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[Album] Coldplay - Mylo Xyloto

51uaql4pa4l_sl500_aa300_Man kann Brian Eno und Rihanna auf seinem Album haben, einer der größten Rockstars der Welt sein und darüber singen, wie man bei seinem Lieblingssong weint: “Mylo Xyloto” steht stolz zu seinen Widersprüchen. Neben den übergeschnapptesten, brillantesten Popnummern, die Coldplay überhaupt im Repertoire haben, sind bewusst kleine Lieder in die erstaunliche Dramaturgie der Platte integriert. Coldplay verleihen ihren Alben unverwechselbare Identitäten, und sei es nur, weil jede Songsammlung einen Schritt von der vorangegangenen entfernt ist. Das mag bei “Viva La Vida” einer seitwärts gewesen sein, “Mylo Xyloto” geht nach vorne. Coldplay haben die Scham des Indie-Acts, der Stadien füllt, abgelegt und fühlen sich in die große Popnummer ein: Wenn man sowieso schon einmal da ist, kann man es auch gut machen. Man hört Arbeit und Zweifel in den Aufnahmen. Und dass Coldplays beste Musik vielleicht noch nicht geschrieben ist: Eine Band, die sich auf ihren Lorbeeren ausruht, schreibt nun einmal kein Science-Fiction-Graffiti-Konzeptalbum.

“Mylo Xyloto” ist bereits bei EMI erschienen.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

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Rihanna - Rated R

23058296Die Interpretin aus Barbados präsentiert sich auf “Rated R” martialischer denn je, das Video zu “Hard” hinterlässt sogar einen etwas unappetitlichen Nachgeschmack. Dass sie am Ende im Mickey-Mouse-Kostüm einen Panzer reitet, lässt sich wohl nur als Metapher verstehen. Aber als Metapher für was eigentlich? Okay, “No Short Dick Man” - den will verständlicherweise keiner. Aber einen Panzer? Das Kanonenrohr als Phallus? Himmel hilf! Vergessen wir also schnell das Video.

Rihanna durchläuft gerade ihre Dirty-Phase. Hatten Britney und Xtina auch, überhaupt nichts gegen einzuwenden. Sie ist jung, schön und Single. Im Booklet inszeniert sie sich als kaputter Vamp mit abrasierten Haaren. Auf der Rückseite der CD wird sogar geraucht. Sieht so weit alles gut aus. Nur bleibt die Musik völlig hinter der Figur zurück. Hat absolut keinen Schmiss. Nachdem “Good Girl Gone Bad” noch mit Singles wie “Umbrella”, “Please Don’t Stop The Music” oder “Disturbia” aufwarten konnte, sucht man sich hier die Finger wund nach nur einem guten Refrain. Produktionstechnisch totaler Müll. Das Neunziger-Revival musste ja kommen, aber mit Trancetechno-Effekten à la DJ Tiesto? Dazu ein Gitarrensolo von Slash? Ich bin eigentlich eher ein ruhiger Typ, aber man sollte mit Kanonen auf die Spatzenhirne schießen, die diese Platte zusammenproduziert haben.

“Rated R” ist bereits bei Def Jam/Universal erschienen.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

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