Beiträge zum Stichwort: Sigur Ros

[Album+Video] Sigur Rós - Inni

sigur-rosKonzertaufnahmen sind ein Paradox: Eigentlich vermitteln sie bloß ein Gefühl des Verpassens und Verpassthabens, und je besser sie sind, umso mehr. Sigur Rós’ “Inni”, mitgeschnitten am Ende ihrer letzten Tour 2008 im Londoner Alexandra Palace, ist eine sehr, sehr gute Liveplatte. Die isländische Band, die wie keine andere Rockmusik und orchestralen Irrsinn zu moderner Klassik von herzensbrecherischer Schönheit verschmilzt, macht seit nunmehr drei Jahren eine Pause auf unbestimmte Zeit. Sollte dieses Lebenszeichen aus der Vergangenheit ihr letztes Vermächtnis sein, könnte man sich schlimmere Abgänge vorstellen. Es ist jedenfalls ein eindrucksvolleres Banddokument als das letzte Studioalbum “Med sud í eyrum vid spilum endalaust”. Auf der beigelegten DVD ist ihre vorerst letzte Show auch in Bildern dokumentiert. Die braucht es allerdings gar nicht.

“Inni” erscheint am 4. November bei Pias/Rough Trade.

http://www.vimeo.com/30573875

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[Video] Sigur Rós - Klippa

http://www.vimeo.com/28708274

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Ólafur Arnalds - …And They Have Escaped The Weight Of Darkness

arnaldsEs ist wohl Sigur Rós zu verdanken, dass in zeitgenössischer Popmusik nunmehr so völlig unverstellt dem Schönklang gehuldigt werden darf. Die Soundlandschaften ihres Landsmannes Ólafur Arnalds scheinen gleich hinter dem nächsten Hügel zu liegen: Dass die Musik auf „…And They Have Escaped The Weight Of Darkness” aus Island stammt, ist also erst einmal so überraschend wie der umgefallene sprichwörtliche Sack Reis in Fernost. Nimmt man elegische Streicher und sich sehnsüchtig windende Klaviermotive aber als das Rüstzeug des jungen Komponisten an, findet sich eine durchaus eigene Stimme, die den Vergleich mit etablierten Größen wie Jóhann Jóhannsson und Max Richter nicht zu scheuen braucht. Sein zweites Album ist mal todtraurig und blendet kurz darauf wieder mit hellwachem Optimismus – nicht gerade Achterbahn, aber willkommene Perspektivwechsel.

“…And They Have Escaped The Weight Of Darkness” wird am 8. Juni via Erased Tapes veröffentlicht.

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Seabear - We Built A Fire

41orkcott0l_sl500_aa240_Niemals eine Band gründen. Auf einmal hat man die Bude voll mit Leuten, die auch irgendein Instrument spielen können und mitmachen möchten. Eigentlich wollte Sindri Már Sigfússon alleine Musik machen, aber ehe er sich versah, war Seabear ein Sieben-Personen-Unterfangen (als Sin Fang Bous schlüpft er allerdings dann doch gelegentlich aus der Umarmung seiner Bandkollegen). Unser Schaden ist es nicht: „We Built A Fire” ist eine fidele Folksymphonie, die dem Elfenhaften, das man Isländern so gerne unterstellt, eine gutgelaunte Absage erteilt. Seabear sind mehr Sufjan Stevens als Sigur Rós. Irgendwo müssen ja auch die eher quirligen Inselbewohner ihre Proberäume bezogen haben, wir dachten uns so etwas schon.

“We Built A Fire” ist bereits bei Morr Music erschienen.

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Helgi Jonsson - For The Rest Of My Childhood

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Ein weltweit bekannter Star wolle er werden. So die Ansage von Helgi Jonsson im Jahre 2005. Man mag diesen Übermut dem Umstand zuschreiben, dass er zu dieser Zeit in Österreich wohnte und dort die Einschätzung des eigenen musikalischen Talents ja häufig etwas verquer vonstatten geht. Mittlerweile ist Helgi wieder zuhause. In Island. Und wie es sich für ein Land mit der Einwohnerzahl einer gut gefüllten Telefonzelle gehört, hat jeder schon mit jedem. So war auch Helgi Jonsson schon mit Teitur und Sigur Ros im künstlerischen Bette. Einen Link zu seinem aktuellen Album zu finden, fällt dennoch schwer. “For The Rest Of My Childhood” ist ein typisch schwermütiges Pop-Album, das die benötigte Prise Melancholie und Tragik besitzt, allerdings keine Falltüren aufstellt, nichts hinter der nächsten Ecke vermuten lässt. Dafür trägt Jonsson auf dem Cover einen Hut, den U2-Frontmann Bono Ende der 80er auch gerne spazieren trug. Und man liegt auch nicht komplett daneben, wenn man die wabernde Stimme Jonssons irgendwo zwischen eben diesem und Thom Yorke verortet. Allerdings über spacigeren Songs als der Ire und weniger beeindruckenden als der Irre.

“For The Rest Of My Childhood” ist bereits bei Sevenahalf erschienen.

Foto: Lia Saile

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