Beiträge zum Stichwort: Santigold
[Album+Video] Beastie Boys - Hot Sauce Committee Part 2
17. Juni 2011
In Sachen Innovation mögen die Beastie Boys 2011 zwar so weit vorne sein wie ein Vintage-Sneaker, dafür sind Ad-Rock, MCA und Mike D immer noch fit wie ein Turnschuh. „Hot Sauce Committee Part 2″ ist bodenständiger als „Hello Nasty” und spaßbereiter als „To The Five Boroughs”, im Grunde sind dies die Beastie Boys von „Check Your Head” und „Ill Communication”: drei hysterische weiße Jungs mit Wurzeln im Hardcore-Punk, die zu Funksamples und Offbeat rappen. Zwar ist ein mittelgut gelungenes Dub-Experiment mit Gast Santigold auf der Platte gelandet, daneben gibt es wenig Überraschungen. Die Punkrocknummer, die diesmal „Lee Majors Come Again” heißt, gehört schließlich auch zum normalen Repertoire der Band. Da das Trio in seiner langjährigen Karriere aber nicht gerade mit Veröffentlichungen um sich schmiss, stellt sich nirgends Überdruss ein. Wie Nas auf der Platte rappen darf: „Too many rappers, still not enough MCs.” Eben, eben. Von denen hier könnte man noch ein paar Handvoll brauchen.
“Hot Sauce Committee Part 2″ ist bereits bei EMI erschienen.
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Fagget Fairys - Feed The Horse
8. August 2009
“We got the tits to make you gay”, schreit es von der MySpace-Seite der Fagget Fairys. Was für eine Ansage! Dass sich Minderheiten derjenigen Schimpfwörter annehmen, die sie tagtäglich auf der Straße an den Latz geknallt bekommen, und diese positiv umdeuten, ist nicht sonderlich neu. Der Name des Duos stellt eine Variation auf wohl zwei der gängigsten Beleidigungen für Homosexuelle dar. Die Däninnen Carla Cammilla Hjort und Elena Carli Cosovic sind privat ein Paar und haben mit “Feed The Horse” bereits einen der Electrohits des Jahres abgeliefert. Die beiden sehen sich in erster Linie als DJs und erst in zweiter als Produzentinnen. Nebenbei betreiben sie auch noch das KünstlerInnen-Netzwerk ArtRebels. Mit ihrem Mash-up aus Booty Bass, Dancehall, HipHop und Electro treiben sie sich derzeit nicht alleine auf dem Dancefloor herum: Yo Majesty, Santigold oder die umwerfende Ebony Bones sind nur einige weitere Beispiele aktueller positiver Arschwackelei. Das Album hat ein oder zwei Hänger, macht insgesamt aber riesigen Spaß. Und zur Balkanbeats-orientierten Hymne “Oci”, in der Elena auf Bosnisch toastet, da tobt der Affe wirklich im Kreis.
“Feed The Horse” erscheint am 28. August bei Music For Dreams/Edel.
Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.
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Hingehen: Santigold
29. Juni 2009Dass Santi White mittlerweile als Santigold firmiert und nicht mehr als Santogold, haben wir einem gewissen Santo Rigatuso zu verdanken. Der obskure Schmuckdesigner hat im langwierigen Rechtsstreit schlussendlich bei der Verwendung des Namens „Santo Gold“ obsiegt und Miss White nahm ein I für ein O.
Soviel zur Juristerei, jetzt zur Musik: Und da ist auch ein gutes Jahr nach dem Erscheinen der Singles „Creator“ und „L.E.S. Artistes“ der frische Duft des Neuen, des Unbekannten, noch nicht verflogen. Auch wenn Santi White im Musikgeschäft keine Anfängerin war; für Lily Allen, Res und Ashlee Simpson betätigte sich die ehemalige Sängerin der Punkband Stiffed als Songwriterin. Doch erst auf eigene Rechnung platzte die Bombe. Natürlich kann man Nina Simone, die Bad Brains, The Cure, The Pixies und die Talking Heads als seine Einflüsse nennen, es in einen eigenen Sound kulminieren zu lassen, hat vor ihr noch niemand auf so energetische und mitreißende Art und Weise geschafft. Dub, Pop, Rock und Elektronik behalten ihre originäre Kraft, reiben sich aneinander und drücken sich am Ende stolz und voller Kraft aus den Boxen.
Maßgeblichen Anteil daran hat das feine Händchen der New Yorkerin, sich dort zu bedienen, wo der Zeitgeist am lautesten tickt: bei Switch, Disco D, Sinden, FreqNasty oder Diplo. Gerade Letztgenannter hat ja schon mit M.I.A. die letzte Style-Sau durchs Dorf gejagt. Wo sich Mathangi Arulpragasam allerdings auf höchst dünnes politisches Eis begibt, konzentriert sich Santigold auf das Kerngeschäft Pop. Pop als Bestandsaufnahme, als Inspiration. Als einen Ort, wo Groove, HipHop, Wave und Indie gemeinsam die Hüllen fallen lassen. Und immer schön basslastig angelegt, damit es live auch ordentlich was zu wummern gibt.
Tourtermine:
10.07. Leipzig - Splash!-Festival
27.07. Darmstadt - Centralstation
29.07. Hamburg - Große Freiheit 36
30.07. Köln - Live Music Hall
Musik
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Major Lazer - Guns Don’t Kill People… Lazers Do
22. Juni 2009
Das musste ja passieren: Nachdem Wesley Pentz alias Diplo bereits mit der Verschmelzung von HipHop, Elektronik und Baile Funk alle Register gezogen zu haben schien, verbeißt er sich jetzt in Dancehall. Gemeinsam mit Subside-Head Switch ist er nach Kingston gefahren, um dort in den Tuff Gong Studios einen futuristischen Wegweiser ins Musikjahr 2009 zu rammen. Dabei spielen die Gäste wie VYBZ Kartel, Ms Thing, Mr. Vegas und Santigold (mit der Switch ja bereits bei ihrem Debüt zusammen arbeitete) eine große, aber nicht die entscheidende Rolle. Diese haben sich Diplo und Dave Taylor selber zugedacht, indem sie den tradierten Dancehall-Vibe bis aufs Wesentliche entkernen: die Tanzbarkeit. Und in einen glasklaren Pop-Entwurf transferieren, der – und das darf nach dem M.I.A.-Hype angenommen werden – ihnen den Sprung über die Ränder des Mainstreams hinweg, ermöglichen wird. Ironischerweise dehnen sie dabei Jamaikas angesagteste Acts nicht aus dem Status Quo heraus auf die nächstmögliche technische Ebene, sondern bedienen sich der Kraft des 80er Digital-Dancehalls. Und werfen uns eine aufregende Vision vor die Füße, die ähnlich revolutionär anmutet wie Mathangi Arulpragasams „Galang“ vor fünf Jahren.
“Guns Don’t Kill People…” erscheint am 3. Juli bei Downtown/Cooperative/Universal.
Mit freundlicher Genehmigung von Intro.
Reinhören ins Album kann man hier. Und obendrauf noch das Video zu “Hold The Line”
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