Beiträge zum Stichwort: Pop

[Konzert] Schmidt – Mojo Club (9.3.)

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Es riecht alles ein bisschen sehr nach James Bond: Attraktive Frau, laszive Stimme, schmeichlerische Songs, dazu alles rundum nur vom Feinsten. Guy Chambers (genau, der von Robbie) als Produzent, das Vorprogramm von Lionel Richie und Elton John für sie freigeschaufelt und alles ein bisschen zu gerade, zu perfekt. Wenn man jedoch das ganze eigentlich überflüssige Gedöns weglässt, bleibt unter dem Strich etwas eigentlich viel tolleres: eine coole Jazz-Pop-Sängerin mit Kajal und 20er-Jahre-Attitüde, deren Songs dunkle Seiten schwelgerisch verhandeln. Ketten ablegen, dann wartet die Belohnung durch das Publikum, Femme Schmidt!

Wann: Sa, 9.3., Einlass: 18.30 Uhr
Wo: Mojo Club
Wieviel: ab 15 Euro

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[Album] Leslie Clio – Gladys

leslieclioErster Gedanke: Geschichten aus der Gruft! Zweiter Gedanke: Quatsch, schon zu Lebzeiten wurde Amy Winehouse’ Motown-Pop abgerippt, bis das saudumme Formatradio mit seiner noch dümmeren Playlist kam. Auch Leslie Clios Debüt kann sich nicht freisprechen, auf den abgehangenen Retrosound-Hype des letzten Jahrzehnts abzuzielen. Dennoch wirkt das hinter all der fraglosen Berechnung nicht komplett leer und kalt, wie man es sonst so gewohnt ist. Man erschrickt fast, denn das hier ist konstant gut, stellenweise sogar mehr als das. Der Hit »Told You So« hat den Boden bereitet, jetzt kann mit dicker Hose das nächste Level beschritten werden. Es gibt nichts Richtiges im Falschen, aber immer wieder paar gute neue Künstler, paar gute neue Platten. Diese ist eine davon. Übrigens mehr als eine Hand im Spiel und im Feuer hat hierbei Nicholai Potthoff, seines Zeichens Musiker bei Tomte und Produzent von Muff Potter. Vielleicht ist das genau jener Crossover, der »Gladys« nicht nach Zielgruppenparanoia, sondern nach einem echten Menschen klingen lässt. Wow, echte Menschen in den Single-Charts … Jetzt habe ich wirklich alles gesehen!

“Gladys” ist bereits bei Vertigo/Universal erschienen.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

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[EP+Video] Elias – Kaputt

Elias-Cover-KaputtDie Liebe und das Leben – Generationen von Musikern haben versucht, sie zu erklären. Und wurde dabei nicht langsam alles gesagt? Elias sagen: Nein! Und schon gar nicht so wie bei ihnen. Die junge Band aus Berlin nähert sich auf ihrer EP “Kaputt” diesen denkbar komplizierten Themenkomplexen auf Schleichwegen. In Szenen, Miniaturen, machen die dem Hörer ihre Gedanken nachvollziehbar. Sänger Elias Hadjeus, seines Zeichens auch Songwriter der Band, hat ein Faible für wohl gewählte Worte und klangvolle Sätze. “Und alles schreit: Moment, der du so schön bist, bleib” – hier werden reihenweise amtliche Text-Geschosse aufgefahren, ohne dass jemals die Pathos-Polizei anklopfen müsste. Die Zeilen werden von einem satten Bandsound unterfüttert, der sich niemals zu sehr in den Vordergrund drängt. Mal schwelgerisch, mal dramatisch, immer im Dienste der Sache. Elias machen feinen Pop mit Anspruch. Einfach mal genau hinhören!

“Kaputt” ist bereits bei Universal erschienen.

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[Konzert] Heute, 21.1.: Aimee Mann – Fabrik

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Auch eine Art Erwachsenenunterhaltung: Aimee Manns Songs waren immer zu abgeklärt, um zu irgendeinem Zeitpunkt hip zu sein. So tief ist ihre Einsicht ins Menschliche und Allzumenschliche, dass Paul Thomas Anderson sein Ensembledrama „Magnolia” bekundetermaßen um ihre Kompositionen strukturierte – damit ist einer der berührendsten Filme der vergangenen 20 Jahre nur Sekundärkunst zu ihren Liedern. Ihr aktuelles Album „Charmer” widmet sich erneut der Betrachtung von Beziehungen in unterschiedlichen Stadien von Anbahnung und Zerfall, gewandet in ein zeitloses Kleid von Pop- und Rockarrangements. Mit dem Titelsong ist sogar eine hochmelodiöse Single geglückt, von der man sich wünschte, sie trüge ihren Namen ausnahmsweise über die Bescheidwisserriege hinaus. Die stets selbstironisch grantelnde Frau braucht keine Ehrfurcht – ein Hit wäre auch mal schön.

Den aktuellen Song “Bigger Than Love” kann man sich hier anhören.

Wann: 21.1.
Wo: Fabrik
Wieviel: ab 35,75 Euro

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[Album] Robbie Williams – Take The Crown

Ende des letzten und ganz zu Anfang des neuen Jahrtausends waren Robbie Williams’ Songs ein Event: die großartige Single »Angel« und einfach alle Platten bis »Sing When You’re Winning« (2000) und »Escapolopgy« (2002). Danach – einer muss es ja mal so deutlich schreiben – hat er kein einziges auch nur halbwegs gutes Album mehr gehabt. Und wurde immer mehr selbst zum Event. Robbie hier, Robbie da. Als auch dieser Aspekt nicht mehr viel hergab, kam die Take-That-Reunion, die deren Ultras noch mal in Bewegung versetzte, den Rest der Welt aber herzlich wenig interessierte. Jetzt ein eigenes Baby und musikalisch das gefühlt x-te Comeback. Aber was taugt es noch? Die Single »Vertigo« … hätte man vor zehn Jahren nicht mal als B-Seite angeguckt, ist aber unterm Strich noch das Beste in diesem egalen Brei des halbgaren Radio-Pop. Binsenweisheiten und ungefragte Ratschläge gefällig, Robbie? Hol dir die Songschreiber von damals wieder. Und wenn das nicht reicht, dann werde der nächste James Bond, wie vor Daniel Craig kurzzeitig mal spekuliert worden war.

“Take The Crown” ist bereits bei Island/Universal erschienen.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

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[Album+Video] Metric – Synthetica

Wie die besten Bands ist Metric mehr als die Summe der einzelnen Teile: Von Emily Haines ließe man sich das sprichwörtliche Telefonbuch vorsingen, und würde man die Musik an der Schnittstelle zwischen Indierock und Synthiepop durchsägen, hätte man immer noch zwei überdurchschnittliche Bands am Start. Alles zusammengenommen ergibt eine wahnsinnig präzise Popgruppe, die in Atmosphären schwelgen und bei Bedarf Zähne eintreten kann. „Synthetica” zeigt keinerlei Verschleißerscheinungen, sondern schreibt auf sehr hohem Niveau den Songkatalog der Kanadier weiter. Im Film „Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt” standen Metric Pate für die heißeste Band der Stunde The Clash At Demonhead. In einer gerechten Welt wären sie sogar noch größer.

“Synthetica” ist bereits bei PIAS/Rough Trade erschienen.

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[Album] Sarah Howe – The Wild & The Tame

Auch wenn man weiß, dass die Stücke Sarah Howes in Hamburg entstanden sind, so sind sie doch von nicht zu packender Weltläufigkeit. Begleitet von Christian Gastl (Sax), Hendrik Müller (Double Bass) und Sören Weinrich (Drums) entführt die weise Stimme der Pianistin und Sängerin eher in sonntagmorgendliche Parks in New York als zum schnöden Binnenalsterregenbogen. “Kaffee” habe ich jetzt extra nicht geschrieben, denn alles was hierzulande auch nur ansatzweise an den Schnittstellen von Jazz und Pop passiert, muss ja fast zwangsläufig mit der Etikettierung “Lounge” leben. Ein deprimierendes Schicksal, das Sarah Howe und ihrer Band Gott sei Dank erspart geblieben ist, denn zu erwachsen, zu perfekt schlängeln sich ihre Songs in das richtige Leben. Dorthin, wo geträumt, gestritten und sich versöhnt wird. Und dass diese Perfektion nicht steril, sondern verdammt mitreißend ist, davon kann man sich derzeit – zumindest in Hamburg – alle naselang live überzeugen. Konzertdaten gibt’s auf sarahhowe.de. Und wer unbedingt Leitplanken braucht: Eine gut gelaunte Sade trifft auf eine bassfreie Andreya Triana. So, jetzt aber selber einhören. Audioschnipsel gibt’s hier.

“The Wild & The Tame” ist bereits bei Schöner Hören Music erschienen.

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[Album] Twin Shadow – Confess

Konnte man bei Twin Shadows Debüt noch mit viel gutem Willen Morrissey und Popmusik britischer Prägung heraushören, haben sich die Kordinaten auf „Confess” ein wenig verschoben: Oft erinnern die Songs an einen vergessenen Soundtrack aus den Achtzigern, bevorzugt irgendwas mit rivalisierenden Straßengangs (die Lederjacke auf dem Cover!) – man denkt an John Cougar Mellencamp oder Hall & Oates. Eine reine Retroschiene fährt George Lewis Jr. dabei nicht, die Verquickung von Keyboardsounds mit Postpunkgitarren ist zeitlich gar nicht immer eindeutig zuzuordnen. In den schlimmsten Momenten klingt es halt, als würden die Achtziger-Popper The Hooters mit Bloc Party jammen. Oder sind das sogar die besten Parts? Ein irritierendes Album, das seine Cheesyness mutig zelebriert.

“Confess” ist bereits bei 4AD/Beggars/Indigo erschienen.

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[Album] The Temper Trap – The Temper Trap

The Temper Trap erlauben sich keine Albernheiten, mit Soundschnipseln der Riots in London wird sogar so etwas wie ein soziales Bewusstsein artikuliert. Daran muss sich der radiofreundliche Indiepop der Australier zwangsläufig verheben. Stellt man das Fettnäpfchen von „London’s Burning” beiseite, ist „The Temper Trap”, das zweite Album der Band, aber ganz passabel. Der Ton macht die Musik, beziehungsweise der Sound. Der ist mit flächigen Keyboards aufgebohrt, dass man beim Hören das gleißende Licht der Bühnenshow gleich mitdenkt. Die Vergleichsgröße ist natürlich Coldplay, und da schlagen sich Temper Trap gar nicht mal schlecht. Und kurz vor Schluss, mit „I’m Gonna Wait”, schaffen sie es sogar für einen Moment wirklich zu rühren. Kalkül mit Herz.

“The Temper Trap” ist bereits bei Pias/Rough Trade erschienen.

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[Video] Lucy Rose – Middle Of The Bed

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