Die Sterne - 24/7
26. Februar 2010
Jochen Distelmeyer demonstrierte einst in einem Interview, dass man über den Hit „Verstärker” seiner Band Blumfeld genauso gut „S’Express” singen könnte – einen Housekracher des gleichnamigen britischen Dance-Acts. Es ist nicht alles bloß Diskurs, manchmal war auch Disko in der Hamburger Schule. Diejenigen, die Groove und Tanzbarkeit aber immer als elementaren Teil ihrer Bandidentität gesehen haben, sind allerdings Die Sterne. Die EP „Der Riss” aus dem vergangenen Jahr deutete bereits die Richtung an, in die „24/7″ gehen würde: Auf dem Elektroniklabel Gomma erschienen, pumpten Houseklaviere im Rhythmus und fehlten Gitarren unentschuldigt. Auf „Himmel” und „Wie ein Schwein” vom neuen Album grüßt noch einmal der Indierock, vielleicht aber auch nur zum Abschied. Die Sterne haben ein elektronisches Album gemacht. „Wohin zur Hölle mit den Depressionen? Ich geh in die Disco, ich will da wohnen”, singt Frank Spilker im ersten Song. Aha, ein Konzeptalbum. „Niemand sieht traurig gut aus”, hieß es zuletzt in der US-Serie „In Treatment”. Außer Die Sterne. Die haben mal wieder eine
Platte voller Hits gemacht.
“24/7″ erscheint heute bei Materie/Rough Trade.
Alben, Musik
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