Beiträge zum Stichwort: Samy Deluxe

Afrob - Der Letzte seiner Art

bild-1Zehn Jahre nach „Rolle mit HipHop“ und vier Jahre nach dem letzten Album „Hammer“ ist Afrob zurück. Als Vater, als Ex-Knasti, mit ner Menge zu sagen. Mit starken Tracks wie „Spektakulär 2009“  oder „Schnelle Nummer“, überflüssigen Lückenfüllern wie „Allein“ oder „Mein Ding“ und Ärgerlichem wie „Was wollt ihr“ und „Gief Konjunkturpaket VI““. Da begeht das einstige Reimemonster den gleichen Fehler wie Samy Deluxe: Die Text-Kuh aufs dünne Eis zu schieben und sich zu wundern, wenn sie dort einbricht. Den ASD-Buddy nimmt er wortreich in Schutz und empfiehlt, sich doch lieber „über Israelis zu ärgern, die auf schlafende Familien Bomben werfen.“ Ein Sujet, das ihm am Herzen liegt, denn wenig später lässt er verlauten, „dass Israelis immer noch Babys in Gaza töten.“ Und so weiter und so fort. Da hilft auch nicht das Statement „Seine Meinung zu Politik und dem gegenwärtigen Geschehen in der Republik besteht nicht bloß aus realitätsferner Zeitungslektüre, sondern basiert auf eigenen Erfahrungen.“ Schau an. Die Auflösung in eigener Sache gibt’s dann im Track „Mein Kampf“ mit der entlarvenden „Jedem das Seine“-Rhetorik: „Jeder bekommt das, was er verdient. Daran glaube ich fest.“

“Der Letzte seiner Art” erscheint am 4. September bei G-Lette Music/Intergroove.

  • MySpace
  • Facebook
  • Google
  • Live
  • del.icio.us
  • Technorati
  • Mixx
  • MisterWong.DE
  • Webnews.de
  • Yigg
  • Yahoo! Buzz
  • TwitThis
  • E-mail this story to a friend!
Thema-Icon Alben, Musik Kommentar-Icon Keine Kommentare

Deichkind - Arbeit nervt

deichkindDeichkind haben, wie die meisten erfolgreichen Nordlicht-HipHopper mit Peak zur Jahrtausendwende, die Aggroisierung von deutschem Rap nur durch völlige Metamorphose überlebt: Fettes Brot wurden Radio, die Beginner wurden Jan Delay, Samy Deluxe Grinsekatze für GEZ- und Aids-Charity, Ferris kündigte sich gleich selbst etc. Deichkind wähnte man mit ihrem Wohnmobil eher Richtung Abstellgleis.

Dann die Neuerfindung, die besonders beim “Bundesvision Songcontest” sichtbar wurde: Über Gas gesenkte Stimmen erreichte der Gaga-Pop “Electric Super Dance Band” den letzten Platz. Keiner blickte die Nummer. Respekt gab’s indes aber schon für den unterhaltsamen Willen zum kollektiven Irrsinn. Der setzte sich mit Verzögerung dann auch beim Publikum durch: “Remmidemmi” wurde ein echter Hit; die Live-Auftritte, man denke nur ans Melt!, sind legendär. Aber auf Platte? Was hört man da, die Gebrüder Indie-Blattschuss auf Beats? Hilfe! Ein paar von uns sind halt noch nicht vormittags schon voll. Okay, das postulierte Besoffskitum funktioniert mittlerweile als das (neben Kapitalismus) letzte verbindende Element all der utopiefernen Einzelkämpfer-Szenarien in Pop. Da ist Affirmation auf RTL2-Frauentausch-Doku-Level sicher eine Waffe der Ironie, das aber verpufft ja, wenn man letztlich auch nur Stichwortgeber für genau dieses Bierzelt wird. Und auch eine weitere Metamorphose kann es nicht geben, denn diese Partygeister wird die Band nie mehr los. Also Prost, solange es noch Spaß macht…

Mit freundlicher Genehmigung von intro.de

  • MySpace
  • Facebook
  • Google
  • Live
  • del.icio.us
  • Technorati
  • Mixx
  • MisterWong.DE
  • Webnews.de
  • Yigg
  • Yahoo! Buzz
  • TwitThis
  • E-mail this story to a friend!
Thema-Icon Alben, Musik Kommentar-Icon Keine Kommentare