Beiträge zum Stichwort: Rock

The Subways – All Or Nothing

Puh! Wie schwierig und verkrampft so eine zweite Platte nach dem Hit sein kann, zeigt eindeutig dieses Album hier. Und das, obwohl das Debüt “Young For Eternity”, also “der Hit”, nun auch nicht gerade einen derartig immensen Schatten wirft. Um mal zu wissen, wovon wir hier reden, folgt hier der Fame-Eintrag zur Band bis dato im Guinnessbuch der Brit-Bands: “Irgendwas gemacht mit TV-Werbung (Hugo Boss), der Reiz von einer Zwei-Brüder/Mädchen-Trio-Besetzung, Prä-Nu-Rave in Underage für Gitarren-Teens, Millionen MySpace-Aufrufe.” Die neue, von Butch Vig produzierte Platte fügt dieser Liste leider leidlich wenig hinzu. Das classic Rock’n'Roll-Schema taucht in der Gitarrenarbeit überraschend oft auf, und die Tatsache, dass man keine Beats und Clubhysterie nutzt, kappt völlig den elektronischeren Zuweg zum Nu-Rave of the art. Die Balladen erinnern an die “Candy”-Phase von Ash, ansonsten viel heiße Luft und Rockmomente, die man einfach nicht behält.

“All Or Nothing” ist am 27. Juni bei Infectious/Warner erschienen.

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The Lodger – How Vulgar

Als 2005 “Hi-Fi High Lights – Down Low”, das Debütalbum von The Lodger aus Helsinki, erschien, stand Bassist Hannes Häyhä mehr im Interesse der Berichterstattung – er ist Animationsfil- memacher, gewann zu dem Zeitpunkt gerade massig Preise für seine Strichmännchenvideos und landete einen lukrativen Werbedeal mit einem Kosmetikunternehmen – als die Musik der Band.

Das wollen The Lodger jetzt ändern und mit dem neuen Album “How Vulgar” lieber sich selbst und ihre Musik in den Mittelpunkt rücken. Das hätten sie aber auch bleiben lassen können: Obwohl nach dem mysteriösen Londoner Nebel benannt, setzt die Band lieber auf Offensichtlichkeiten. Ihr melodischer Rock orientiert sich am längst und zu Recht verdrängten Surfpop der Neunziger, und würde ihre beliebig klingende Auswahl musikalischer Vorbilder (“Beatles, Kinks, Stones”) die Platte zu hören bekommen, sie würden sie sicherlich sogleich wieder ausschalten. Obwohl der etwas zu stark in Richtung Eingängigkeit gestimmte Rockpop so belanglos ist, dass sie vielleicht auch gar nicht merken würden, dass er überhaupt läuft.

The Lodger klingen eher wie die talentierte Schülerband, bevor sie zum ersten Mal ins richtige Studio gehen darf, als die alten Hasen, denen vom finnischen Hitproduzenten Jyri Riikonen geholfen wurde. Vielleicht kann ihnen Bassist Hannes jetzt ja mit ein paar Videos unter die Arme greifen.

PS: Noch mehr Lodger? Und genau im selben Monat? Königin Zufall hat wohl wieder einen sitzen. Diese Lodger kommen aus UK, sind (bis dato) etwas weniger bekannt als jene aus Skandinavien. Ihr routiniert bis schmeichelnder Britpop-Sound hält dabei die Möglichkeit offen, dass sich das Blatt zu ihren Gunsten wendet. Das Level von The Young Knives, We Are Scientists hält “Life Is Sweet” zumindest locker.

The Lodger – How Vulgar ist am 30. Mai via Onomato Pop / Cargo erschienen

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The Raconteurs – Consolers Of The Lonely

theraconteurs.jpgOje, muss jetzt bei jeder Differenz zum regulären Album-VÖ-Betrieb die begleitende große Feuilleton-Welle durchgegähnt werden? Also zumindest, wenn die Protagonisten zu den oberen Einhundert der Amazon-Charts zählen? CD-Gott bewahre! Gerade bei den Raconteurs ist das (Nicht-) Brimborium hier doch weniger Programm denn bloß Faulheit und latente Nicht-Identifikation mit dem Ergebnis. Die Allstar-Haarigen trafen sich erneut zum gepflegten Jam in einer ihrer Hütten. Und natürlich, natürlich kam wieder etwas heraus, was der restlichen Welt nicht vorenthalten werden darf. Die Unmittelbarkeit des Raushauens kann dabei aber eben getrost schon als realistische Selbsteinschätzung gewertet werden. “Hier, nehmt. Vielleicht findet ihr was drinnen. Wir machen dafür nicht große Promo-Tour, so wichtig ist es uns jetzt auch nicht.”

Und das hört man – bei aller Liebe zu abgehangenem Chef-Indie-Country – auch. Das Songwriting ist nicht annähernd so zwingend wie beim Debüt “Broken Boy Soldier”, der richtige Hit fehlt, einzig hochgeschraubt ist der Jukebox-Effekt. So geht’s eben beim Jammen, man guckt mal, wie nah man an seine alten Helden soundmäßig rankommt. Auf einem Song wie “Hold Up” meint man, das seien lustigerweise sogar AC/DC, der Rest zitiert eher 60s- und 70s-Garage oder bemüht auch mal die bei “DSDS” so herbeigesehnte Show mit der Bigband (“Many Shades Of Black”).

Stylish: ja; clever umgesetzt: klar; bringt es dich irgendwohin, wo man nicht seit den Strokes und hundert anderen staubtrockenen Neo-Typen-Rockbands schon war? Absolut nicht. Befriedigender ist nur noch Petting, wenn das Telefon klingelt – und der Partner abnimmt.

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R.E.M/Bruce Springsteen – Man On The Moon

Eigentlich war ich ja auf der Youtube-Suche nach dem Auftritt von Pearl Jam mit Neil Young (“Keep on rocking in a free world”) bei den MTV Awards (1993?), bin dabei aber über dieses tolle Duett der Mannen um Michael Stipe mit dem Boss gestolpert. Einfach toll. Anlass war das “Vote for Change”-Konzert in Washington. Andy, did you hear about this one?

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Heartsrevolution – CYOA

Mit ihrer EP “Switchblade” haben Heartsrevolution eine der aufregendsten neuen Scheiben Electro-Rock auf die Bildfläche katapultiert. Hier das knackige Video zum Track “CYOA”.

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Der Boss! Auf der Straße! In Kopenhagen!

Was man nicht alles auf Youtube findet! Muss wohl irgendwann um 1989 gewesen sein (Das Publikum sieht aus wie die Innenhof-Besatzung der Prager Botschaft…), als Bruce Springsteen spontan einem Kopenhagener Straßenmusiker unter die Arme griff. Und dann auch noch mit “The River”! Das ist charmant und rührt mich an. Ich bin entzückt!

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The Gutter Twins – Idle Hands

saturnalia.jpgMark Lanegan (Screaming Trees, Queens of the Stone Age, Soulsavers) und Greg Dulli (The Afghan Whigs) haben ja schon bei Dullis aktueller Band The Twilight Singers schwere Herzen gebrochen (z.B. bei dem Gänsehaut-Track “Number Nine”); jetzt erscheint unter dem Projektnamen “The Gutter Twins” via Subpop das gemeinsame Album “Saturnalia”. Als Vorgeschmack der Song “Idle Hands”, der zwar schwer rockt, aber noch deutlich Luft nach oben verspricht. Vielleicht bietet der Longplayer ja noch die eine oder andere Perle.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

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Rocken scheiße

piceno_on_the_rock_festivallogopngbigbig.jpgInflationäre Verwendung findet zunehmend das einstmals sensige Unwort „rocken“. So rockt angeblich Joschka Fischer das Wiesbadener Kurhaus oder einfach sich selbst – „an Roland Koch hoch“ nämlich (taz), außerdem tun es Kontinente wie Europa (Die Welt), der gute alte Seitenscheitelerfinder Brian Ferry im Kraftwerk zu Wolfsburg (WAZ), das Jahr 2007 – und zwar „ordentlich“ (fussball-gundelsheim.de), Geschlechterrollen (Schwerin-News), ein gewisses „Muchstock 07“ (Kölner Stadtanzeiger), Hessen (spiegel.de) und Hamburg ja sowieso.

Nicht zu vergessen populärmusikalische Produktionen jedweder Couleur, wo „zwischen den Rillen gerockt“, „das Haus“ gerockt oder gar „die Scheiße“ bzw. „wie Scheiße“ gerockt wird.

Liebe Leute, Partyblogger, Musikhansel und Feuilleton-Spassemacken: Am Anfang war es ja noch ganz lustig, und ich selbst hab´s viel zu oft nicht lassen können, aber jetzt hören wir alle damit auf, okay?

Because it´s totally boring und zwar really.

Schluss, aus! Ein für alle Mal.

Ab jetzt wird wieder das Publikum begeistert, die Menge aufgepeitscht, Musik wie wild gespielt und dazu ordentlich auf den Putz gehauen.

Vielen Dank.

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