Beiträge zum Stichwort: Morrissey

[Album] Twin Shadow – Confess

Konnte man bei Twin Shadows Debüt noch mit viel gutem Willen Morrissey und Popmusik britischer Prägung heraushören, haben sich die Kordinaten auf „Confess” ein wenig verschoben: Oft erinnern die Songs an einen vergessenen Soundtrack aus den Achtzigern, bevorzugt irgendwas mit rivalisierenden Straßengangs (die Lederjacke auf dem Cover!) – man denkt an John Cougar Mellencamp oder Hall & Oates. Eine reine Retroschiene fährt George Lewis Jr. dabei nicht, die Verquickung von Keyboardsounds mit Postpunkgitarren ist zeitlich gar nicht immer eindeutig zuzuordnen. In den schlimmsten Momenten klingt es halt, als würden die Achtziger-Popper The Hooters mit Bloc Party jammen. Oder sind das sogar die besten Parts? Ein irritierendes Album, das seine Cheesyness mutig zelebriert.

“Confess” ist bereits bei 4AD/Beggars/Indigo erschienen.

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[Video] The Smiths vs Lana Del Rey – This Charming Video Game

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The Crookes – Chasing After Ghosts

the-crookesMusikalisch den Smiths nachzueifern läuft bei Originalitätswettstreiten unter ferner liefen. Dem etwas muskulöseren Sound der Morrissey-Solokarriere anzuhängen findet dagegen immerhin ein paar Zeilen oberhalb statt. The Crookes aus Sheffield besitzen das Vertrauen in die eigene Stimme, dass sie selbst in dieser Echokammer nicht dumm aussehen. “Chasing After Ghosts”, ihr Debütalbum, ist auf angenehme Art redselig, klingt vom Zungenschlag manchmal auch nach Maxïmo Park und von den Songs sogar nach den beinahe in Vergessenheit geratenen Trashcan Sinatras. The Crookes spielen einen traditionsbewussten Indiegitarrenpop, der, wie gesagt, nicht überall Blumentöpfe gewinnt, aber auch nicht auf Loserbonus hoffen muss. “Chasing After Ghosts” hat ausreichend Championqualitäten, die lediglich nicht für jeden gleich offensichtlich sind. Wenn man sie mal ausreden lässt, hat man The Crookes am Ende des Satzes allerdings ins Herz geschlossen – einen hemdsärmeligen Sinn für Wirklichkeiten vorausgesetzt. Und natürlich ein Herz.

“Chasing After Ghosts” ist bereits bei Fierce Panda/Cargo erschienen.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.


Backstreet Lovers – Official Video

The Crookes | Myspace Music Videos

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The Divine Comedy – Bang Goes The Knighthood

divinecomedybanggoestheknighthood

Auch Album Nummer zehn zeigt das Koordinatensystem von Neil Hannon, alias The Divine Comedy, intakt. Unbeirrt werden Kammerpop, Revue-Musik, Easy Listening und Vaudeville in wunderhübsche Popsongs gegossen, dass es eine Art hat. Neil Hannon gibt dazu den klassischen Entertainer, der mit großer Grandezza durch den Abend führt – wenn auch nicht ganz so tragisch wie Scott Walker, mit der Bissigkeit eines Morrissey oder dem stimmlichen Umfang Sinatras. Hannon gefällt sich in der Rolle des, zwinker zwinker, ironischen Erzählers, der uns von den Irrungen und Wirrungen unserer Tage berichten will. Und während die wunderschönen Melodien perfekt arrangiert und instrumentiert zum dritten, vierten Male durch die Zimmer streifen, legt man immer öfter auch ein Ohr an den Inhalt an. Der “Complete Banker” darf mit einem smarten Lächeln fremder Menschen Geld verbrennen und Aristokraten ihre sexuellen Abgründe ausleben. Hier wird die “Lost Art Of Conversation” beweint und dort die Liebe besungen. “At The Indie Disco” führt uns in die 90er zu den Pixies, Morrissey und den Wannadies, doch je aufmerksamer man den Geschichtchen folgt, umso trivialer und abgenutzter kommen einem die ach so cleveren Zeilen vor.

In manchen Momenten wähnt man Ilja Richter vor dem inneren Auge, wenn die Worte fast zwanghaft zu Bonmots gruppiert werden. „Irony is over“ befand Jarvis Cocker auf “This Is Hardcore”, und vor dem Hintergrund vergangener Alben und angesichts Hannons Talent ist das Album ein bisschen tragisch. Welch großer Wurf hätte “Bang Goes The Knighthood” werden können, würde er wenigstens ein gerüttelt Maß an Gift spritzen wie weiland Randy Newman, oder sich in tragischen Momenten diesen ehrlich ohne Zwinkern hingeben. So bleibt man am Ende zurück mit dem unentschiedenen Gefühl, eine musikalisch äußerst gelungene Platte in Händen zu halten, die sich textlich im sicheren Niemandsland der halb gelungenen Ironie befindet.

“Bang Goes The Knighthood” ist bereits bei Pias erschienen.

YouTube Preview Image

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Morrissey – Swords

swords

Ach, da isser ja schon wieder. Morrisseys Live-, Best Of- und B-Seiten-Output ist so reichlich wie ärgerlich. Nachdem das reguläre 2009er-Album “Years Of Refusal” mich nicht wirklich zu überzeugen wusste, beweisen die 18 B-Seiten-Tracks der letzten Jahre, dass der Mozzer da am besten ist, wo Jesse Tobias nix verrockt: bei den Balladen, bei dem überkandidelten Schmerznummern. “Munich Air Desaster 1958″ oder “The Never Played Symphonies” zum Beispiel. Dass sich die Anschaffung von “Swords” dann doch noch lohnen möge, daran trägt die Bonus-Disc Schuld: Acht live im Juli diesen Jahres aufgenommene Songs beim Konzert in Warschau, u.a. mit feinen Versionen von “I’m Throwing My Arms Around Paris”, “Why Don’t You Find Out For Yourself”, “Life Is A Pigsty” und des Smiths-Klassikers “You Just Haven’t Earned It Yet, Baby”.

“Swords” erscheint am 30.10. bei Universal.

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Morrissey live at BBC Radio2

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Das komplette Konzert anlässlich des Releases von “Years Of Refusal” am 11. Februar 2009 live für BBC Radio2. Die einzelnen Tracks könnt ihr euch hier via Youtube anschauen.

01 Something Is Squeezing My Skull

02 Mama Lay Softly On The Riverbed

03 Black Cloud

04 This Charming Man

05 I’m Throwing My Arms Around Paris

06 Best Friend On The Payroll

07 That’s How People Grow Up

08 Why Don’t You Find Out For Yourself

09 The World Is Full Of Crashing Bores

10 One Day Goodbye Will Be Farewell

11 Reader Meet Author

12 Seasick, Yet Still Docked

13 I Keep Mine Hidden

14 I’m Okay By Myself

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Russell Brand interviewt Morrissey

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Sachen gibt’s: Morrissey ist mit “Years of Refusal” auf Platz 4 der deutschen Charts eingestiegen. Seine beste Platzierung ever. Und das mit einem (vgl. “Vauxhall and I” oder “You are the quarry”) eher mediokren Werk. Bevor der gute Mann im Juni für vier Konzerte nach Deutschland kommen wird (am 09. in Offenbach, am 11. in Köln, am 12. in Berlin und am 14. in Bremen), hauen wir auch weiterhin gerne auf die Werbetrommel und bringen euch anbei ein Interview des liebenswerten Exzentrikers mit dem britischen Kult-Comedian und Moderator Russell Brand zu Gehör.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

(Und als Nachschlag noch “This Charming Man”, performed vor 2 Wochen live für die BBC)

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Immer schön auf das Werbeumfeld achten!

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Morrissey – Years Of Refusal

41xeacrw9ol_sl500_aa240_In den Neunzigern wollte man Morrissey nicht nackt auf den Bauch gebunden bekommen. Denn selbst dann hätte sich nichts geregt. Außer vielleicht, man war Smiths-Addict und nicht bereit, das Ende der Band und der Achtziger in seine eigene Vita aufzunehmen. “Vauxhall And I” von 94 war eine enttäuschende, elende Platte. Das wurde damals bloß nie gesagt, aus Pietät vor der scheidenden Ikone Morrissey, aber im Herzen arbeitete jeder Zurechnungsfähige bereits an der eigenen Ent-Morrisseyierung – wie schon bei Stalin, dem anderen Typen von den Smiths. Fulminant kehrte M dann dieses Jahrzehnt wieder zurück. Schande über all die Zweifel, aber egal, das Denkmal stand ja eh noch, nur hatte man endlich wieder Bock, es auch zu besuchen.

Die größte Leistung aber, dass dieses Comeback (vielleicht eines der größten der kontemporären Popgeschichte) von Dauer und Substanz ist. “Years Of Refusal” beweist das eindrucksvoll. Außer der Überraschung, dass er es noch draufhat, fehlt auf dieser Platte überhaupt nichts. Nichts von dem, was den Morrissey 2000 so unantastbar macht. Allein die Melodieführung über skurrile Schachtelsatzslogans hinweg ist wieder eine Kunst für sich. Und all dieser abgehangene Charme, der nicht wie bei einem Charles Aznavour auf rüstige Sexualität verweist, sondern in Abgründe taucht, der versöhnlich wird an Stellen, wo man es nicht erwartet, und gleichermaßen an anderen Orten das Messer zieht. Morrissey singt von “the absence of a human touch” und ist dabei nie Schwerenöter, sondern immer bloß der schlaue, stilvolle Indiepop-Daddy, der über all die Zeit nur weiter Klasse aufgeschaufelt und diese untrennbar mit seinem Werk verbunden hat. Zum Niederknien – wer gegen dieses Album spricht, schändet die Gute Seite. So sieht’s nämlich aus!

(Anmerkung der munitionen-Redaktion: “Vauxhall And I” ist natürlich ein gutes Album. Das beste sogar. Da hätten wir ja eigentlich lieber den in der Intro entgegen gestellten Verriss von Thomas Venker abgedruckt. Aber dessen Verwertungsrechte sind zu teuer.)

“Years Of Refusal” wird am 13.02. bei Decca/Universal veröffentlicht.

Mit freundlicher Genehmigung von Intro.

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Morrissey – I’m Throwing My Arms Around Paris

Mozzalinis erstes Ausrufezeichen vom neuen Album “Years Of Refusal”, das am 13.02. bei Decca veröffentlicht wird. Die Meinungen sind ja bisher recht zwiegespalten, über das doch recht rockig belanglos dahingepfefferte Werk. “I’m Throwing…” gehört nach den ersten Durchläufen sicherlich zu den stärkeren Morrissey-Songs… aber wäre es zu den Hochzeiten mehr als eine gute B-Seite gewesen?

http://myspacetv.com/index.cfm?fuseaction=vids.individual&videoid=50202259
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