mayer - Immer 3
7. Juli 2010
Der Kompakt-Mitbetreiber hat sich Zeit gelassen mit dem dritten Teil seiner Mix-Reihe, der dafür aber umso spektakulärer ausfällt. Der Begriff „Dramaturgie“ mag im Zusammenhang mit DJ-Sets inflationär verwendet werden, aber die von Mayer benutzten Stücke gehorchen tatsächlich allesamt einer solchen und steuern auf einen Höhepunkt zu, der seinesgleichen sucht. Der Mix fällt Vocal-lastiger aus als die Vorgänger: Mit Gui Borattos Bearbeitung eines Massive-Attack-Tracks und der Superpitcher-Version des Charlotte-Gainsbourg-Stücks „The Operation“ gibt es gleich zwei exklusive Techno-Remixe von erprobten Popsongs. Wenn sich „The Bright Forrest“ des südafrikanischen Deep-House-Produzenten Culoe de Song in Gainsbourgs Gesang hineinschält und hymnisch anschwellende Flächen die Endorphine tanzen lassen, bekommt man gänsehautnah gezeigt, welch emotionales Potenzial elektronische Tanzmusik im Idealfall haben kann. Es gibt eben kaum Besseres als eine glücklich durchtanzte Nacht. Mit der von Justus Köhncke gesungenen Ballade „New Day“, einem Cover des Basic-Channel-Klassikers aus den Neunzigern, abzuschließen macht hier mehr als Sinn.
“Immer 3″ ist bereits bei Kompakt/Rough Trade erschienen.
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Ewan Pearson - We Are Proud Of Our Choices
10. März 2010
Neben den üblichen DJ- und Remixerjobs war Ewan Pearson zuletzt wieder vermehrt als Produzent aktiv. Er betreute das Debüt der jungen Band Delphic und das neue Album von Everything-But-The-Girl-Sängerin Tracey Thorn. Für Kompakt hat der in Berlin lebende Brite nun einen DJ-Mix zusammengestellt, der sich von seinem eher discoiden 2007er-Fabric-Beitrag deutlich unterscheidet. Die schwebenden Flächen lassen das Ganze ziemlich verträumt daherkommen, aber nicht weniger euphorisch. Zwischendurch hört man tatsächlich die Vögel, und damit meine ich nicht das Projekt von Mense Reents, sondern wirklich einen echten Piepmatz. Auch im Techno geht es zurzeit sehr natürlich her. Pearson hält die luftige Stimmung über eine Stunde lang aufrecht, die Tracks sind so unglaublich genau aufeinander abgestimmt, dass man fast geneigt ist, ihm das Ganze als Künstleralbum abzukaufen. Erst am Ende gibt es einen kleinen Bruch. Gleich zwei waschechte Popsongs lassen den Mix ausklingen, ein Pearson-Edit der schwedischen Band Little Dragon und als letztes Stück »Blue Steel« von Bot’Ox, eine Art Slow-Motion-Discopop mit geradezu himmlischem Nico-Gesang.
“We Are Proud Of Our Choices” ist bereits bei Kompakt/Rough Trade erschienen.
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