Beiträge zum Stichwort: Martina Topley-Bird

Massive Attack - Heligoland

massive-attackDas Comeback-Album von Massive Attack eröffnet Tunde Adebimpe von TV On The Radio, der den dunklen Loop ‘n’ Roll seiner Band vorsichtshalber mitgebracht hat. Der verträgt sich gut mit dem groovelastigen Minimalismus der einstigen TripHop-Posterboys, die auf „Heligoland” so viele alte Bekannte und neue Gesichter um sich geschart haben, dass die Platte mehr nach Producer-Album als nach einer Band klingt. Dumpf-rauchiger Downbeat findet sich kaum, Robert „3D” Del Naja verleiht den Tracks ein crispes Hi-Fi-Gerüst, durch das knisternde Samples nur selten schleichen, wie Geister der Vergangenheit. Am Mikro gastieren neben den üblichen Verdächtigen Horace Andy und Martina Topley-Bird außerdem Guy Garvey von Elbow, Hope Sandoval und Damon Albarn. Soviel Starpower hätte es gar nicht bedurft, um sich Gehör zu verschaffen.

“Heligoland” erscheint am 5. Februar bei EMI.

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Martina Topley-Bird - The Blue God

Ok, die Fakten schnell hinter uns gebracht: Ja, sie war die aufregend-beunruhigende Stimme auf Trickys schwülem Meisterwerk „Maxinquaye“ von 1995 und drei weiteren Tricky-Alben; ja, sie war mit Tricky liiert und ist es längst nicht mehr. Nein, als Solokünstlerin ist sie bisher nicht so richtig in Erscheinung getreten, meistens nur als Gast auf den Platten anderer (Primus, Gorillaz, David Holmes, Diplo, Gutter Twins).

Dass Martina Topley Bird in einer Welt voller stinkreicher Vollidioten das absolute Anrecht hätte, auch mal mehr als die üblichen eingeweihten Schlaumeier zu erreichen, beweist „The Blue God“, das zweite Soloalbum von Martina Topley Bird. Hier scheint sie diesmal einen großen Pop-Angriff zu versuchen. Die Songs sind knackig, melodiös und das, was man inmitten der allseits verbreiteten Rundfunktristesse als „radiotauglich“ bezeichnen kann, doch sie verbergen nie ihre unterschwellige Bösartigkeit, gelegentlich auch das sich ausbreitende Gift (siehe – haha - „Poison“). Sie zeigen, dass der momentan sehr gefragte Produzent Danger Mouse (eine Hälfte sowohl von Danger Doom als auch von Gnarls Barkley) ein momentan überall zu Recht gefragter Produzent ist. Da fehlt nichts, jeder Song ist üppig ausgestattet, und trotzdem ist alles auf den Punkt gebracht. „Phoenix“ und „Valentine“ etwa sind kleine, schöne Meisterwerke. Und vor allem, Leute: diese Stimme! Mal klingt sie wie in Honig getaucht, dann wieder verkratzt wie frisch aus der Eckkneipe (BREAKING NEWS: dort darf man ja jetzt wieder schmöken!), beides oft in ein und demselben Song. Das kann man dann z.B. „säuseln“ nennen, kitzelt mich aber an einer entscheidenden Stelle, an der mich auch etwa die Stimmen von Marvin Gaye, Anthony Hamilton oder diesem traurigen Typen von den Montgolfier Brothers kitzeln.
So richtig geklappt hat es mit dem Starruhm wieder nicht (einmal lachen bitte: „Poison“ erreichte Nr. 9 in den „Indie“-Charts). Schade, aber auch egal.Wem die Songs nicht so viel Spaß machen sollten wie mir, der kann sich vielleicht wenigstens an Äußerlichkeiten ergötzen: Ein schöneres Plattencover habe ich lange nicht mehr gesehen.

“The Blue God” ist am 18. Juli über Pias/Rough Trade erschienen.

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Martina Topley-Bird - Valentine

Zu “Maxinquaye”-Zeiten verlieh sie mit ihrer gewaltigen und schmeichlerischen Stimme dem Stress-Hustler Tricky den notwendigen Kontrapunkt. In den letzten Jahren tauchte sie hier und da als Gastsängerin bei David Holmes und Diplo auf und jetzt erscheint ihr zweites Solo-Album “The Blue God”. Produziert von Danger Mouse (jaja…) wird nicht mehr in dunklen Atmosphären gegraben, sondern astreiner Soulpop ins rechte Licht gerückt. Der Track “Valentine” sei hier stellvertretend herausgepickt.

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