Beiträge zum Stichwort: Miss Platnum

[Album] Modeselektor - Monkeytown

modeselektorModeselektor haben sich im Laufe der Jahre zu einem der Exportschlager aus Europas Technohauptstadt entwickelt und stecken mittlerweile auch die großen Festivalbühnen von Lollapalooza bis SXSW in Brand. Im Zuge ihrer USA-Tour wurden sie von den lokalen Medien kürzlich als “Berlin’s Techno Provocateurs” gefeiert. Dabei provozieren Gernot und Szary gar nicht wirklich, sondern denken im Grunde nur in gewohnter Manier das britische Hardcore-Kontinuum mit den Mitteln von HipHop, Electro und allem, was man sonst so gerade interessant findet, weiter. Mit strammen teutonischen Beats hat die Musik von Modeselektor naturgemäß wenig zu tun. “Monkeytown” ist ein Allstar-Album geworden, das diesem Namen auch gerecht wird, denn für die Gästeliste würde wohl jeder halbwegs klar denkende Produzent töten. Der im Dunstkreis von Modeselektor schon öfter gesichtete Thom Yorke wurde für zwei Songs herangekarrt, es gibt einen catchy R’n'B-Track mit Miss Platnum, der die aktuellen Genrediven vor Neid erblassen lassen dürfte, und das Antipop Consortium und der ewig unterschätzte Otto von Schirach steuern noch die nötige Portion Wahnsinn bei. So konsequent wurde in der elektronischen Tanzmusik schon lange nicht mehr dick aufgetragen.

“Monkeytown” ist bereits bei Monkeytown/Rough Trade erschienen.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

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Miss Platnum - The Sweetest Hangover

missplatnumAuch bis zu Miss Platnum hat es sich herumgesprochen, dass man mit dem gewissen Schuss Exotik in der Produktion (siehe M.I.A., siehe Santigold) die Warteschlange vorm Club Ruhm elegant neben sich lassen kann. Aber Schluss mit der Gehässigkeit, denn schließlich macht die gebürtige Rumänien schon seit Jahren in Balkan Beats. Die dicken Backen kommen auf „The Sweetest Hangover“ von Marko und Boban Markovic, die in Belgrad dem Platnum-Sound den satten Bläsersatz verpassten. Den Rest besorgten Monk und DJ Illvibe, der das Bindeglied zu Seeed und Peter Fox darstellt, die sie seit ihrem Debüt „Chefa“ live begleitete. Das Problem: Bei aller Schmissigkeit von Songs von „She Moved In“ oder „Bollywood Movie“, bei aller Schmusigkeit von „Don’t Go To Strangers“ gemahnt es den Hörer am Ende nie nach gieriger Explosion eines frischen, neuen Stars, sondern immer nach „SWR3 New Pop“-Festival. Ein Augenzwinkern zu viel, ein Bruch zu wenig.

“The Sweetest Hangover” erscheint am 4. September bei Four Music.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

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