Beiträge zum Stichwort: Munk

Die Sterne - 24/7

31vgvvqfpl_sl500_aa240_Jochen Distelmeyer demonstrierte einst in einem Interview, dass man über den Hit „Verstärker” seiner Band Blumfeld genauso gut „S’Express” singen könnte – einen Housekracher des gleichnamigen britischen Dance-Acts. Es ist nicht alles bloß Diskurs, manchmal war auch Disko in der Hamburger Schule. Diejenigen, die Groove und Tanzbarkeit aber immer als elementaren Teil ihrer Bandidentität gesehen haben, sind allerdings Die Sterne. Die EP „Der Riss” aus dem vergangenen Jahr deutete bereits die Richtung an, in die „24/7″ gehen würde: Auf dem Elektroniklabel Gomma erschienen, pumpten Houseklaviere im Rhythmus und fehlten Gitarren unentschuldigt. Auf „Himmel” und „Wie ein Schwein” vom neuen Album grüßt noch einmal der Indierock, vielleicht aber auch nur zum Abschied. Die Sterne haben ein elektronisches Album gemacht. „Wohin zur Hölle mit den Depressionen? Ich geh in die Disco, ich will da wohnen”, singt Frank Spilker im ersten Song. Aha, ein Konzeptalbum. „Niemand sieht traurig gut aus”, hieß es zuletzt in der US-Serie „In Treatment”. Außer Die Sterne. Die haben mal wieder eine
Platte voller Hits gemacht.

“24/7″ erscheint heute bei Materie/Rough Trade.

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Die Sterne - Der Riss E.P.

coverfrontJetzt also Neo Disco. Warum nicht? Schließlich hatten Die Sterne im Gegensatz zu den vielen Schrammlern, die unflätigerweise mit ihnen in einem Atemzug genannt wurden, schon immer den Groove im Leib. Ein bisschen Angst darf man natürlich trotzdem haben, wenn sich Frank Spilker mit Mathias Modica aka Munk trifft, um Musik zu machen. Der hat als Gomma-Labelgründer zwar Namen wie Who Made Who, Telonius und Headman im Portfolio, aber was Herr Spilker selber als Aufeinanderprallen „norddeutsch protestantischer Indie-Ikone auf in Marseille lebenden Münchner Indie-Disco-DJ“ beschreibt, kann ja auch tüchtig schief gehen. Tut’s aber nicht. Den Tracks kommt kein Millimeter textlicher Konsistenz abhanden und wohnt dennoch ein veritabler Diskotheken-Ansatz inne. Gute Diskothek mit fairen Preisen, versteht sich. Der Riss“ wird zudem als instrumentale Dub-Version auch außerhalb der Landesgrenzen erscheinen. Alles dufte also? Nicht ganz: Richard von der Schulenburg wollte diesen Schritt nicht mitgehen und hat die Band verlassen.

“Der Riss” erscheint am 9. Oktober bei Gomma.

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