[Album+Video] Retro Stefson - Kimbabwe
23. Juni 2011
Berlin, deine Gastarbeiter. Die siebenköpfige Band aus Island hat sich in bescheidenen Wohnverhältnissen im Stadtteil Moabit eingemietet. Was vermutlich eher von Ortsunkundigkeit denn dem Wissen ums nächste Hype-Viertel in den Gentrifizierungskriegen zeugt. Aber die Band ist jung genug (alle gerade mal um die 20), um sich das anzutun. Schließlich verspricht Berlin dafür ja auch eine Anbindung an schicke Szene und bietet mehr Handlungsspielraum bei der Reiserei. Auch ästhetisch eine gute Entscheidung, denn der eklektische, aufgeräumte wie spannungsreiche Sound der Band ist eher metropolen- denn inseltauglich. Bei der Single „Kimba“ fühlt man sich erinnert an die frühen Phoenix, nur statt Sleaziness regiert bei Retro Stefson skandinavische Zurückhaltung. Ein weiterer Verweis muss dann auch noch Vampire Weekend sein, auch wenn’s die Band scheinbar nicht (mehr) gern hört. Aber wer so offensiv mit Weltklängen in einem smarten Pop-Song aufwartet, der sollte das mit Fassung tragen. Eine schmeichelige Platte mit viel kleinem Glamour und gefeilten Ecken. Willkommen im Lande, setzt euch, nehmt euch einen Keks.
“Kimbabwe” ist bereits bei Vertigo/Universal erschienen.
Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.
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