Beiträge zum Stichwort: Peter Licht

[Album] Die Sterne – Mach’s besser: 25 Jahre Die Sterne

Die Sterne Cover

Relevanz is an Eight-Letter-Word. Zum 25. gibt’s für die Sterne fremde Interpretationen in eigener Sache.

Freunde, Weggefährten und Nachfolger verneigen sich tief vor dem lakonischen Riesen Frank Spilker und seinen Sternen. Deren Songs – man dachte es sich ja bereits – haben eine derart mächtige Substanz, dass sie auch bei den unterschiedlichsten Herangehensweisen einfach nur anders glänzend funkeln und nicht ermatten. Ausnahme: das irritierend müde »Irrlicht« von Isolation Berlin. Ansonsten klopft das Vierteljahrhundert deutscher Indie-Pop-Geschichte (so viel Pathos darf es ruhig mal sein) angenehm uneitel und mit merklich Herzblut ans Fenster: »Bis neun bist du o.k.« bringt Naked Lunch auf Deutsch (!) aufs Tapet, Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen verwandelt »Widerschein« in eine kämpferische Bläserbrigade und das bis auf die Knochen ausgezogene »Klebrig vermutlich« von Der Mann ist so sexy wie Spilkers Siebziger-Jahre-Schnurrbart. Als verlässliche Hitmaschine erweist sich Peter Licht, der »Universal Tellenwäscher« zu einem anrührenden Tränenzieher umdeutet. Raritäten und Remixes gibt’s obendrauf und mit Schleifchen drumherum gemahnt »Mach’s besser« daran, was war, ist und sein wird. Bestenfalls: Die Sterne.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

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[Konzert] PeterLicht – Kampnagel (23.2.)

Eine schöne Singstimme hat er nicht. Gutaussehend? Keine Ahnung, er lässt sich ja nur vom Hals abwärts ablichten. Ein Superstar wird man so nicht. Aber zu einem zuverlässigen Chronisten bundesdeutscher Befindlichkeiten, die er in schönstem Wortgedrechsel schildert. PeterLichts surreale Songs gehören seit einem Dutzend Jahren zur deutschsprachigen Popmusik, auch wenn sein erster Hit sein einziger blieb. Wenn sich der Künstler auf Kampnagel quer durch sein gesamtes Repertoire spielt, wird die Müßiggang-Hymne vom „Sonnendeck” kaum fehlen.

Wann: 23.2., 20.30 Uhr
Wo: Kampnagel
Wieviel: 18 Euro

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[Video] PeterLicht – Das Ende der Beschwerde

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[Album+Video] PeterLicht – Das Ende der Beschwerde

41d4yzu5pml_sl500_aa300_Um Zeit zu sparen, handeln wir den schlagkräftigsten Satz für die oberflächlichen Rezensenten und Hörer direkt ab: „Begrabt mein iPhone an der Biegung des Flusses.“ Haha, nicht schlecht, Herr Specht. Aber nun zu Wichtigerem: PeterLicht, der so wahnsinnig gute Schöpfer von markanten Punchlines hat bei „Das Ende der Beschwerde“ drei Dinge verbessert, die ihn vor der Mediokrität bewahren. Erstens: Die musikalische Untermalung seiner Texte (mehr ist das Zusammenspiel von Gitarre & Co bei LichtPeter nicht) ist teils knarziger, new-waviger geworden. Gut. Zweitens: Er betont noch schöner, die Worte klingen noch vokaliger als sonst. So rückt die Mittelmäßigkeit seiner Stimme in den Hintergrund und Songs wie „Neue Idee“ oder „Steigen/Fallen“ reihen sich ein neben „Das absolute Glück“ oder „Es bleibt uns der Wind“. Drittens: Auf „Fluchtstück“ geht der immer ein bisschen des singenden Werbers verdächtige Licht zum allerersten Mal wirklich aus sich heraus und keift, als ob er den verlorenen Hidden Track zu „Das bisschen Totschlag“ von den Goldenen Zitronen nachreichen möchte. Das ist dann in seiner rumpeligen Dissonanz vielleicht der schönste PeterLicht-Song seit vielen Jahren.

“Das Ende der Beschwerde” erscheint am 28. Oktober bei Motor/Edel.


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Rainer Von Vielen – Milch & Honig

rainer-von-vielenUnabsteigbar: VfL Bochum. Unzumutbar: Hasch auf Schuhcreme-Basis. Unkaputtbar: Rainer Von Vielen. Ernsthaft, den Typen haben wir doch schon vor Jahrzehnten bestaunt. Fazit oft: goiler Name, smoothe Musik in der Peripherie von HipHop. Mittlerweile hat sich diese Peripherie ausgeweitet und die leichte kreative Krise gegen Ende des letzten Jahrzehnts verflüchtigt: RVV verstaatlicht zudem Dancehall, Pogo-Synthies à la Deichkind und klingt mitunter wie Hubert Kah oder PeterLicht. Ach ja, und er covert Sidos „Mein Block“ via Tuba und ist bisschen SPD- und Gewerkschafts-nah. Wie rührend. Das erklärt auch die gewissenhaften Texte. Und man muss es in der Addition echt sympathisch finden, in all seiner unverstellten Buntheit, die sich nie um Coolness-Zwänge schert. Könnte ich kiffen, ich würde es hierzu tun wollen. Und dann lachen, glücklich sein und den Schrank voll Ritter Sport Olympia leer fressen. So läuft das doch?

“Milch & Honig” ist bereits bei Motor/Rough Trade erschienen.

Erstveröffenlichung des Artikels bei Intro.

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Dem Arbeitsmarkt zur Speise: Christiane Rösinger & Peter Licht

Das Pop-Leben ist prekär – und Literatur der neue Punkrock. Frische gute Bücher von Christiane Rösinger und Peter Licht handeln von Provinz, Glamour und Minusgeld.

Musiker haben ein Leben, das könnt ihr einfachen Leute euch nicht vorstellen. Konzerte spielen, in Bars abhängen, trinken, gute Drogen nehmen, gute Geschichten erleben, tagein, tagaus. Wer auf Zack ist, diversifiziert sich und schreibt neben den Songs auch noch Bücher über das glamouröse Dasein.

Christiane Rösingers autobiographischer Roman ‘Das schöne Leben’ berichtet von der viel gerühmten Berliner Lo-Fi Boheme. Mal wieder, muss man schon sagen. All die finsteren, kaputten, verarmten, putzigen, kantigen Typinnen und Typen, die aus Jens Friebes ’52 Wochenenden’, diversen Szenekolumnen und dem realen Nachtleben bekannt sind, tauchen auf und erleben Sachen, die glaubt man nicht, wüsste man nicht, dass sie halbwegs wahr wären. Die Geschichte der späteren Lassie Singers, Britta- und Flittchen-Records-Gründerin beginnt irgendwo tief in der badischen Provinz.

Doch die Farmerstochter träumt von mehr als dem einförmigen Leben auf dem Spargelacker. Es sind die goldenen Achtziger und Berlin ruft. Man feiert erste kleine Erfolge mit der Band, merkt aber trotzdem, dass Künstler sein auch bedeutet, auf vieles zu verzichten. Zum Beispiel auf Geld, das es nur sporadisch und in kleinen Mengen gibt. Dennoch hangelt man sich brav und heroisch von Auftritt zu Auftritt, von Platte zu Platte und genießt die Leerstellen zwischendurch. Die verbringt Christiane Rösinger sympathischerweise gerne auf der Couch beim Zappen durch die Soaps der Öffentlich-Rechtlichen. Gleichfalls gemütlich episodenhaft liest sich “Das schöne Leben”. Rösingers Sprachstil lässt sich im positiven Sinne als schwatzhaft bezeichnen. Wer ihre Songs kennt oder Konzerte erlebt hat, wird wissen, was ich meine.

Auch PeterLicht plagt der Mammon. Gleich am Anfang seiner Bachmannpreis-Erzählung vom letzten Jahr, die es nun gebunden in Buchform mit selbst gezeichneten surrealistischen Illustrationen gibt, kommt der Ich-Erzähler auf seine Schulden zu sprechen, die er mit dem schönen Begriff “Minusgeld” umschreibt. In der knapp dreißig Seiten starken Geschichte geht aber auch um Liebe, ein kaputtes Sofa und Waschmaschinen, die in ein Riesenloch fallen. Und immer wieder grüßt der hochenervierende Kapitalismus: “Am folgenden Morgen dann, erfrischt und in guter Kraft, würde ich dem Tabernakel meines Herzens wieder die Hostie meiner Arbeitskraft entnehmen und sie dem Arbeitsmarkt zur Speise reichen.” Wer solche guten Sätze mag, wird dieses kurze Büchlein mehr als nur einmal lesen.

Christiane Rösinger, Das schöne Leben, Fischer, 8,95 Euro & Peter Licht, Die Geschichte meiner Einschätzung am Anfang des dritten Jahrtausends, Blumenbar, 14,90 Euro

Mit freundlicher Genehmigung von Intro

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Eigenschaften ohne Gesicht: Peter Licht

Noch unter seinem “alten” Pseudonym “Meinrad Jungblut” schenkte der Mann, der sich jetzt “Peter Licht” nennt, der Musikwelt den tollen Song “Sonnendeck”. Ein Lächeln überzog selbst sonst so sauertöpfische WG-Gesichter und das war erst der Anfang. Mit “Lieder vom Ende des Kapitalismus” folgte im Post-WM-Jahr das vielleicht schlauste deutschsprachige Album und für seine wunderbaren Geschichten erhielt er auch noch den Publikumspreis beim Klagenfurter “Ingeborg Bachmann”-Wettbewerb. Alles immer: Ohne Gesicht. Dies zu zeigen war den 3sat-Kameras ebenso untersagt wie den Kameramännern und -frauen der Harald Schmidt-Show. Selbstverständlich auch jenen des Bayerischen Rundfunks; wie eine Live-Aufnahme ohne das Gesicht eines Sängers aussieht, zeigt dieser kleine Ausschnitt des “Bavarian Open 2006″-Festivals. Genauer gesagt mit dem Song “Wettentspannen”.

Den mp3-Download zum Video gibt’s hier.

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