Beiträge zum Stichwort: Phoenix

[Album+Video] Retro Stefson - Kimbabwe

retro-stefsonBerlin, deine Gastarbeiter. Die siebenköpfige Band aus Island hat sich in bescheidenen Wohnverhältnissen im Stadtteil Moabit eingemietet. Was vermutlich eher von Ortsunkundigkeit denn dem Wissen ums nächste Hype-Viertel in den Gentrifizierungskriegen zeugt. Aber die Band ist jung genug (alle gerade mal um die 20), um sich das anzutun. Schließlich verspricht Berlin dafür ja auch eine Anbindung an schicke Szene und bietet mehr Handlungsspielraum bei der Reiserei. Auch ästhetisch eine gute Entscheidung, denn der eklektische, aufgeräumte wie spannungsreiche Sound der Band ist eher metropolen- denn inseltauglich. Bei der Single „Kimba“ fühlt man sich erinnert an die frühen Phoenix, nur statt Sleaziness regiert bei Retro Stefson skandinavische Zurückhaltung. Ein weiterer Verweis muss dann auch noch Vampire Weekend sein, auch wenn’s die Band scheinbar nicht (mehr) gern hört. Aber wer so offensiv mit Weltklängen in einem smarten Pop-Song aufwartet, der sollte das mit Fassung tragen. Eine schmeichelige Platte mit viel kleinem Glamour und gefeilten Ecken. Willkommen im Lande, setzt euch, nehmt euch einen Keks.

“Kimbabwe” ist bereits bei Vertigo/Universal erschienen.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

http://www.vimeo.com/24074444

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Holy Ghost! - Holy Ghost!

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Ein clubtaugliches, aber nicht zwingend auf den Club zugeschnittenes Dance-Album haben Alex Frankel und Nick Millhiser als Nachfolgeversprechen ihrer „Static On The Wire“-EP aus dem vergangenen Jahr produziert. Gemeinsam mit Michael McDonald, Chris Glover von Penguin Prison und Luke Jenner (Rapture) erzeugen die beiden Hipster analoge Wärme und eine Catchyness, die baff macht. Immer wenn es logisch angezeigt ist, eine Verwinkelung einzubauen, gehen Alex und Nick den brutal-glasklaren Dancepop-Weg. Ein dufter Markenkern, den sich gerne und zu Recht MGMT, Phoenix und – natürlich – LCD Soundsystem in Remixgewand angezogen haben. Wenn Holy Ghost! jetzt endlich auch noch Hot Chip von der kommerziellen Klippe stoßen, sind sie die uneingeschränkten Herrscher im Land, wo sich French Pop, linkisch lächelnde NY-Hipness und in 1000 Einzelteile zersplitternde Discokugeln 24 Stunden am Werktag unterhaken. Synthie-New-Wave als der geile Ausgang vom oberflächlichen Ego-Exzess. Da muss man auch erstmal drauf kommen.

“Holy Ghost” erscheint am 15. April bei DFA/Cooperative Music.

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Those Dancing Days - Daydreams And Nightmares

those-dancing-daysMal ein ganz objektiver Einstieg: “In Our Space Hero Suite”, das Debütalbum von Those Dancing Days, war mein Lieblingsalbum des Jahres 2008. Und zwar nicht bloß, weil ich so wahnsinnig viel Ahnung und Gespür von und für Pop hätte, Quatsch - vor allem, weil die fünf Stockholmerinnen mit der euphorischen Attitüde in den Songs einfach so zweifellos geil abgeliefert hatten. Da gab’s keine zwei Meinungen, bloß hierzulande noch nicht wirklich genug Zuhörer. Kann sich ja ändern! Und zwar genau jetzt. Denn “Daydreams And Nightmares” macht das, was sich für ein gutes Album schickt: Es versucht nicht, schon wieder alles umzuschmeißen und sich seltsam eitel gegen die eigene Ursprungsidee zu verschwören, nein, es feuert einfach noch mal ab. Ein kleiner Hang zum Retro-Sixties-Pop steht so wieder im Raum, allerdings umzingelt von zeitgemäßem Electro-Klingklang. Und wieder türmen die Stücke auf, nur um sich ekstatisch im Refrain oder ähnlicher Klimax zu ergießen. Musik als permanente Auslösung. So hätte das Debütalbum von Phoenix klingen können, wenn die Franzosen schwedische Girls gewesen wären und ihre Melancholie noch mehr auf Halleluja getrimmt hätten. Versteht man das? Egal, der dringende Hinweis, mit dieser Band und Platte gefälligst glücklich zu werden, dürfte ja wohl angekommen sein.

“Daydreams And Nightmares” erscheint am 8. März via Wichita/Coop.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

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Delphic - Acolyte

23058279Das Enthusiasmus-Versprechen der Enthusiasmus-Maschine Pop sah sich zuletzt immer weniger eingelöst. Klar gab und gibt es noch aufgeregte Momente in Pop, allerdings muss man sie immer mehr selbst mitproduzieren. Die Begeisterung für die bloße Musik wich also mehr der Beteiligung an einem (Hype-) Event, dem Following der Lieblingskünstler auf Plattformen wie Twitter oder Facebook, dem Finden und Runterladen einzelner Stücke etc. Mit “Acolyte”, dem Debüt der Delphics ist dieses neo-individualisierte Prinzip des modernen Fan-Arbeiters sicher nicht aufgehoben, dennoch lohnt sich hier die Pause von der ganzen anstrengenden Folgerei so richtig. Denn die Chance ist zu verlockend: einfach ein tolles Album nur mal durchhören als solches - das reicht nämlich schon zum Glück.

Von vorne bis hinten wird man bedient. Jeder Song präsentiert sich kurz, eröffnet einen Refrain, nur um sich dann aber immer noch weiter kokett bis selbstvergessen zu einem strahlenden Etwas hochzujubeln. Mehr Euphorie oder eben Enthusiasmus hat man schon lange nicht mehr auf einer einzigen Platte abgegriffen. “Acolyte” muss man ohne Wenn und Aber (möge Satan auf die Gebeine von Wolfgang Frömbergs Vorfahren pissen) in die Reihung der wirklich außergewöhnlich aufregenden Debüts nehmen, bei der der letzte Eintrag mit Phoenix’ “United” fast zehn Jahre zurückliegt. Eine Platte wie der wunderbare Moment des kopfüber Eintauchens in einen Pool, nur mit dem Luxus, dass dieser Moment CD-Länge besitzt.

“Acolyte” ist bereits bei Cooperative Music/Universal erschienen.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

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Kasper Bjorke - Standing On Top Of Utopia

23058353Mit Tomboy von WhoMadeWho unterhielt der Kopenhagener DJ und Produzent Kasper Bjørke bis vor Kurzem noch das etwas käsige Houseprojekt Filur. Als Remixer kennt man ihn durch seine Arbeiten für die Ting Tings, Trentemøller und eben WhoMadeWho. Sein zweites Soloalbum “Standing On Top Of Utopia” erscheint auf dem relativ neuen Label Hfn Music, das uns im letzten Jahr bereits die famose, vom Kopenhagener Hafen inspirierte Trentemøller-Mixcompilation bescherte. “Standing On Top Of Utopia” bewegt sich zwischen Pop, No Wave, Balearic und House, wobei das Tempo meistens gedrosselt wird. Die Gastvocals stammen von befreundeten Künstlern wie Jacob Bellens von der Indieband I Got You On Tape. Daraus ergeben sich entspannte Downtempo-Synthiesongs, manchmal mit einer gewissen Nähe zu zeitgenössischen Poppern wie Phoenix oder Zoot Woman. Wirklich herausragend sind aber tatsächlich jene Instrumentalstücke wie das verspulte druckvolle “Fido & Friendly Ghost”, die zeigen, dass seine eigentlichen Wurzeln im House liegen.

“Standing On Top Of Utopia” erscheint am 12. Februar bei Hfn Music / Rough Trade.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

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Phoenix - Wolfgang Amadeus Phoenix

41o91fay9l_ss500_Man fällt leicht dem Trugschluss zum Opfer, dass bei Phoenix 2009 alles beim alten ist. Pustekuchen. Phoenix entwickeln sich bloß relativ langsam. „Wolfgang Amadeus Phoenix” ist immer noch geradezu unmenschlich präziser Gitarrenpop, das flache Juchzen von Thomas Mars ist dasselbe geblieben. Dazugelernt haben Phoenix allerdings in Sachen Dramaturgie und Bandbreite der Songs, der Schriftartenwechsel auf dem Backcover ist mehr Statement als grafisches Element. Groß Wesensveränderndes ist dabei nicht auszumachen. Von der Kunst auf dem richtigen Weg zu bleiben ohne stehen zu bleiben, viertes Kapitel.

“Wolfgang Amadeus Phoenix” ist bereits bei V2/Cooperative/Universal erschienen.

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Phoenix - 1901

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“Wolfgang Amadeus Mozart” wird das m 25. Mai erscheinende Album von Phoenix heißen. Als Vorbote wird bereits jetzt der Song “1901″ auf der Homepage der Franzosen feil geboten.

Anhören und downloaden kann man sich den Track hier.

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