Nach Jahren der Stille, bzw. vielmehr des Rückzugs auf Soundtrackarbeiten, gibt Photek ein Stück seiner im Februar erscheinenden EP “Avalanche” frei heraus. Und in welche Richtung hat sich einer einflussreichsten Jungle-Dons der 90er entwickelt? “Slowburn” ist ein technoider, elektrisch krachender Dubstep-Track, der abgesehen von den Production Values dann doch eher enttäuscht.
Weiter Infos zum Comeback auf seiner neuen Homepage http://photek.fm/
Myoms 25. Mjusic-Podcast bringt warme Bässe für den kalten Winter im Crossover von minimalem Drum&Bass, Dubstep und Electronica. Nicht nur Freunde der Autonomic-Schule werden an dem Mix ihre Freude finden. Über 90 Minuten führt die Dramaturgie durch atmosphärische Regionen der Genres, gekonnte Mixes lassen einen hin und wieder fragen, wie man eigentlich von hier nach da gelangt ist.
The End ist eine Londoner Clubinstitution. Im Rahmen der Download-Serie “Recommends” schnürt man nun auf der eigenen Website jeden Monat ein Paket an hochwertigen Tracks zum freien Download. Volume 4 wurde gemeinsam mit dem MP3-Shop “A Bunch of Cuts” zusammen gestellt. Die elf MP3s liegen ungemixt in voller Länge in hochwertigen 224kbps vor. Allerdings nur nach Registrierung, die sich aber lohnt, da die Serie monatlich erscheint und verschiedene Genres abgrast.
Vertreten sind diesmal vorwiegend atmosphärische Drum&Bass-Tracks der hochkarätigen Labels Soul:R, Signature, Bassbin, 31 Records und Commercial Suicide mit Topkünstlern wie Calibre, Marcus Intalex, Lynx, Doc Scott und D-Bridge. Breakage, Klute und Martyn sind mit House bzw. Dubstep am Start.
1 - Calibre: Mr Right On (Signature)
2 - Lynx featuring Kemo: Global Enemies (Soul:r)
3 - Seba & Krazy: Nebula (Bassbin)
4 - Breakage: Jazzy (Bassbin)
5 - D-Bridge: Scrabble (Exit)
6 - SKC: Dream Come True (Commercial Suicide)
7 - Martyn: Shadowcasting (Revolve:r)
8 - Calibre: Mindprint (Signature)
9 - Klute: Machine Gun Etiquette (Commercial Suicide)
10 - Marcus Intalex & ST Files: Neptune (31 Records)
11 - Nasty Habits: Deep Beats (31 Records)
Amon Tobin veröffentlicht den von ihm komponierten Soundtrack des ungarischen Arthouse-Spielfilms “Taxidermia” von György Pálfi, der laut Rezensionen seinem Publikum ähnlich viel zumutet, wie Tobin mit seinem musikalischen Oeuvre. Der Trailer gibt einen Vorgeschmack auf einen bizarren und surrealen Film “zwischen dem Wahnsinn Kusturicas und dem Delirium von Terry Gilliam”, der in Deutschland gerade auf DVD erschienen ist.
Den 4 längeren Stücke und 5 einminütigen Sequenzen ist anzuhören, dass sie zur selben Zeit wie Tobin´s letztes Album “Foley Room” entstanden sind. Wer sich für Tobin ´s Schaffen interessiert, kann hier bedenkenlos zugreifen und sich den Soundtrack exklusiv im Onlineshop herunterladen.
Im nagelneuen Shop gibt es auch einiges umsonst: Neben Wallpapers sind insbesondere die Mixe interessant, von denen Fans bereits den Breezeblock-Mix von 2005 oder den nur aus Versionen des Jazz-Klassikers Caravan (Ellington) zusammengesetzten Drumin´ Caravan-Mix kennen dürften. Nagelneu ist der Live-Mitschnitt vom Donau-Festival vom April diesen Jahres, der die aktuelle Live-Show Tobin´s dokumentiert.
The New Worck bezeichnet sich als” internet mixtape label”, das exklusive DJ-Mixes bereitstellt (Podcast Feed). Trotz der eher naiven Vorstellung, man sei “the first internet record label just for mixtapes”, ist man inzwischen bei Nr. 163 angekommen - eine gute Bilanz für gut 1 Jahr des Bestehens.
Die seit 1989 umtriebigen Stereo MCs haben unter Tanzflurparametern einen wahrhaft eklektischen Mix am Start, der fast an ihr großartiges DJ Kicks-Release ranreicht.
Tracklist: - Stereo Mcs- It Takes Two
- James Brown - Think
- Dizzie Rascal - Oldschool vs Princess Platinum (Stereo Mcs Mash Up)
- Kraftwerk - Trans Europe Express
- Dj Eli Escobar - Juicy Ep/Money Lotion
- Stereo Mc’s - City Lights
- House Of Pain - Jump Around vs Ennio Morricone - Twenty Seconds To What? (For A Few Dollars More) (Stereo Mcs Mash Up)
- Mode Selector - Silikon (Sirusmo Remix)
- Mann Parrish - Hip Hop Be-Bop vs Claude Von Stroke - Cicada (Stereo Mcs Mash Up)
- Malcolm McLaren - Buffalo Girls
- Midfield General - Disco Sirens
- Interactive - Dildo (Jamie Fanatic Battery Remix)
- Crookers - Atomic Baille Boy
- Public Enemy - Rebel Without A Pause
- Samim - Heater (Claude Von Stroke Remix)
- New Young Pony Club - Ice Cream
- Crookers & Mc Dadao - Soca Ali Baba
- KRS One - Sound Of Da Police
- Justice - Waters Of Nazareth
- Public Enemy - Show Em What You Got
- Gonzales - Working Together (Boyzenoise Remix)
- Adam Sky Vs Mark Stewart - We Are All Prostitutes
- The Jimmy Castor Bunch - It’s Just Begun
- Ben Mono - Hit The Bit (Lorenz Rhode Remix)
- Armand Van Helden vs Troubleneck Brothers (Stereo Mcs Mash Up)
- Osibisa - Somaja
Moldover hat den Begriff Controllerism geprägt, wenn nicht erfunden. Controllerism ist “digitales Turntablism” mit dem Einsatz von Softwarecontrollern statt Plattenspielern. Diese Begriffsfindung ist nicht nur cleveres Self-Marketing, das ihm und Gleichgesinnten kürzlich einen Bericht auf Arte eingebracht hat. Schließlch gehört zum Controllerism auch der Eigenbau des Setups, was ausgefallene Performances erlaubt.
Dass individuelles Instrumentarium zusätzliches Interesse generiert, hat Aphex Twin vorgemacht: Die Presse sog diese mechanistische Erklärung für Aphex´ Sounduniversum begierig auf und er selbst beförderte den Mythos damit, dass bei Live-Auftritten niemand näher als zwei Meter an die mit Tüchern verhüllten Gerätschaften heran durfte - man munkelt jedoch, dass außer einem angelöteten Poti nicht viel zu entdecken gewesen wäre. Hier weht ein anderer Geist, Moldover erläutert in Videotutorials recht detailliert sein Konzept. Hier Teil 1:
Mash-Up-typisch werden im hier angefügten “Warper”-Mix Hits mit Hits gemixt, an der unten angefügten Tracklist kann man aber ablesen, dass kaum einer länger als 30 Sekunden nur für sich läuft. Auf seiner Homepage finden sich für Beatnologen noch wesentlich interessantere Mixe.
Gäbe es eine eigene Wikipedia für die Drum&Bass-Welt, würde der Eintrag zu “enfant terrible” wohl mit dem zu John B zusammengelegt: Der Electro-Glampunk-Rocker hat sich als großartiger Produzent und äußerst unterhaltsamer DJ sein eigenes Subgenre erschaffen. Er polarisiert, nimmt sich aber nicht zu ernst und beweist immer wieder Humor.
1996 mit den ersten Releases gestartet, produzierte er sich durch düsteres Ravegebolze zu Studentenjazz und nahm sogar den Latin-D&B-Trend zum Anfang der Jahrtausendwende voraus. Mit seinem Händchen für Tanzflur-Cheese verpasste er Metalheadz mit “Up all Night” in 2001 eine unsterbliche Clubhymne, mit hochgepitchten Rave-Vocals als klebrigem Zuckerguß über einem körnigen Beatgerüst.
Nach diesem Riesenerfolg überraschte er Anfang 2002 mit einem Drum&Bass-Stil, der sich aus 80´s New Wave, Electroclash und Trance-Elementen zusammensetzte. Den Release seiner “American Girls”-EP lancierte er geschickt mit einem trashigen Webclip der damals heiss gehandelten rathergood.com-Posse (click pic to watch):
“American Girls” markierte seinen endgültigen Bruch mit Szenekonformitäten: Der gesamte Sound fiel völlig aus dem Rahmen, der Titeltrack setzte auf Humor - in einer verkopften Szene, die in weiten Teilen von düsterer Grimmigkeit beherrscht wird - und zu allem Überfluss begann sich sein Erscheinungsbild durch Kleidung und Schminke einem Glampunk aus den 80ern anzunähern.
Von der Dogmatikerfraktion erntete er dafür viel Gegenwind, auf den er humorvoll mit einem Track antwortete: Im “Blandwagon Poos”-Intro (Audio) muss sich John am Telefon so einiges anhören, u.a.: “What’s up with all this eighties shit and wearing make-up - is there something you ain’t telling us mate?” Danach geht ein Beatgewitter los, das eine Stilrichtung (und einen bestimmten Track) parodiert und zwar so übertrieben und gekonnt, dass er damit so einige Kritiker in die Schranken verwies.
Er ließ sich also nicht davon abhalten, sein eigenes Subgenre zu erschaffen, das er 2006 mit der Doppel-CD “Electrostep” zelebrierte. Neben eigenen Tracks enthält sein fünftes Album Coverversionen & Remixes von Electroclash-Combos und 80er-Größen wie Softcell, Howard Jones oder dem One-Hit-Wonder “Mickey” von Toni Basil (Clip):
Sein Erfolg verdankt sich neben seinen Produktions- und DJ-Skills auch, dass er sehr früh begonnen hat, das Netz als Marketinginstrument zu nutzen (Albumsingle “I´ve been stalking you on MySpace”). Inzwischen hat er es nicht nur im größten D&B-Forum zu einem eigenen Smilie gebracht sondern besitzt eine globale Fangemeinde.
Seine erstaunlichen Tourdates findet man auf MySpace gelistet, weitere Anlaufstellen sind sein Blog oder seine Flickr-Gallery. Im Shop seines Beta-Recordings-Labels kann man seine Musik kaufen. Umsonst gibt es regelmäßig Livemitschnitte & Radioshows auf seiner Podcast-Seite (Feed). Neben Drum&Bass präsentiert er dort auch viele dreckig-rotzige Electro/Techno-Sets.
Wie ich erst kürzlich erleben durfte, wechselt er live auch gerne mal zwischen diesen Genres. Wärmstens empfohlen werden kann sein Live-Set von vergangenem Sommer in Augsburg, der gleich mit einer elektrostepifizierten Version von Flashdance-Hit “Maniac” startet.
Sehr schön schwurbeliger Psychedelic-Pop-Electronic-Folk aus Pennsylvanien. Wenn man, wie derzeit, die ersten sonnigen Nachmittage des Jahres verleben darf, der ideale Sound zum runterkommen vom daily grind und abschalten von der 9-5-Mühle.
Hier der Track “Forever Heavy” vom Album “Dandelion Gum”:
Den zauberhaften Song “Break” gab’s hier bei munitionen.de ja schon als Video-Tipp; mittlerweile ist das Album “At War With Walls And Mazes” (Erschienen am 26.02. bei Anticon) bereits einige Wochen käuflich erwerbbar und läuft zumindest bei mir in höchster Rotation. Als zweiten Ausschnitt aus dem Son Lux-Longplayer “At War…” hier der Song “Do”.