Beiträge zum Stichwort: Punk

[Album+Video] Iceage - New Brigade

iceageDer verstolperte, klirrende Punkrock von Iceage ist zwar innovativ wie ein Eimer kaltes Wasser, aber darum nicht minder erfrischend. Stumpf und melodiearm schlagen sich die Kopenhagener Teenager durch ihre Songs, mit einer Ahnung von Geschichte und einer Flagge, auf der “No Future” flattert. Iceage zitieren Dilettanten, ohne selbst welche zu sein, die Songs sind so kaputt, wie sie sie haben wollen. “New Brigade” ist Rockmusik mit Sollbruchstellen. Vielleicht wäre das Album ohne ein gewisses Gespür für Dramaturgie und – Tatsache – Arrangement auch nicht zum Aushalten. Wie oben angedeutet, das Talent der Band liegt nicht unbedingt im Schreiben von Evergreens, um es vorsichtig auszudrücken. Defizite pinnt sich die Band allerdings als “Fuck-you-Attitüde” ans Revers – so kann man das freilich auch sehen. Was im Songwriting fehlt, wird auf den Energiebalken draufgeschlagen, folgerichtig ist das Album auch bloß knapp 25 Minuten lang. Die jungen Leute heutzutage sind ja nichts mehr gewohnt.

“New Brigade” erscheint am 2. September bei New Brigade Abeano / XL Recordings / Beggars Group / Indigo.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

http://www.vimeo.com/17195986

  • MySpace
  • Facebook
  • Google
  • Live
  • del.icio.us
  • Technorati
  • Mixx
  • MisterWong.DE
  • Webnews.de
  • Yigg
  • Yahoo! Buzz
  • TwitThis
  • E-mail this story to a friend!
Thema-Icon Alben, Musik, Musikvideo Kommentar-Icon 1 Kommentar

[Album] Box Codax - Hellabuster

box-codaxDie beste Art, ein nur mittelgroßes Genie zu tarnen, ist Nachlässigkeit: Weltformeln unleserlich auf Papierservietten schmieren zum Beispiel. Nick McCarthy, sonst bei Franz Ferdinand als Gitarrist tätig, weiß das genau. „Hellabuster“, das zweite Album mit Alex Ragnew als Box Codax und das erste mit seiner Frau Manuela Gernedel, ist dank dessen immens frustrierend. Der Psychofolk von „Inanimate Inamorato“ etwa würde unweigerlich am Herzen zupfen, wäre das zungenbrecherische Requiem nicht von so friedlicher Beschränktheit. Die blöde Idee, Ragnew mit deutschem Akzent singen zu lassen, ist auch eine solche Verschleierungstaktik. Box Codax können ganz offensichtlich Songs schreiben, in so ziemlich jedem Genre – mit einem Kräfteüberschuss bei Barockpop und Vaselines-artigem Lo-Fi-Punkrock. Das Hingeworfene und die Albernheit des Ganzen lassen eine eingehende Beschäftigung mit den Songs allerdings nicht zu, das stete Ironisieren wirkt, als würden sie selbst das Album nur mit spitzen Fingern anfassen. Ja verdammt, dann hat es eben Potenzial – eine gute Platte ist „Hellabuster“ darum nicht.

“Hellabuster” ist bereits bei Gomma/Groove Attack erschienen.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

http://www.vimeo.com/23471557

  • MySpace
  • Facebook
  • Google
  • Live
  • del.icio.us
  • Technorati
  • Mixx
  • MisterWong.DE
  • Webnews.de
  • Yigg
  • Yahoo! Buzz
  • TwitThis
  • E-mail this story to a friend!
Thema-Icon Alben, Musik, Musikvideo Kommentar-Icon Keine Kommentare

[Album+Stream] Atari Teenage Riot - Is This Hyperreal?

41hhai10rl_sl500_aa300_Is This Hyperreal? Aber selbstverständlich, wenn Empire, Endo und CX KiDTRONiK wieder mal ein paar neue Ebenen zwischen Punk und Elektronik einziehen. Und, um gleich einmal ein paar Pflöcke einzuschlagen, bei „Blood In My Eyes“ ein popblutiges Stück herausbrüllen, das wie eine Abrissbirne gegen die Audiolith-Türme kracht. Neunziger? Yeah, right, Punk. „Achtung, Achtung, hier spricht Atari Teenage Riot! Wir haben uns verbündet und wir werden zusammen zum Bundestag marschieren! Und wir sagen: Hände hoch! Kommen Sie mit erhobenen Händen raus. Sie sind verhaftet!“ So wird’s unter anderem im Titeltrack gesprochen und so wird’s dann auch gemacht. Deutschland has gotta die, da müssen wir jetzt ja nicht mehr lange diskutieren. Einfach weitersagen. Den dynamische Punktransfer ins einundzwanzigste haben ATR mit ihrem gerade mal viertem Album geschafft, was wir draus machen, ist unsere Schuld. An zu viel Elektronikgeballer soll’s jedenfalls nicht scheitern, das ist zugunsten des unterschwellig Explodierendem zurückgefahren. Wichtig? Richtig!

“Is This Hyperreal?” erscheint am 17. Juni bei Digital Hardcore.

NME.com exclusive album stream ATARI TEENAGE RIOT “IS THIS HYPERREAL?” by Alec Empire/ ATR

  • MySpace
  • Facebook
  • Google
  • Live
  • del.icio.us
  • Technorati
  • Mixx
  • MisterWong.DE
  • Webnews.de
  • Yigg
  • Yahoo! Buzz
  • TwitThis
  • E-mail this story to a friend!
Thema-Icon Alben, Musik Kommentar-Icon Keine Kommentare

The Vaccines – What Did You Expect From The Vaccines?

vaccinesHat man sich über den Anfang hinübergerettet, der nach schalem Punkrock klingt, beginnt ein famoses Indierockalbum. Bereits „If You Wanna“ zeigt viel mehr Interesse an Melodien als das Gros der Zeitgenossen in britischen Gitarrenrockbands. Nicht dass wir uns missverstehen: „What Did You Expect From The Vaccines?“ ist eine absolut auf Tanzfläche getrimmte Platte, kein introvertierter Sensibelpop. Der Sound ist keineswegs neu, die Girlgroup-Anleihen haben Glasvegas vorgemacht, hier ein bisschen Beach Boys, dort ein wenig The Horrors. Was man halt so im Schrank hat. Aber man muss es doch einmal sagen: die Songs! Mit soviel Grandezza und Selbstbewusstsein muss man erst mal die Bühne stürmen. Möglicherweise wissen The Vaccines, wie gut sie sind.

„What Did You Expect From The Vaccines?“ ist bereits bei Sony erschienen.

  • MySpace
  • Facebook
  • Google
  • Live
  • del.icio.us
  • Technorati
  • Mixx
  • MisterWong.DE
  • Webnews.de
  • Yigg
  • Yahoo! Buzz
  • TwitThis
  • E-mail this story to a friend!
Thema-Icon Alben, Musik Kommentar-Icon Keine Kommentare

206 - Republik der Heiserkeit

51oye75ayxl_sl500_aa240_Aufmerksame Leser der Fachzeitschrift „Punk heute“ verfolgen die Diskussion um die immer gleich wichtige Frage seit Jahren: Wie Punk heute buchstabieren, Relevanz erzeugen ohne in Jammerlappen-Gestus oder tätowierte Spring-Break-Hybris zu verfallen? Stichwort: Joy Division verstehen, Blink 182 vermeiden. Im aktuellen Punk Briefing präsentiert der auflagenstarke Opinion Leader die Lösung: 206, eine junge Band aus Halle, mittlerweile Leipzig. „Was bleibt mir anderes übrig, als mit meiner Armut anzugeben?“ sprechschreit Timm Völker und verlangt im Anschluss „Küss mir das Gold aus dem Mund“. Deutschland total kaputt und da lebt einer von vielen und singt das alles. Mit bemerkenswerter Unruhe, einer klaren und unpeinlichen Sprache. Poetische Bilder über einen ganz und gar unpoetischen Alltag besetzen wütend und blassgesichtig die Insel inmitten des Meeres der beschwingt-beschwipsten Gute-Laune-Deutschpopper, die sich „ein kleines bisschen Sicherheit“ wünschen. Kokolores für 206, sie hissen die schwarze Fahne und wärmen sich am Feuer aus brennender Aktualität.

“Republik der Heiserkeit” erscheint am 25. Februar bei ZickZack.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

YouTube Preview Image

  • MySpace
  • Facebook
  • Google
  • Live
  • del.icio.us
  • Technorati
  • Mixx
  • MisterWong.DE
  • Webnews.de
  • Yigg
  • Yahoo! Buzz
  • TwitThis
  • E-mail this story to a friend!
Thema-Icon Alben, Musik Kommentar-Icon Keine Kommentare

The State Lottery - When The Night Comes

l_86022e89c02f4e8caf082191636f0ce0

Es erfreut einen ja immer wieder, eine Band zu entdecken, von der man bisher nichts wusste, noch nichts gelesen hat und bei deren Namensnennung alle Opinion Leader im Freundeskreis nur mit den Schultern zucken. Die Soulpunker von The State Lottery aus Detroit und New York waren in den vergangenen Monaten für mich eine der schönsten zufällig in die Hände gefallenen Diamanten. Die Band bietet ihre beiden bisher erschienenen Alben gratis zum Download an (Bezahlen darf und sollte man auf der Downloadseite dennoch gerne). “Cities We’re Not From” aus dem Jahr 2008 scheppert zwar schon mit Feuer im Arsch, die Soundqualität und Unausgegorenheit der Stücke machen es jetzt aber nicht zu einem Pflichtalbum. Das aktuelle “When The Night Comes” ist allerdings ein solches für all diejenigen, denen The Gaslight Anthem angenehm das Neo-Pop-Punk-Rock-Gefühl unter den Nietengurt ziehen lässt.

Zum Download:

“Cities, We’re Not From” (2008)
“When The Night Comes” (2010)

Via Soundcloud kann man sich “When The Night Comes” auch komplett anhören:

The State Lottery - When The Night Comes by If You Make It

  • MySpace
  • Facebook
  • Google
  • Live
  • del.icio.us
  • Technorati
  • Mixx
  • MisterWong.DE
  • Webnews.de
  • Yigg
  • Yahoo! Buzz
  • TwitThis
  • E-mail this story to a friend!
Thema-Icon Alben, Downloads, Musik Kommentar-Icon Keine Kommentare

Ash - A-Z Vol.2

51cufvpzgfl_sl500_aa300_Die Kritiken zum ersten Teil der „A-Z-Reihe waren ebenso vernichtend wie die vergangenen Touren der drei mies besucht. Als „langweilige Britpoprockband“ schmähte sie Kollege Volkmann . Was will man auch von einem Mann erwarten, dem in seiner eskapistischen Flucht in Metal-Untiefen die Feelgood-Schönheit von Bands wie den Supernaturals oder den Gigolo Aunts nur verstörendes Gemahnen an die positive Kraft des Poprock sein kann. Weder Weltenschmerz noch Weltenumsturz rühren die 13 Songs von „A-Z Vol. 2“ an, sie sind schlichtweg berstende kleine Bastarde aus Punk, duften Gitarrensoli und hübschen Melodieideen. Wem das zu langweilig ist, der sollte übrigens auch gleich das neue Manic Street Preachers-Album in die Tonne werfen, denn jenen hat das Schicksal den gleichen Streich gespielt: Jeder Song isoliert betrachtet ist immer noch glänzend, in der Höhle des Gesamtwerkes ist’s nur eine Mini-Funzel. Es ist eben nicht mehr 1996, Tim. Schade für eine Band, die leider nur den Sound eines Jahres in Vollendung kann.

“A-Z Vol. 2″ ist bereits bei Atomic Heart Records/Al!ve erschienen.

  • MySpace
  • Facebook
  • Google
  • Live
  • del.icio.us
  • Technorati
  • Mixx
  • MisterWong.DE
  • Webnews.de
  • Yigg
  • Yahoo! Buzz
  • TwitThis
  • E-mail this story to a friend!
Thema-Icon Alben, Musik Kommentar-Icon Keine Kommentare

The Thermals - Personal Life

the-thermalsStimmt: The Thermals gab’s ja auch noch. Das Indie-Punk-Trio um Hutch Harris stand immer für den eher kurzweiligen Kick. Jede Platte bisher schien in ihrer agilen, weitestgehend innovationsfreien Spielart zugänglich, einnehmend, integer. Logisch: Die Band, die den Transfer von Platte auf Live-Gig großartig beherrscht, geht mit dem fünften Album den exakt gleichen Weg. Harris streut wieder Verve, Nachdenklichkeit, Aggressivität und Coolness über Power-Punk-Songs (wie „I Don’t Believe You“) oder abgehangene Midtempo-Dinger (wie „You Changed My Life“, „Not Like Any Other Feeling“). Das Ergebnis unterscheidet sich in nichts von Bisherigem und ist trotzdem so mit dem Zeitgeist assoziierbar, wie die Trauerklöße von Weezer es gerne noch wären. The Thermals sind auf dem besten Weg, die Ramones von Indie-Rock zu werden – jeder Song klingt nach The Thermals, kaum ein Hörer kann sich der Ansprache entziehen. Die Band ist auf dieser von Chris Walla schonungslos auf Live-Sound getrimmten Platte mal wieder zu gut. Zu gut sein kann man auch ohne Geheimnisse.

“Personal Life” ist bereits bei Killrockstars/Cargo erschienen.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

  • MySpace
  • Facebook
  • Google
  • Live
  • del.icio.us
  • Technorati
  • Mixx
  • MisterWong.DE
  • Webnews.de
  • Yigg
  • Yahoo! Buzz
  • TwitThis
  • E-mail this story to a friend!
Thema-Icon Alben, Musik Kommentar-Icon Keine Kommentare

Rolo Tomassi - Cosmology

4407744670_acd830303e_o

Lieber Nutzer dieses Artikels, begleitet Sie seit vielen Jahren der Traum, sich einmal eine rostige Zange mit starkem Druck ins Ohr zu schieben, bis das heraus spritzenden Blut interessante Motive auf dem Wohnzimmerteppich formt? Jetzt haben Sie die einmalige Gelegenheit, diesem Drang in Form eines Tonträgers nachzugeben. Der Bandname Rolo Tomassi klingt zwar eher nach italienischem House-DJ, ist aber fünfköpfige Band aus Nottingham, die sich im Laufe der letzten beiden Jahre einen Ruf als mitreißende Live-Band erspielt hat. Screamo, Punkjazz, Mathcore, Experimentalrock – Whatever. Sängerin Eva Spence spuckt offenbar schon beim Warten auf den Bus Blut. Wohin mit dem Hass? Das fand offenbar Star-Produzent Diplo aus dem fernen L.A. so wunderschön, dass er gleich Hand an das neue Album der Rolo Tomassis werfen wollte. Gewünscht, getan. Hören kann man davon ehrlicherweise überhaupt nix, ist aber auch egal. Diese 40 Minuten Blutrausch brauchen keine reingesamplelten Schüsse wie „Paper Planes“ von M.I.A. – Herzschwache benötigen nur die Single „Kasia“, um Lebewohl zu sagen.

“Cosmology” erscheint am 21. Mai bei Hassle/Soulfood.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

  • MySpace
  • Facebook
  • Google
  • Live
  • del.icio.us
  • Technorati
  • Mixx
  • MisterWong.DE
  • Webnews.de
  • Yigg
  • Yahoo! Buzz
  • TwitThis
  • E-mail this story to a friend!
Thema-Icon Alben, Musik Kommentar-Icon Keine Kommentare

M.I.A. - Born free

http://www.vimeo.com/11219730

Die Provokation ist gelungen, YouTube verweigert sich dem Video zu M.I.A.s neuem Track “Born Free” von ihrem kommenden Album (Juni!). Der von einem Punk-Riff-Sample getragene Track macht keine Gefangenen. Muss das sein? Radikale Pose ist immer noch Pose.

  • MySpace
  • Facebook
  • Google
  • Live
  • del.icio.us
  • Technorati
  • Mixx
  • MisterWong.DE
  • Webnews.de
  • Yigg
  • Yahoo! Buzz
  • TwitThis
  • E-mail this story to a friend!
Thema-Icon Musik, Musikvideo Kommentar-Icon Keine Kommentare