[Album] We Were Promised Jetpacks – In The Pit Of A Stomach
3. Dezember 2011
“Quiet Little Voices” war, um beim aktuellen Nirvana-wieder-über-alles-Gestus zu bleiben, 2009 so etwas wie das “Smells Like Teen Spirit” der schottischen Band We Were Promised Jetpacks. Treibender, verheißender Mitgröl-Noise-Rock. Ein Hit. Das Debütalbum drum herum und mehr noch die Konzerte der Band ließen die Musiker trotzdem als stolze Überwinder des gängigen Indie-Rock-Laut/Leise-Spiels und als Verweigerer positiver Ansprachen erscheinen: Viele Stücke waren schwer greifbar und so euphorisch wie eine Midlife-Crisis. Jubel-Refrains? Fehlanzeige. Das passenderweise in Sigur Rós’ isländischem Studio eingespielte zweite Album bildet nun noch konsequenter einen einsturzgefährdeten und auch sonst wenig gastlichen musikalischen Zufluchtsort. “In The Pit Of A Stomach” ist endgültig eine Zuhörplatte, die sich nur als Moshpit-fähiges Abgeh-Album verkleidet hat. Die wirklich großen Momente lauern nicht in den ständigen rockistischen Eruptionen, die mitunter Gefahr laufen, gleichförmig am Hörer vorbeizulaufen. Vielmehr im offen niedergeschlagen klingenden Nichts dazwischen. In Stücken, die sich auf anderen Alben als Rausschmeißer verdingen müssten. Das lange Zeit müde glimmende “Sore Thumb” ist das schönste von ihnen. Die schottischen Postrocker Mogwai schielen wahrscheinlich schon neidisch drauf. Wäre die Band auch wieder ganz bei sich zu Hause.
“In The Pit Of A Stomach” ist bereits bei FatCat/Rough Trade erschienen.
Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.
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