Beiträge zum Stichwort: Matthew Herbert

[Album] Matthew Herbert - One Pig

herbertFür den letzten Teil seiner “One”-Trilogie fertigt Matthew Herbert ein Schwein ab und macht daraus Geräuschkunst. Der Brite hat das Tier von der Geburt bis zum Verzehr begleitet und alles mit Feldaufnahmen aus Stall, Schlachthof und Küche dokumentiert. Man hört also teilweise sehr industrielle Musik, metallisches Scheppern, Schweinequieken, gewetzte Messer. Am Ende wird mit der Haut des toten Tiers sogar noch eine Trommel bespannt, die natürlich auch zum Einsatz kommen muss. Das klingt alles ziemlich unappetitlich und soll es vermutlich auch sein. Denn jeder Klang ist bei Herbert auch politisch, schon 2005 hatte der Brite mit “Plat Du Jour” ein Album abgeliefert, das ausdrücklich die Praktiken der Nahrungsmittel- und Fleischindustrie kritisierte. Auf sein eigenes Steak verzichten mag er dagegen nicht, denn entgegen anders lautenden Vermutungen ist Herbert kein Vegetarier, wie er in seinem Blog angibt. Was vielleicht die erste zu ergreifende Maßnahme wäre, wenn man sich so intensiv der Tierthematik widmet. Jedenfalls erreicht dieses Album, dass man am Ende mit einem Gefühl von Ekel zurückbleibt.

“One Pig” ist bereits bei Accidental/Rough Trade erschienen.

Erstvveröffentlichung des Artikels bei Intro.

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Matthew Herbert - One One

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Jetzt singt er auch noch! Zum ersten Mal lässt der britische Elektroniktüftler sein lakonisches Organ über die Tracks seines neuen Albums huschen. Die Songtitel – alles Städtenamen – verraten es bereits: Matthew Herbert geht wieder einmal auf experimentelle Reise. Das komplett in Eigenregie eingespielte und produzierte Album ist kein typischer, aber ein konsequenter Ausdruck des Schaffens von Mr. Herbert. Stücke, die verwehen, unauffällig kunstvolle Songs, denen jeglicher Housegeist abgeht und die präzise im Indie räubern. Störgeräusche inklusive. „One One“ ist der erste Teil einer Trilogie, deren zweiter und dritter Output im Laufe dieses Jahres folgen. Teil 2 benutzt Samples, die im Robert Johnson-Club aufgenommen wurden. Küsse, Klingeltöne, Toilettengespräche des Publikums. Teil 3 wird sich unter dem Titel „One Pig“ dem Leben eines Schweines auf einer Farm in Kent annehmen. Sein Dasein, seine Schlachtung, sein Verzehr. Man kann Herbert wahrlich nicht vorwerfen, dass er das Prinzip der Konzeptalben nicht mit neuen Facetten bereichert.

“One One” erscheint heute bei Accidental Records.

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