[Album] Foals – Holy Fire
15. Februar 2013
An Fakten ist nicht zu rütteln: Die Band Foals hat ein neues Album herausgebracht. Inhaltlich muss diese Feststellung aber hinterfragt werden. Ist das nicht eher die halbe Wahrheit, ist das wirklich neu, was wir da hören? Anlass, es so genau zu nehmen, haben die Engländer mit ihren zwei ersten Alben selbst provoziert. Das leichtfüßige und doch so akribisch durchdachte “Antidotes” gab einer Generation von ambitionierten Nachwuchsmusikern Hausaufgaben mit auf den Weg. “Total Life Forever” nahm den Faden vier Jahre später wieder auf, perfektionierte den Sound jedoch noch einmal, gab ihm mehr Facetten – führte ihn zu neuer Brillanz. Die Oxforder sind demnach selbst schuld, wenn man auf ihrem dritten Werk “Holy Fire” mit Großem rechnet, nach neuen Geistesblitzen lechzt. Und in Teilen befriedigen sie dieses Verlangen. Mit dem funkigen “My Number” etwa, dem für die Band schon fast zu fröhlichen Dancefloor-Filler. Oder dem eingängigen “Milk & Black Spiders” mit seinen Popqualitäten. Vor allem aber mit “Inhaler”, diesem merkwürdigsten aller bisher da gewesenen Foals-Songs, bei dem Sänger Yannis Philippakis gegen deftige Stoner-Rock-Gitarren anschreit, und “Bad Habit”, das für eine Weile gekonnt aus üblichen Foals-Mustern ausbüchst, um sich nach drei Minuten doch wieder nahtlos einzureihen. Auf der anderen Seite klingt auch vieles vertraut: perfekt konzipierter Indiepop mit zackigen Rhythmen und punktgenauen Gitarren. Und das darf auch so sein, denn dieser Foals-Sound ist ein Qualitätssiegel. Und wer sich so konsequent einen eigenen Stiefel geschaffen hat, darf ihn eben auch guten Gewissens tragen. Er sieht schließlich noch immer besser und individueller aus, als die meisten anderen.
“Holy Fire” ist bereits bei Warner erschienen.
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